Großzelt in Blumenthal beschädigt

Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft

In Bremen-Blumenthal hat es einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft gegeben. Laut Innenbehörde ist der Schaden gering. Es habe sich aber nicht um ein zufälliges Feuer gehandelt.
26.09.2015, 14:04
Lesedauer: 2 Min
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Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft
Von André Fesser
Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft

Auf dieses Zelt in der Kreinslorgerstraße in Bremen-Blumenthal wurde am Sonnabend ein Anschlag verübt.

Christian Kosak

Bislang sind Flüchtlinge und Flüchtlingseinrichtungen in Bremen von fremdenfeindlichen Übergriffen verschont geblieben. Seit diesem Wochenende ist das nun anders.

Unbekannte haben in der Nacht zu Sonnabend versucht, ein für Flüchtlinge gedachtes Zelt im Stadtteil Blumenthal anzuzünden. Verletzt wurde niemand, das Zelt befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbau und war leer. Die Polizei sucht nun nach Zeugen. Führende Politiker aus Bremen verurteilten den Anschlag.

Laut Polizei hatten Arbeiter am Sonnabendmorgen Brandschäden am Fußboden des Großzeltes entdeckt. Offenbar hatten bislang noch unbekannte Täter von außen versucht, Bodenbretter und die Kunststoffkassetten einer Seitenwand mithilfe eines Brandmittels oder eines Brandbeschleunigers zu entzünden. Dabei wurde allerdings lediglich der Holzfußboden in Mitleidenschaft gezogen. Das Feuer griff nicht auf die Kunststoffkassetten über.

Staatsschutz ermittelt

An der Außenseite des Zeltes waren leichte Verrußungen zu erkennen. Das Feuer dürfte von allein ausgegangen sein. Laut Feuerwehr hat es in der Nacht keine Alarmierung gegeben, die für Bremen-Nord zuständige Wache 6 sei nicht informiert worden. Laut Innenbehörde ist der Schaden gering. Es habe sich aber definitiv nicht um ein zufälliges Feuer gehandelt, sagte eine Sprecherin. Brandermittler der Polizei und der Staatsschutz hätten die Ermittlungen aufgenommen. Am Sonnabendabend habe es aber noch keine Spur zu den Tätern gegeben.

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) zeigte sich ob des Ereignisses entsetzt: Glücklicherweise sei niemand zu Schaden gekommen. „Rechter Gewalt muss entschieden entgegengetreten werden“, sagte Sieling. Er hoffe, dass die Täter gefasst werden. Auch Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) verurteilte den Anschlag: „Angesichts der Tatsache, dass es beinahe jede Nacht in Deutschland brennt, müssen wir uns auch in Bremen auf solche Szenarien rechtsextremer Gewalt einstellen. Das hat die Polizei auch getan. Ich hoffe sehr, dass die feigen Kerle gefasst werden.“ Am Rande des Landesparteitages der SPD in der Vahr äußerte sich auch SPD-Landeschef Dieter Reinken: „Skandalös! Ich wünsche, dass es schnell gelingt, diese feigen Schweine hinter Schloss und Riegel zu bringen.“

Polizei denkt an mehr Streifen

Das Zelt in der Kreinsloger Straße soll eigentlich nur eine Übergangslösung sein, bis auf einer benachbarten Sportanlage feste Unterkünfte geschaffen wurden. Es gilt als nicht winterfest. Laut Polizei ist es trotz des Anschlages weiter nutzbar. Sie ermittelt nun wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung. Außerdem hat sie mit dem Inhaber des Zelts Kontakt aufgenommen. Er soll nun dafür sorgen, dass die Anlage besser geschützt wird. Denkbar wäre, dass dies mithilfe eines Zauns oder des Einsatzes eines Wachdiensts geschieht.

Auch die Polizei will sich in diesem Bereich nun stärker engagieren. „Wir sind angesichts der Flüchtlingslage schon sensibilisiert, jetzt sind wir es noch mehr“, sagte ein Sprecher. Es sei gut möglich, dass die Polizei auf ihren Streifen die Flüchtlingsunterkünfte noch stärker berücksichtigt als dies bislang schon der Fall ist.

Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0421 / 362-3888 entgegen.

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