3:0-Sieg gegen Düsseldorf Füllkrug und Ducksch schießen Werder auf Platz drei

Das Jahr fängt gut an für Werder: Drei Treffer haben die Bremer gegen Düsseldorf versenkt und landen damit auf Platz drei der Tabelle. Der Bericht zum Spiel.
15.01.2022, 13:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Carsten Sander

Dank seines Sturmduos Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug ist Werder Bremen optimal ins neue Jahr gestartet. Zum Re-Start der 2. Liga gewann der Bundesliga-Absteiger vor einer Geisterkulisse im Weserstadion mit 3:0 (0:0) gegen Fortuna Düsseldorf und feierte im vierten Spiel unter dem neuen Trainer Ole Werner den vierten Sieg. Damit stießen die Bremer mindestens bis Sonntagnachmittag auf Rang drei der Tabelle vor – erstmals in dieser Saison steht Werder damit auf einem der drei Aufstiegsränge. Möglich gemacht haben es die Tor-Zwillinge. Füllkrug mit einem Doppelpack (73./87.) und Ducksch mit einem Treffer (80.) sowie Vorlagen zu den anderen beiden Toren entschieden eine Partie, die sich erst nach einer Roten Karte für den Düsseldorfer Kristoffer Peterson (57.) in die grün-weiße Richtung neigte.

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Als hätte es die kurze Winterpause nicht gegeben, startete der SV Werder ins neue Jahr – jedenfalls die Startelf betreffend. Denn obwohl die Stammformation während der Vorbereitung von einigen Corona-Fällen geplagt war, konnte Coach Werner jene Startelf auf das Feld schicken, die auch bei den drei Siegen vor Weihnachten jeweils begonnen hatte. Bestbesezung also bei den Bremern, die die guten personellen Voraussetzungen zunächst auch in eine klare Überlegenheit umsetzten. Mit starkem, erfolgreichen Pressing setzte der Tabellensiebte den Liga-14. immer wieder unter Druck, eroberte so im Mittelfeld viele Bälle und bestimmte die Anfangsphase ganz deutlich. Allerdings: Vor dem Tor der Fortuna, in dem Florian Kastenmeier wieder den Vorzug vor dem Ex-Bremer Raphael Wolf bekam, fehlte Werder die Kaltschnäuzigkeit und Konsequenz der zurückliegenden Partien. Weshalb es zur Pause eine Premiere zu vermelden gab: Zum ersten Mal seit Werner in Bremen das Kommando übernommen hat, blieb die Mannschaft in einer Halbzeit ohne Torerfolg.

Mehrfach hätten die Gastgeber dies verhindern können. Niclas Füllkrug mit einem Kopfball (9.), Leonardo Bittencourt in Folge einer Ecke (15.), wieder Füllkrug bei einem Konter (17.) und Marvin Ducksch nach einem der zahlreichen schnellen Ballgewinne (20.) verfügten jeweils über Möglichkeiten, Werder früh in Führung bringen zu können.

Die Düsseldorfer bekamen lange kein Bein an die Erde, fanden nach vorne kaum statt. Aber: Sie kämpften sich nach und nach in die Partie – am besten abzulesen an den Duellen, die Stürmer Rouwen Hennings sich mit Bremens Abwehrchef Ömer Toprak lieferte. Dass der Fortune dem Werder-Kapitän nach elf Minuten heftig auf das Sprunggelenk stieg, war noch als unglücklich zu verbuchen und hatte zu Topraks Erleichterung keine weiteren Folgen als einen zerfetzten Stutzen. Doch so manche Nickligkeit danach rief Schiedsrichter Tobias Reichel (36/Stuttgart) bei dessen Weserstadion-Premiere auf den Plan, klare Ermahnung an Hennings: So nicht mehr!

Je giftiger der Gegner wurde, umso mehr verlor jedoch Werder die eigene Linie. Nach dem starken Beginn verflachte das eigene Spiel. Konsequenz: keine weitere Chance bis zum Seitenwechsel.

Auf der beinahe menschenleeren Tribüne dürfte Klaus Allofs, Manager des Werder-Doubles 2004 und der folgenden erfolgreichen Champions-League-Jahre, mit dem Zwischenstand durchaus zufrieden gewesen sein. Nach internen Neustrukturierungen in den vergangenen Tagen ist der 65-Jährige bei der Fortuna der starke Mann in der sportlichen Führung und hat für seinen Club, sein Team als Ziel formuliert: erstmal stabilisieren. Das Zwischenurteil „Gelungen“ galt auch nach 57 Minuten Spielzeit noch. Die Fortuna war offensiv zwar harmlos, hielt Werder aber immer besser vom eigenen Tor fern.

Aber dann brachte Kristoffer Peterson die Düsseldorfer Statik in Gefahr. Mit einem Tackling, für das im Fußball mal der Begriff „Blutgrätsche“ erfunden worden war, mähte der Schwede an der Seitenlinie Felix Agu um – und Referee Reichel, der bis dahin noch keine einzige Karte gezückt hatte, schickte Peterson mit Rot vom Platz (57.).

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Werder agierte fortan in Überzahl und nutzte dieses Geschenk weidlich aus. Denn nur neun Minuten später stand es 1:0. Ducksch hatte auf Füllkrug geflankt, Kopfball, Tor. Zwar entschied der Linienrichter zunächst auf Abseits, doch der Videobeweis zeigte: Düsseldorfs Tim Oberdorf hatte das Abseits gegen Füllkrug aufgehoben und so das sechste Saisontor des Stürmers ermöglicht. Die Millimeter, die in diesem Fall für die Bremer sprachen, fehlten Ducksch wenig später nach einem Pass von Romano Schmid – Abseits (73.). Das bereits bejubelte 2:0 zählte nicht, und Werder war mit dem knappen Vorsprung noch nicht sicher, letzte Zweifel blieben.

Bis Ducksch selbige dann doch beseitigte. Schnell und sicher hatte sich Werder auf der rechten Seite durch kombioniert, letztlich steckte der eingewechselte Niklas Schmidt im Strafraum durch zu Ducksch, der aus elf Metern vollstreckte (80.). 2:0, Deckel drauf, das hochgelobte Bremer Sturmduo hatte eine lange offene Partie entschieden. Als Zugabe gab es dann noch das 3:0, natürlich wieder nach einer Kooperation der beiden Torjäger: Querpass Ducksch, Treffer Füllkrug – dieses Duo ist für den neuen Tabellendritten aus Bremen der große Hoffnungsträger im Aufstiegsrennen.

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