Nach Feuer in Flüchtlingsunterkunft 3000 Euro für Hinweise auf Brandstifter

Die Ermittlungsbehörden arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Brandanschlages auf die noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft in Huchting. Zur Ergreifung der Täter wurde nun eine Belohnung ausgesetzt.
23.09.2016, 19:30
Lesedauer: 2 Min
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3000 Euro für Hinweise auf Brandstifter
Von Ralf Michel

Die Ermittlungsbehörden arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Brandanschlages auf die noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft in Huchting. Zur Ergreifung der Täter wurde nun eine Belohnung ausgesetzt.

Die Ermittlungsbehörden arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Brandanschlages auf die noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft in Huchting in der Nacht auf vergangenen Dienstag. Ein Zeichen dafür: Die Staatsanwaltschaft hat jetzt eine Belohnung ausgesetzt. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, wurden 3000 Euro ausgelobt.

Die zweite Karte, auf die die Ermittlungsbehörden in diesem Fall setzen, ist die forensische DNA-Analytik. In den vergangenen Tagen konnten am Tatort zahlreiche Spuren gesichert werden, heißt es hierzu in einer Pressemitteilung der Polizei. Sie werden jetzt auf DNA und Fingerabdrücke untersucht. Besonders wertvoll hierbei seien am Tatort gefundene Brandsätze, die nicht gezündet haben. Für diese Molotow-Cocktails wurden grüne Wasserflaschen aus Glas benutzt.

Jede dritte Spur ein Treffer

In den Laboren des Landeskriminalamtes können Tatortspuren so ausgewertet werden, dass sowohl der Ausschluss von Tätern als auch zuverlässige Identifizierungen möglich sind. Die DNA-Spuren sowie die Profile überführter Täter werden nach richterlichem Beschluss in eine nationale DNA-Datei eingespeichert. Seit Bestehen der DNA-Datei (1998) führte laut Polizei jede dritte Spur, die gesichert wurde, im Abgleich zu einem Treffer.

Parallel hierzu bauen die Ermittler weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung. Am Freitagvormittag verteilten Bereitschaftspolizisten im Umfeld der Containersiedlung an der Obervielander Straße Flugblätter an Privathaushalte, Firmen und Passanten. „Wer hat in der Nacht von Montag auf Dienstag Beobachtungen über ungewöhnliche Ereignisse gemacht?“, wird gefragt. „Wem sind verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen?“

Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0421/3623888 an den Kriminaldauerdienst zu wenden. Als Motivationshilfe dient die Aussicht auf 3000 Euro Belohnung. Hierfür verantwortlich zeichnet Oberstaatsanwalt Janhenning Kuhn. Damit wolle man zum einen ein Signal setzen, wie sehr man daran interessiert ist, in diesem Fall zu einem Erfolg zu kommen, erklärt der Behördenleiter. Zum anderen sei eine solche Belohnung ein probates Mittel, um in bestimmten Milieus Menschen dazu zu bewegen, Informationen preiszugeben, die ansonsten wenig dazu neigen, die Arbeit der Polizei zu unterstützen. „Da kann dann so eine ausgelobte Belohnung den Anstoß geben, eine Information doch weiterzugeben.“ Bis zu einer Höhe von 6000 Euro kann Kuhn selbst Belohnungen aussetzen. Soll es noch darüber hinaus gehen, sind die Generalstaatsanwältin oder die senatorische Behörde gefragt. Häufig wird dieses Mittel aber nicht eingesetzt, erklärt Kuhn. In den letzten vier Jahren nicht mehr als zehnmal, schätzt er. Ausgezahlt werden konnte die Belohnung dabei aber in keinem dieser Fälle.

Damit es dazu kommt, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. War der Hinweis wirklich zweckdienlich und hat maßgeblich zur Ergreifung und Verurteilung des Täters geführt? Dies werde abschließend in einem Verwaltungsverfahren geprüft. Andererseits sei die Belohnung aber auch nicht einfach nur so dahingesagt, betont der Oberstaatsanwalt. „Der Hinweisgeber kann sie sogar einklagen.“

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