Starke Form konserviert Werder-Stürmer Niclas Füllkrug trifft und trifft

Niclas Füllkrug hat seine starke Form über den Sommer konserviert und nun schon sein sechstes Tor im sechsten Spiel in Folge erzielt. Der Werder-Stürmer spricht aber lieber über die Teamleistung als über sich.
15.08.2022, 20:32
Lesedauer: 3 Min
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Von Malte Bürger

Ein paar Wochen ist es jetzt her, dass es unter der österreichischen Abendsonne amüsierte Gesichter gab. Zum Ende des Zillertal-Trainingslagers ist es eine lieb gewonnene Tradition, dass auch mal in lockerer Atmosphäre geplaudert wird, die mitgereisten Journalisten und Werders Verantwortliche einen entspannten Abend verbringen. Und als es da seinerzeit um die Winter-WM in Katar und die wohl einzige Abstellung von Milos Veljkovic ging, fiel plötzlich der mit einem breiten Grinsen und gespieltem Wissen ausgesprochene Satz: „Wer weiß, wer noch alles mitfährt?“ Der Urheber der Frage soll an dieser Stelle geheim bleiben, doch fortan wurde gerätselt und gemutmaßt, welcher Spieler sich beim Aufsteiger wohl derart in den Vordergrund spielen würde. Dann fiel der Name Niclas Füllkrug – der nun im Nachgang des Stuttgart-Spiels tatsächlich auf das Thema Nationalmannschaft angesprochen wurde. Und es flugs wieder abbügelte. „Ich rede nicht über mich selbst. Da könnt ihr drüber schreiben, wenn ihr wollt.“

Wollen wir an dieser Stelle nicht. An der spannenden Personalie Niclas Füllkrug ändert das allerdings nichts. Saisonübergreifend hat der 29-Jährige nun schon sein sechstes Tor im sechsten Spiel in Folge erzielt, seine starke Form folglich auch über den Sommer hinweg konserviert. Und Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, urteilte am Sonntag bei „Sky90“ gar: „Ein Niclas Füllkrug in einer guten Verfassung kann immer eine Lebensversicherung sein.“

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Der Stürmer hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass er auch in der 1. Bundesliga zu den Besten seiner Zunft gehören kann. Nun, wo er schon seit Monaten verletzungsfrei unterwegs ist, bestätigt er diese Erkenntnis. Auch in seinem Jubiläumsauftritt am vergangenen Wochenende gegen Stuttgart. „Es ist erst das 100. Spiel von mir. Wenn ich nicht so oft verletzt gewesen wäre, hätte ich schon doppelt so viele gemacht“, meinte Füllkrug, dem auch sein Führungstreffer gefiel: „Mein Papa und mein Opa werden stolz auf mich sein, die ja beide auch ein gutes Kopfballspiel hatten. Dementsprechend war es ein schönes Tor.“

Wo der eine glänzt, steht der andere automatisch etwas im Schatten. Marvin Ducksch wartet weiter auf den dritten Treffer seiner bisherigen Bundesliga-Karriere. Und das führte nun dazu, dass Trainer Ole Werner im Nachgang des Stuttgart-Spiels bei der obligatorischen Pressekonferenz gefragt wurde, ob Ducksch für diese Spielklasse nicht allenfalls ein solider Akteur sei. „Das sehe ich anders“, entgegnete der Chefcoach flugs. „Er ist ein Spieler, der sicherlich ein sehr hohes Risiko geht. Das ist auch das, was die Leute nicht nur sehen wollen, wenn sie ins Stadion kommen, sondern was ihn auch auszeichnet. Er sieht Dinge schneller und häufiger als andere Spieler.“ Und weil Werner gerade in Schwung war, setzte er die Lobhudelei auf den 28-Jährigen fort. „Er besitzt diese Straßenfußballer-Mentalität, Dinge auszuprobieren und den letzten Pass in Momenten zu versuchen, in denen es andere nicht tun. Das zeichnet ihn extrem aus.“ So habe Ducksch zwar bislang vielleicht nicht getroffen, aber dafür einige gefährliche Szenen oder Tore eingeleitet und mit aufgelegt. „Ich finde deshalb, dass er es gut und auch von der Geschwindigkeit her vernünftig macht“, urteilte Werner abschließend. „Ich bin sehr zufrieden.“

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Und auch Clemens Fritz machte im Gespräch mit unserer Deichstube deutlich, dass er Diskussionen über die Abschlussqualitäten von Marvin Ducksch für völlig unangebracht hält. „Wir haben jetzt das zweite Spiel gespielt und nun schon darüber zu reden, dass er nicht als Torschütze infrage kommt, ist Quatsch“, betonte der 41-Jährige. „Ich bin davon überzeugt, dass er noch viele Tore machen wird.“

Bislang erledigen das die Kollegen. Wie eben Niclas Füllkrug. „Er bringt gute Leistungen, hat jetzt zwei Spiele hintereinander getroffen und tut uns mit seiner Spielweise gut“, sagte Ole Werner. „Insofern freue ich mich genau wie jetzt bei Oliver Burke, dass er wieder getroffen hat. Denn das ist vor allem wichtig für uns als Mannschaft.“

Ähnlich sieht es Füllkrug selbst, der auch in dieser Hinsicht dabei bleibt, dass er lieber über das Team als über sich spricht. „Vier Tore in zwei Spielen – das ist stark“, hob der Stürmer mit Blick auf die bisherigen Partien hervor. „Man erkennt bei uns eine Idee. Schaffen wir es, weniger Gegentore zu kassieren, werden wir die Spiele auch gewinnen.“ 

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