Bundesliga Werders Investoren-Flirt: „Wir müssen uns dem Thema stellen“

Es könnte ernst werden beim SV Werder, ernst mit einem Investor. Der Bundesligist flirtet mehr denn je mit dem Einstieg eines Minderheitsgesellschafters, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
21.11.2022, 17:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Es ist ein Dauerthema beim SV Werder Bremen, nun könnte es aber tatsächlich werden. Der Bundesligist flirtet mehr denn je mit dem Einstieg eines Investors als Minderheitsgesellschafter, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sowohl Aufsichtsratsvorsitzender Marco Fuchs als auch sein designierter Nachfolger Hubertus Hess-Grunewald, der gerade für weitere vier Jahre in seinem Amt als Vereinspräsident bestätigt wurde, unterstrichen nach der Mitgliederversammlung, dass es ohne fremde Hilfe wohl nicht gehen wird.

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„Wir haben unfassbar viele wirtschaftliche Herausforderungen – ein negatives Eigenkapital (14 Millionen Euro, Anm. d. Red.) und fast 40 Millionen Euro Verbindlichkeiten, die wir in den nächsten Jahren zurückführen müssen. Wenn wir das nur aus uns selbst heraus erwirtschaften sollen, wird das ungleich schwieriger. Wenn wir uns zudem auch weiter entwickeln und auch ein Leistungszentrum bauen wollen, dann brauchen wir einfach liquide Mittel – und die werden wir wahrscheinlich nur von außen dazubekommen können“, meinte Hess-Grunewald im Gespräch mit der DeichStube und forderte:  „Wir müssen uns dem Thema stellen.“  Der 62-Jährige zog dabei auch den Vergleich zu den anderen Clubs in der 1. und 2. Liga, von denen nur fünf weitere mit einem negativen Eigenkapital zu kämpfen haben: „Wir sind also wirtschaftlich etwas hinten dran. Und wenn wir weiter sportlich konkurrenzfähig sein wollen, dann müssen wir auch auf dieser wirtschaftlichen Ebene aufholen.“

So ähnlich sieht es auch Fuchs, der seit fast acht Jahren dem Aufsichtsrat angehört. „Ich war in der Vergangenheit bei dem Thema immer sehr kritisch. Aber jetzt nach dieser langen Phase mit den Schwierigkeiten durch die Pandemie ist bei uns und bei anderen Vereinen die Notwendigkeit eher gewachsen, sich das ernsthaft anzuschauen“, meinte der Vorstandsvorsitzende des Hochtechnologieanbieters OHB. Er mahnte aber zugleich, das Thema vorsichtig und geduldig anzugehen. Denn es gebe kaum gute Beispiele für den Einstieg eines Investors im deutschen Profi-Fußball. Andererseits betonte Fuchs aber auch: „Es gab immer wieder Gespräche, natürlich gibt es Anfragen. Wir sind weiterhin ein guter Partner, die Marke ist stark, der Standort ist stark, auch für ausländische Investoren.“ Deswegen würde sich die Geschäftsführung damit auch beschäftigen.

Deren Vorsitzender Klaus Filbry trat allerdings gleich etwas auf die Bremse: „Wir sind aktuell nicht annähernd in einer Richtung, dass wir Vollzug melden könnten. Es gibt immer mal wieder Interesse. Aber bislang hat keiner zu uns gepasst.“

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Immerhin haben sich durch die Satzungsänderungen die Voraussetzungen verbessert, denn Werder erfüllt nun deutlich mehr die Anforderungen einer modernen Unternehmensführung. Der Verein hat sich als Alleingesellschafter aus dem operativen Geschäft herausgezogen, der Präsident ist nicht mehr gleichzeitig auch Geschäftsführer der Kapitalgesellschaft, sondern Aufsichtsratsvorsitzender. Nun könne aber auch ein Investor keinen Platz mehr in der Geschäftsführung einfordern, betonte Hess-Grunewald. Er stellte zudem klar, dass es allein um Minderheitsbeteiligungen gehe. Werder setze sich weiterhin für „eine konsequente Einhaltung der 50+1-Regel“ ein.  Nach einem Urteil des Bundeskartellamts muss sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit den Sonderfällen Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und RB Leipzig beschäftigen, hat sich bislang aber vor einer Entscheidung gedrückt.

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