Zelten als Protest Klimacamp in den Wallanlagen wird heute abgebaut

Zelten als Protest: Über ein Jahr campierten Klimaaktivisten zunächst vor dem Bremer Rathaus, später zogen sie in die Wallanlagen. Warum das Camp nun abgebaut wird.
21.06.2022, 08:54
Lesedauer: 1 Min
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Klimacamp in den Wallanlagen wird heute abgebaut
Von Patrick Reichelt

Nach mehr als einem Jahr wird das Klimacamp in den Wallanlagen abgebaut. Das Camp habe aktuell ausgedient, teilen die Organisatoren mit. "Nur selten finden noch Diskussionen statt", begründen die Aktivisten die Entscheidung. Auch würden kaum noch interessierte Menschen ins Camp kommen. Am Dienstag, 21. Juni, soll daher Schluss sein. Noch einen Tag zuvor kam es zu einem Zwischenfall im Camp: Eine 21-Jährige löste einen Brand aus, indem sie offenbar Holzreste anzündete. Verletzt wurde niemand, die Frau wurde in eine psychiatrische Einrichtung gebracht.

Die Zeltlager in Bremen und anderen Städten sind im vergangenen Jahr im Zuge der Corona-Pandemie entstanden, weil große Demonstrationen nicht möglich waren. Sie sollen Passanten auf den Klimawandel und die Versäumnisse der Politik aufmerksam machen. In der Vergangenheit wurden teilweise auch Vorträge und Workshops angeboten.

Zwar sei in den letzten Monaten viel erreicht worden, aber es dauere alles viel zu lange. "Wieder hat Bremen seine selbst gesteckten und notwendigen Klimaziele nicht erreicht", heißt es in der Mitteilung der Klimaaktivisten weiter.

Seit April 2021 findet das Klimacamp in Bremen ohne Winterunterbrechung statt. Bis Oktober standen die Zelte gegenüber der Bürgerschaft in einer Ecke des Bremer Rathauses. Wegen Sanierungsarbeiten zog das Camp anschließend in die Wallanlagen gegenüber der Kunsthalle um.

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Der prominente Standort am Rathaus war von Anfang an umstritten. Mehrfach hatten die Klimaaktivisten bekundet, nicht weichen wollen. Der Grasmarkt am Rathaus sei ein optimaler Ort, um mit den Menschen in den Dialog zu kommen, argumentierten die Aktivisten.

Bei einem Rechtsstreit gegen die Klimacamper hatte die Innenbehörde im April des vergangenen Jahres den Kürzeren gezogen, seither wurde immer mal wieder Kritik am Standort laut. Im November folgte dann der Umzug in die Wallanlagen.

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