Bäder GmbH erhöht Preise zum Jahresstart Badespaß in Bremen wird teurer

Schwimmen in den Bädern der Bremer Bäder GmbH wird ab 1. Januar 2019 teurer. Geschäftsführerin Martina Baden kündigt eine "notwendige Erhöhung" der Eintrittspreise an.
18.12.2018, 16:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Pascal Faltermann

Der Besuch der Bremer Bäder wird ab dem kommenden Jahr teurer. Während die Politik fast das ganze Jahr über die Themen Schwimmen und Bäderkonzept diskutierte, erhöht die Bädergesellschaft fast schon traditionell die Preise. „Wir sprechen von einer notwendigen Erhöhung von 2,5 Prozent“, erläutert Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder, am Dienstag die gleiche Erhöhung wie im Vorjahr. Die gestiegenen Eintrittspreise gelten ab dem 1. Januar 2019 und seien auf höhere Betriebs- und Energiekosten zurückzuführen. Die Erhöhung sorgt parteiübergreifend in der Bremer Politik für Kritik.

Um den Betrieb der Bremer Bäder aufrechtzuerhalten, brauche man Strom, Wasser, Erdgas, Wärme und Kälte, erläutert Laura Schmitt, Pressesprecherin der Bremer Bäder. Die Kälte gelte für die Eissporthalle Paradice, die ebenfalls von Bädergesellschaft betrieben wird. Da diese Kosten steigen, müssten auch die Preise angepasst werden. Sparmöglichkeiten gebe es zum Beispiel mit der vor einiger Zeit eingeführten Bäderkarte, durch die es beim Schwimmen bis zu 21 Prozent, beim Saunieren bis zu 25 Prozent und bei der Buchung von Aqua-Training-Kursen fünf Prozent Rabatt gebe.

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Darüber hinaus könnten in allen Einrichtungen unter Vorlage eines entsprechenden Ausweises reduzierte Sondertarife in Anspruch genommen werden. „Wir sind nach wie vor bemüht, über Projekte wie ‚Kids in die Bäder‘ und diverse Kooperationen allen Menschen in der Stadt das Schwimmen oder auch die Teilnahme an Schwimmkursen zu ermöglichen“, sagt Baden. Durch die Erhöhung wird zum Beispiel die Einzelkarte im Südbad (für 2,5 Stunden unter der Woche) statt 5,30 nun 5,50 Euro kosten. Im Westbad wird das Einzelticket (von Montag bis Sonntag) von 4,70 auf 4,80 Euro erhöht.

SPD-Fraktion hält Preiserhöhung für den falschen Weg

„Ich hätte mir gewünscht, dass der Aufsichtsrat – gerade angesichts der Diskussion der vergangenen Monate – über eine moderatere Preiserhöhung nachdenkt und sie nicht einfach auf dem Niveau der vergangenen Jahre fortgesetzt wird", sagt Ingelore Rosenkötter (SPD). Ihre Fraktion halte die Preiserhöhungen generell für den falschen Weg. "Wir wollen, dass mehr Besucher, insbesondere Kinder, Jugendliche und Familien in die Bäder kommen", so Rosenkötter. Im Entwurf für das Wahlprogramm seien die Sozialdemokraten daher schon einen Schritt weiter und hätten das Ziel formuliert, dass ab 2020 der Eintrittspreis für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre auf einen Euro reduziert werden soll.

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Sozial benachteiligte Personen, Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern und Schwerbehinderte würden durch die Preiserhöhung besonders getroffen, kritisiert Cindi Tuncel von der Linksfraktion. "Und das in einer Stadt, in der jedes dritte Kind in einer Familie mit Hartz-IV-Bezug lebt. Diese Menschen werden von einem regelmäßigen Schwimmbadbesuch effektiv ausgeschlossen." Es sei kein Wunder, dass die Nichtschwimmer-Quoten bei Grundschulkindern in Gröpelingen und Tenever erheblich höher seien als in Schwachhausen. Notwendig wäre, dass der Senat den Zuschuss an die Bädergesellschaft erhöht und darüber die ermäßigten Preise ganz erheblich absenkt, damit sie wirklich ermäßigt sind", so Tuncel.

Entscheidung des Aufsichtsrates der Bremer Bäder

"Der Eintrittspreis ist bei der Schwimmfähigkeit von Kindern eine wichtige Variable", sagt Marco Lübke (CDU). Aus diesem Grunde habe die CDU-Fraktion in ihrem Antrag „Jedes Kind muss schwimmen lernen“ den Wegfall der Eintrittsgebühr für Kinder bis sechs Jahren gefordert. Dieser Antrag sei aber von Rot-Grün in der Deputation beerdigt worden. "Es ist es inakzeptabel, wenn die Wassergewöhnung und erste Schwimmerfahrungen für manche Familien an den Eintrittspreisen scheitern. Wie fatal mangelnde Schwimmfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen ist, haben wir im Sommer einige Male auf dramatische Weise erlebt", so Lübke.

Preisanpassungen seien nicht immer zu vermeiden, die Attraktivität der Bremer Bäder dürfe aber nicht aus den Augen verloren werden, schließlich seien die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Es sei eine Entscheidung des Aufsichtsrates der Bremer Bäder, sagt Mustafa Öztürk (Grüne). "Allerdings hätte ich mir als Weihnachtsgeschenk lieber gewünscht, dass die Preise stabil bleiben", so Öztürk, der sich dafür einsetzen will, dass in der nächsten Legislaturperiode bei den Haushaltsberatungen die Zuschüsse für die Bädergesellschaft "deutlich erhöht" werden, um die Preisgestaltung zu verbessern.

"Es ist das falsche Signal zur falschen Zeit", sagt Peter Zenner (FDP) im Hinblick auf die Diskussionen über Bäderkonzept und Schwimmfähigkeit von Kindern. Den Bürgerschaftsabgeordneten ärgert vor allem, dass Bremer-Bäder-Geschäftsführerin Martina Baden in mehreren Sitzungen der Sportdeputation diese Erhöhung nicht angekündigt habe. "Das kommt jetzt hintenherum", so Zenner, der sich in diesem Punkt mehr Offenheit gewünscht hätte.

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