Zwei Tore beim Sieg von Werder II Aycicek empfiehlt sich für höhere Aufgaben

Nur zu Beginn des Regionalliga-Derbys hielt der Gegner richtig gut mit. Am Ende besiegten die Kicker von Werder II den VfB Oldenburg glatt mit 4:0. Einmal mehr zählte Levent Aycicek dabei zu den stärksten Bremern.
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Von Stefan Freye

Nur zu Beginn des Regionalliga-Derbys hielt der Gegner richtig gut mit. Am Ende besiegten die Kicker von Werder II den VfB Oldenburg glatt mit 4:0. Einmal mehr zählte Levent Aycicek dabei zu den stärksten Bremern.

Die vergangenen Wochen sind alles andere als positiv verlaufen für Werders Profis, und die Rufe nach neuen Spielern werden lauter. Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die eine Verstärkung im eigenen Verein ausmachen: Levent Aycicek, seit Wochen in Topform und ohne Zweifel eines der größten Werder-Talente der vergangenen Jahre.

„Das ist nicht meine Entscheidung, aber ich drücke Levent die Daumen“, meinte Viktor Skripnik nach dem 4:0 (2:0)-Heimsieg von Werder II gegen den VfB Oldenburg. Die Zurückhaltung ist verständlich. Aber natürlich wusste auch der Trainer, dass der kleine Mittelfeldspieler seinen Anteil am Erfolg gehabt hatte. Nicht zum ersten Mal in den vergangenen Monaten, der junge Kicker sei bei Werder II immer engagiert und motiviert, fügte Skripnik noch an. „Ich denke nicht darüber nach“, kommentierte Aycicek selbst seine Chance auf eine ähnliche Rolle im Bundesligateam. Auf die Frage, ob er den anwesenden Robin Dutt gestern vielleicht doch mal überzeugt haben könnte, antwortete er: „Der Trainer guckt ja immer zu.“ Das klang schon fast ein bisschen resigniert.

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Zum Glück für Werder II war Levent Aycicek im Spiel gegen Oldenburg voll bei der Sache gewesen. Dabei hatte VfB-Coach Kristian Arambasic das Derby clever eingefädelt: Der nach wie vor in Bremen lebende Trainer schickte ein Team aufs Feld, das motiviert zu Werke ging, viel investierte und auch mutig den Weg nach vorn suchte. In der ersten Viertelstunde dieser Partie hatten die Besucher auf Platz 12 also einen sehr aktiven Gast erlebt – und eine Bremer Mannschaft, die erst einmal klarkommen musste mit dieser ungewohnten Situation. In der Regel sieht sich Werder II mit Gegnern konfrontiert, die tief stehen und erst einmal abwartend agieren.

Nun musste eine Lösung her, und es war Levent Aycicek, der die Lage entschärfte. Nachdem der Spielmacher mit einem Volleyschuss aus spitzem Winkel an VfB-Keeper Jannik Zohrabian gescheitert war, entwickelte sich nämlich ein Spiel, das in etwa auch so erwartet worden war. Der Gast agierte danach nicht mehr ganz so mutig, und Werder II wurde durch diese Chance offenbar daran erinnert, wie es geht. Die zweite Möglichkeit durch Werders Nummer 21 – ein Schuss aus 23 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei – bestärkte die Bremer: Wenn sie ähnlich aktiv am Spiel teilnehmen würden wie der Gegner in den Anfangsminuten, wäre sicher etwas drin.

Eine Freistoßvariante mit – na klar – Levent Aycicek führte denn auch zur Führung. Der 20-Jährige täuschte die Ausführung nämlich nur an, lief an Ball und Mauer vorbei, um dann von Janek Sternberg steil geschickt zu werden. Aus 14 Metern traf Aycicek schließlich zum 1:0 ins Tor. Mit diesem Treffer war Werder II endgültig im Spiel, und dem Matchwinner war es auch vorbehalten, aus 32 Metern einfach mal abzuziehen und zum 2:0 zu treffen.

Nun machte dieser Treffer aber nicht nur deutlich, dass Aycicek über einen strammen Schuss verfügt, sondern auch, dass Jannik Zohrabian im Tor des VfB auch einen schlechten Tag hatte. „Wir haben Werder das Leben 20 Minuten sehr schwer gemacht, uns dann aber ein paar Fehler geleistet“, fasste Kristian Arambasic zusammen. Das 3:0 von Oliver Hüsing per Kopf nach Freistoß von Aycicek nahm dem VfB jede Lust an einer Aufholjagd.

In einer nun spannungsarmen Partie passierten nur noch zwei nennenswerte Dinge: der Foulelfmeter durch Janek Sternberg zum Endstand (Zohrabian an Capin) – ganz ohne Beteiligung des bereits ausgewechselten Aycicek – und die „Plakat-Aktion“ der Werder-Fans. Sie hielten nämlich drei Transparente hoch: „Hilfe – Hilfe – Wir brauchen Hilfe.“ Auf wen sie sich bezogen, war leicht zu erraten – und dass sie Werder II nicht meinten, auch.

Werder Bremen II: Duffner - Rehfeldt, Hüsing, Mainka, Sternberg - Guwara, Fröde, Aycicek (74. Capin), Eggestein (83. Schwede) - Lukowicz, Wegner (56. Grillitsch)

VfB Oldenburg: Zohrabian - Braun (67. Stütz), Plendiskis, Uzelac, Canizales - Block, Gashoff (46. Zengin) - Samide, Aidara, Ficara (76. Gottschling) - Merkel

Tore: 1:0 Aycicek (22.), 2:0 Aycicek (34.), 3:0 Hüsing (48.), 4:0 Sternberg (90., Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Rehfeldt, Fröde - Stütz, Zohrabian

Zuschauer: 1034

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