Kommentar über nachhaltiigen Kakao

Die andere Schokoseite

Die Verbraucher und die Schokoladenhersteller wollen bessere Lebensbedingungen für die Kakaobauern. Ob der Vorwurf des "Greenwashings" gerechtfertigt ist, kommentiert Florian Schwiegershausen.
25.04.2018, 20:51
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Die andere Schokoseite
Von Florian Schwiegershausen

Fair gehandelter Kaffee ist schon lange ein Thema in der Öffentlichkeit. Fair gehandelter Kakao ist erst in den letzten Jahren stärker in den Fokus gerückt. Viele der Kakaobauern in Ghana oder der Elfenbeinküste können von dem Geld, was sie verdienen, ihre Familie nicht ernähren. Kinderarbeit ist eher normal als die Ausnahme. Das soll sich schnellstens ändern. Die großen Schokoladenhersteller gründen eigene Kakao-Initiativen, um die Lebensbedingungen in den Herstellerländern zu verbessern.

Das Forum der Kakao-Konferenz, die bis Mittwoch in Berlin mit 1500 Teilnehmern lief, nutzte Mondelez für die Ankündigung, dass Milka in ganz Europa bis Ende 2019 am Cocoa-Life-Programm für mehr Nachhaltigkeit und fairen Handel teilnehmen soll. Das Problem ist, dass der Begriff "fair" im Gegensatz zu "bio" nicht geschützt ist und jeder seine eigene Definition von Nachhaltigkeit hat.

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Wie nachhaltig das Cocoa-Life-Programm ist, müssen Studien erst noch zeigen. Es ist also noch verfrüht, um sich hier ein Urteil zu bilden. Auch Bundesentwicklungsminister Müller hat den fairen Handel auf der Agenda stehen. Für Textilien soll es als Label den "grünen Knopf" geben – auch das ist zumindest ein Anfang. Am besten wäre nur ein zuverlässiges Label für alle Produkte, damit der Verbraucher nicht die Übersicht verliert.

florian.schwiegershausen@weser-kurier.de

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