Zeitplan für zahlreiche Projekte Wie die Baustellen in Bremen koordiniert werden

Wallring, Straßenbahnausbau oder Kanalarbeiten: 140 Baustellen haben Bauträger der Bremer Verkehrsbehörde gemeldet. Die Projekte sind zeitlich aufeinander abgestimmt worden, ein erster Zeitplan steht fest.
11.02.2021, 20:38
Lesedauer: 3 Min
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Wie die Baustellen in Bremen koordiniert werden
Von Pascal Faltermann

Schnee und Eis behindern an zahlreichen Baustellen in Bremen die Arbeiten. Der Wintereinbruch lässt Bagger, Betonmischer und Tieflader derzeit stillstehen. Wann es bei welcher Baumaßnahme losgeht, hängt aber nicht allein vom Wetter ab. Der Planung geht ein langwieriger Abstimmungsprozess voraus. Seit November fragen die Mitarbeiter der Baustellenkoordinierung bei allen relevanten Bauträgern die Projekte ab. Eine erste Übersicht hat das Verkehrsressort am Donnerstagnachmittag den Deputierten in einer Videokonferenz vorgestellt.

Wer meldet Baustellen beim Ressort an? Die verschiedenen Bauträger wie die Bremer Straßenbahn AG (BSAG), das Amt für Straßen und Verkehr (ASV), Hansewasser, Wesernetz, die Projektmanagementgesellschaft Deges oder die Deutsche Bahn haben ihre geplanten Bauprojekte angegeben. Erfasst werden die Maßnahmen im sogenannten Vorbehaltsnetz, das alle Bundesstraßen, Hauptverkehrsstraßen, Straßen auf denen der öffentliche Nahverkehr fährt, sowie weitere Straßen mit wichtiger Verkehrsbedeutung umfasst. Seit dem 1. Januar betreut die Autobahn GmbH des Bundes die Autobahnen und Bundesstraßen in Bremen. Die Koordinierung übernimmt aber vorerst weiter die entsprechende Abteilung im Verkehrsressort.

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Wie viele Baustellen sind es? Insgesamt haben die Träger der Behörde 140 Baustellen für 2021 gemeldet. Davon befinden sich elf außerhalb Bremens, 42 sind noch ohne Angaben von Art und Dauer sowie in Nebenanlagen. 14 Maßnahmen starten im Jahr 2022, 21 gehören zu den jährlichen sogenannten Erhaltungsmaßnahmen des Umweltbetriebs Bremen und des Amts für Straßen und Verkehr (ASV). Weitere 15 Maßnahmen sind bereits im Bau. Demnach sind 39 neue Baustellen für das Jahr 2021 angemeldet.

Wie wird koordiniert? Die Abfrage der geplanten Baumaßnahmen startete im vergangenen November. Die Behörde passte die Projekte dann zeitlich aufeinander an. Im Januar sind erste Konflikte (Terminkollisionen) mit den Bauträgern geklärt worden. Nachdem die Deputierten informiert sind, steht im April ein Baustellengipfel an, um Beteiligte und Verbände wie Handelskammer und City-Initiative einzubinden. Gabriele Schulenburg, Leiterin der Baustellenkoordination in der Verkehrsbehörde, weist in ihrer Präsentation darauf hin, dass es durch unvorhersehbare Umstände wie Wetterverhältnisse oder Notmaßnahmen, etwa defekte Versorgungsleitungen oder beschädigte Brücken, zu weiteren Verschiebungen kommen kann. Das Baustellenverzeichnis werde ständig fortgeschrieben.

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Die Baustellen in der Innenstadt: Für den Bereich Mitte ist innerhalb des Aktionsprogramms Innenstadt die Umgestaltung der Martinistraße aufgeführt. Die Arbeiten könnten im April starten. In diesem Jahr kommen Gleisbauarbeiten Am Brill (ab Juli) oder die neue Fahrradroute Wallring (ab Mitte des Jahres) hinzu. Die Baustellen an der Discomeile und am Schwachhauser Ring sollen fertig werden. In der Neustadt wird ebenfalls an einem Abschnitt der Fahrradroute Wallring gearbeitet. Größere Projekte sind dort zudem die Gleisbauarbeiten in der Osterstraße, Westerstraße und Langemarckstraße. In Walle wird am Osterfeuerberger Ring weiter der Kanal durch Hansewasser erneuert, ab Mitte des Jahres kommen die Straßenbauer.

Weitere Baustellen im Stadtgebiet: Bis es in der Neustadt und Obervieland mit dem Bauabschnitt 2/2 für den Ringschluss der A 281 losgeht, müssen laut der Planungsgesellschaft Deges zunächst die Habenhauser Brückenstraße und der Kirchweg saniert und ausgebaut werden. Bei beiden Baustellen laufen die Arbeiten – sie werden das ganze Jahr andauern. Im Bremer Süden steht mit der Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 bis Mittelshuchting ein Großprojekt an. Dort müssen erst Sträucher und Bäume entfernt werden, der Baubeginn könnte im Spätsommer 2021 erfolgen. An der Bundesstraße 75 zwischen Bremen und Delmenhorst erneuert die Deges die Brücke über der Varreler Bäke (Höhe der Landesgrenze). Auf der Autobahn 1 wird zwischen den Anschlussstellen Hemelingen und Mahndorf voraussichtlich ab Juli die Fahrbahn saniert. Der marode Teil der A 27-Lesumbrücke wird vom Wasser aus mit Stahl verstärkt. Ähnlich sieht es an der A 1-Weserstrombrücke aus, wo von unten Brückenbauwerk verstärkt wird. In Bremen-Nord soll ab Mitte 2021 die Bahnüberführung Hermann-Fortmann-Straße erneuert werden.

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