Segelschiff zieht Ende Oktober um „Alex“ kann kommen

Noch liegt die frisch renovierte „Alexander von Humboldt“ im Europahafen. Doch schon bald soll sie auf Dauer an der Schlachte festmachen. Sie soll ein neues Bremer Wahrzeichen werden.
10.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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„Alex“ kann kommen
Von Pascal Faltermann

Noch liegt die frisch renovierte „Alexander von Humboldt“ im Europahafen. Doch schon bald soll sie auf Dauer an der Schlachte festmachen. Sie soll ein neues Bremer Wahrzeichen werden.

Noch liegt die frisch renovierte „Alexander von Humboldt“ im Europahafen. Am geplanten neuen Standort an der Bremer Schlachte ist derzeit eine große Wasser-Baustelle. Noch. Denn die Arbeiten für die Erweiterung des Martinianlegers sind so gut wie abgeschlossen. Die Hafengesellschaft Bremenports hat rund zwei Millionen Euro in den Pontonliegeplatz stromaufwärts des „Anlegers 1“ etwa in Höhe der Martinikirche investiert. Ab November wird die aus der Werbung als Beck’s-Schiff bekannt gewordene „Alex" dort auf Dauer festmachen. Sie soll ein neues Bremer Wahrzeichen werden.

Eigentlich war der Umzug des ehemaligen Segelschulschiffs mit den grünen Segeln bereits für Ende Juli geplant. Der Standortwechsel hatte sich aber verzögert, da die geplanten Umbauarbeiten am Martinianleger mehr Zeit in Anspruch nahmen. Zudem wurde die Baugenehmigung später als zunächst angenommen erteilt. Nun sagt Uwe Krebs, Teamleiter Hafeninfrastruktur bei Bremenports: „Das Grobe ist mittlerweile fertig.“

Vorgesehen ist derzeit, dass die Arbeiten gegen Ende September abgeschlossen werden. Ab Mitte Oktober verlässt die „Alexander von Humboldt“ dann ihren Platz im Europahafen. Im Industriehafen, genauer gesagt: im Holzhafen am Louis-Krages-Pier, wird das Schiff für den Transport vorbereitet. „Die Masten müssen mit einem 200-Tonnen-Kran umgelegt werden", erklärt Schiffs-Betriebsleiter Florian Peters. Dann können sie jedoch auch begutachtet und gestrichen werden.

Vorbereitungen für den Umzug sind aufwendig

Anschließend werden zwei Schlepper das Segelschiff mit Restaurant und Schlafräumen dann unter drei Brücken hindurch an die Schlachte ziehen. „Die Vorbereitungen für den gesamten Umzug sind sehr aufwendig“, sagt Peters.

Bislang lagen drei sogenannte Pontons (festverankerte Träger) an Dalben (Stahlrohren) am Martinianleger. Einer davon ist aufgearbeitet worden, ein neuer kam hinzu. Der erste Ponton vom „Pannekoekschip – Admiral Nelson“ aus flussaufwärts gesehen, also Richtung Weserwehr, wurde in die Bremer Boots- und Schiffswerft in Bremen-Nord gebracht und dort umgebaut. „Der Ponton wurde sicherheits- und anlagentechnisch aufgearbeitet und umgebaut“, erklärt Krebs. Umlaufende Absturzsicherungen wurden am vorderen und hinteren Teil angebracht, damit auf dem Schwimmkörper eine Außengastronomie möglich ist. Dort gibt es laut Peters dann Platz für bis zu 100 Personen.

Außerdem wurden Versorgungs- und Entsorgungsleitungen gelegt. „Im Ponton gibt es nun eine Fäkalienpumpe als Kompaktanlage, um die Entsorgung über den Anschluss an das Abwassernetz von Hansewasser mittels Druckrohrleitung sicherzustellen“, so Krebs. Das System wird über die neue bewegliche Zugangsbrücke und den neuen vorgelagerten „Balkon“ geführt. Eine neue Energieversorgung, vier Schaltschränke, in Höhe der Martinikirche versorgt die „Alex“ künftig mit Strom. Derzeit werden noch Leitungen in ein Leerrohrsystem eingezogen.

Betrieb auf der "Alex" beginnt im November

Zwischen die drei bisherigen Pontons ist ein weiterer gelegt worden, der in Hamburg bei der Sitas-Werft angefertigt wurde. Über die Elbe, Nordsee und Weser wurde dieser über das Wasser nach Bremen transportiert. Der Schwimmkörper liegt nun zwischen Ponton A und B, ist also vom Schiff aus flussaufwärts betrachtet der zweite. Nach Angaben von Bremenports ist der neue Ponton etwa 35 Meter lang und zehn Meter breit. Die 46,60 Meter lange „Alex“ wird im Bereich des nördlich liegenden Pontons festmachen. Alle Träger sind über Verbindungsbrücken miteinander verbunden.

Die Arbeiten an der Schlachte seien nicht einfach gewesen, da es zum Beispiel immer ein gewisses Restrisiko beim Einbringen der Stahlrohre in den Boden gebe. Insgesamt wurden sechs Rohre unterschiedlicher Durchmesser eingebracht. Diese wurden bis zu 13 Meter in den Weserboden gerüttelt und haben eine Gesamtlänge von bis zu 28 Metern. Neu ist eine Kombileuchte auf dem Anlegedalben, die keine externe Stromversorgung braucht, da sie eine Batterie hat, die sich aus Solar- und Windenergie speist. Somit ist die Auflage zur Beleuchtung des Dalbenkopfes bei Nacht sicher gestellt.

Damit nicht genug: Die Wesersohle musste für die renovierte „Alexander von Humboldt“ zusätzlich vertieft werden, damit der Kiel des Schiffes bei Niedrigwasser nicht auf Grund läuft. Ab November werde der Betrieb auf der „Alex“ eröffnet, eine größere Feier gebe es dann im kommenden Jahr, wenn die Temperaturen wieder steigen, so Betriebsleiter Florian Peters.

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