Kommentar über Hachez Bitter

Dass Hachez-Schokolade künftig aus Polen kommen soll, ist für den Standort Bremen besonders schmerzlich. Die Stadt muss aus dem Niedergang ihrer Nahrungsmittelindustrie Konsequenzen ziehen.
28.02.2018, 21:01
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Bitter
Von Philipp Jaklin

Der nächste Tiefschlag für den Standort Bremen – und diesmal tut es besonders weh: Die Schokolade der Traditionsmarke Hachez, seit mehr als hundert Jahren Teil der regionalen Identität, soll künftig in Polen produziert werden. Das ist ein Schock – nicht nur für die 250 betroffenen Mitarbeiter und ihre Familien. Es ist ein Fanal für den Wirtschaftsstandort Bremen insgesamt.

Der Niedergang der Nahrungs- und Genussmittelindustrie an der Weser setzt sich damit rasant fort. Einmal mehr ist der bittere Preis dafür zu zahlen, dass Entscheidungen über Stellen und Standorte in weit entfernten Konzernzentralen gefällt werden – von Managern, die keinerlei Bindung an den Standort besitzen. So war es zuletzt im Fall des geschlossenen Kellogg-Werks, bei Coca-Cola in Bremen, bei Kaffee Hag.

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Unternehmerisch haben alle diese Entscheidungen ihre Logik. Die Konsequenz kann nur sein, dass Bremen alles dafür tut, Investoren anzulocken, wirtschaftliche Aktivität zu fördern, wo es geht, den Standort so attraktiv wie möglich zu gestalten – und nicht nur in bekannten „Clustern“ zu denken. Die Erhöhung der Gewerbesteuer hilft da natürlich gar nicht.

philipp-jaklin@weser-kurier.de

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