Wegen hoher Energiepreise Genossenschaft in Sachsen reduziert Warmwasser-Versorgung in Wohnungen

Wegen der stark gestiegenen Energiepreise zieht eine Wohnungsgenossenschaft in Sachsen Konsequenzen: Sie reduziert die Warmwasser-Versorgung. Ähnliches wurde auch schon andernorts ins Spiel gebracht.
05.07.2022, 07:00
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa, org

Die Preise – und allen voran die Energiepreise – kennen aktuell nur einen Weg: nach oben. Eine Wohnungsgenossenschaft in Sachsen zieht deshalb nun Konsequenzen – sie verringert wegen der drastisch gestiegenen Energiepreise die Warmwasser-Versorgung ihrer Mieter. Dieses ist nicht mehr rund um die Uhr verfügbar.

„Es geht nicht darum, die Mieter zu ärgern, sondern sich auf das einzustellen, was wir im nächsten Jahr vielleicht sonst nicht mehr bezahlen können“, sagte Falk Kühn-Meisegeier, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde. Es gehe lediglich um einen Beitrag, sich ein wenig einzuschränken: „Wir wollen, dass Mieter gut durch diese Krise kommen. Das Leben ist so schon teuer genug.“

Mieter haben nur zu bestimmten Zeiten Warmwasser

Nach Kühn-Meisegeiers Angaben hatte die Wohnungsgenossenschaft bereits im April die Höhe der Betriebskosten-Vorauszahlungen verdoppelt. Die Genossenschaft müsse gegenüber dem örtlichen Energieversorger in Vorkasse gehen. Statt 100.000 Euro seien nun 400.000 Euro fällig.

Bei den Mietern stoße die Verringerung der Warmwasserversorgung auf Verständnis. Allerdings beziehe die Genossenschaft in sozialen Medien derzeit „virale Dresche“.

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Nach der Regelung bleibt Warmwasser in den 600 Wohnungen der Genossenschaft in den Hauptnutzungszeiten am Morgen, Mittag und am Abend verfügbar. Nur nachts und in Zwischenzeiten kommt das Wasser kalt aus der Leitung.

Hamburgs Umweltsenator: Warmwasser-Rationierung bei Gasmangel nicht ausgeschlossen

Einen ähnlichen Schritt hatte kürzlich auch schon Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) ins Spiel gebracht. Er hatte für den Fall eines Gas-Notstands in der Hansestadt eine Begrenzung des Warmwassers für private Haushalte nicht ausgeschlossen. "In einer akuten Gasmangellage könnte warmes Wasser in einem Notfall nur zu bestimmten Tageszeiten zur Verfügung gestellt werden", sagte Kerstan der "Welt am Sonntag". Auch eine generelle Absenkung der maximalen Raumtemperatur im Fernwärmenetz käme in Betracht.

Viele Menschen in Deutschland wollen angesichts der Inflation auch von sich aus den Gürtel enger schnallen und ihre Ausgaben einschränken. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Über alle Einkommensgruppen hinweg wollen demnach 39 Prozent der Befragten künftig weniger Nahrungs- und Genussmittel kaufen, 10 Prozent von ihnen sogar "bedeutend weniger". Bei Bekleidung und Schuhen will sich sogar mehr als jeder Zweite (53 Prozent) einschränken. Ähnlich viele wollen auch bei Gaststätten- und Restaurantbesuchen kürzer treten. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben an, Strom und Kraftstoffverbrauch reduzieren zu wollen. Und auch beim Heizen der Wohnung und beim Warmwasser wollen mehr als 60 Prozent der Befragten sparen.

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