Vor der Verwaltung in Bremerhaven

Nordsee-Mitarbeiter gehen in unbefristeten Streik

Es geht um den Verbleib von Nordsee in Bremerhaven. Dafür sind die Mitarbeiter vor dem Verwaltungssitz der Fischrestaurantkette in einen unbefristeten Streik getreten. Die Kollegen wollen endlich Gewissheit.
28.09.2020, 14:38
Lesedauer: 2 Min
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Nordsee-Mitarbeiter gehen in unbefristeten Streik
Von Florian Schwiegershausen
Nordsee-Mitarbeiter gehen in unbefristeten Streik

Hupen für Bremerhaven: Die Mitarbeiter von Nordsee am Standort sind in den Dauerstreik getreten.

Florian Schwiegershausen

Am Morgen sind die Mitarbeiter der Fischrestaurantkette Nordsee vor ihrem Verwaltungssitz in Bremerhaven in einen unbefristeten Streik getreten. Mindestens 30 Kollegen harrten seit 8 Uhr bei Nieselregen auf dem Parkplatz vor dem dunkelroten Backsteingebäude am Fischereihafen aus. Sie kämpfen für den Verbleib des Verwaltungssitzes in Bremerhaven. Und sollte die Geschäftsführung entscheiden, an einen anderen Standort zu ziehen, kämpfen sie für einen Sozialtarifvertrag. Dieser regelt beispielsweise, wie viel Abfindung langjährige Mitarbeiter erhalten, die nicht an den neuen Standort mitziehen. Er regelt zudem, ob auch eine Transfergesellschaft gegründet wird, in der sich die Mitarbeiter qualifizieren können.

Doch am liebsten wäre es den Mitarbeitern, wenn sie in Bremerhaven bleiben könnten. Auf den Transparenten ist zu lesen „Butter beim Fisch“ mit dem Logo von Nordsee und auch „Wertschätzung sieht anders aus“. Es ist inzwischen etwas mehr als ein Jahr her, dass die damalige Geschäftsführung bekannt gab, man prüfe, an einen anderen Standort zu gehen. Eigentlich sollte Ende August die Entscheidung fallen, wie ein Nordsee-Sprecher dem WESER-KURIER vor fast zwei Monaten mitteilte.

Gleichzeitig verhärten sich die Fronten zwischen Geschäftsführung und der Gewerkschaft NGG. Die Geschäftsführung will erst Gespräche über einen Sozialtarifvertrag führen, wenn eine Entscheidung zum Standort gefallen ist. Das sei bisher nicht der Fall. Die Gewerkschaft befürchtet wiederum einen Wechsel nach Hamburg – wie sie über Umwege aus dem Haus erfahren haben will. Daher nimmt auf Gewerkschaftsseite das Misstrauen zu.

In den kommenden Tagen sind weitere Aktionen geplant. So wollen die Nordsee-Mitarbeiter auch in der Bremerhavener Innenstadt Flugblätter verteilen, um auf die Situation aufmerksam zu machen und um für Solidarität zu werben. Die gab es bereits von Kollegen der Deutschen See. Betriebsrat Arno Knoop und Kollegen statteten der Nordsee einen Besuch ab, um die Kollegen hier solidarisch zu unterstützen. Vor Jahrzehnten waren Nordsee und Deutsche See einst ein Unternehmen.

Am Dienstag wollen sich die Nordsee-Mitarbeiter dem Verdi-Streik anschließen, um dort die Streikenden zu unterstützen. Ebenso hoffen sie im Gegenzug auf Zuspruch.

Am Streikposten vor dem Nordsee-Verwaltungssitz traten derweil am Montag weitere Nordsee-Mitarbeiter der Gewerkschaft bei und füllten ihren Mitgliedsantrag aus. Noch unbekannt ist, wie lang der Streik gehen soll. Die NGG ist auf alle Fälle bereit, es nicht nur bei einer Woche zu belassen.

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