Reden zum Download Bremen nimmt Abschied von Christian Weber

1300 Menschen haben den verstorbenen Bürgerschaftspräsidenten Christian Weber verabschiedet. Bürgermeister Carsten Sieling würdigte Weber in seiner Rede - diese und weitere finden Sie im Text zum Download.
20.02.2019, 08:04
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Bremen nimmt Abschied von Christian Weber
Von Nina Willborn

Mit einem Trauergottesdienst und Staatsakt haben Bremer Politik und Gesellschaft, aber auch viele Bürger am Mittwoch im St.-Petri-Dom dem langjährigen Bürgerschaftspräsidenten Christian Weber die letzte Ehre erwiesen. Der SPD-Politiker war am 12. Februar im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Etwa 1300 Menschen kamen zur öffentlichen Trauerfeier, darunter neben Webers Angehörigen und Freunden auch Senatoren, Abgeordnete und Vertreter der Parlamente unter anderem aus Niedersachsen und Bayern sowie aus Bremens Partnerstädten. Auch die ehemaligen Bürgermeister Klaus Wedemeier, Henning Scherf und Jens Böhrnsen waren in den Dom gekommen. Die Traueransprachen hielten Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), Bürgerschaftsvizepräsident Frank Imhoff (CDU), Robert Karpel als Abgesandter aus Haifa und Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft.

Sie alle kannten Weber seit Jahren, waren aber auch über das Berufliche hinaus mit ihm verbunden. Das gilt auch für Dom-Pastor Peter Ulrich, der als eine seiner letzten Amtshandlungen vor seinem Ruhestand auf Wunsch der Familie die Trauerpredigt hielt. Im Anschluss an die Feier im Dom gedachten Christian Weber in privaterem Rahmen Abgeordnete und Mitarbeiter zusammen mit der Familie und Freunden in der Bürgerschaft.

Der Pastor drückte das Gefühl vieler Anwesenden aus

„Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“: Unter den Vers aus dem 2. Timotheus-Brief im Neuen Testament stellte Ulrich seine Predigt, in der er auch an Webers christliche Überzeugung erinnerte. „Er war ein streitbarer Christ, wie er auch ein streitbarer Demokrat war“, sagte Ulrich. Der Pastor drückte auch das Gefühl vieler der Anwesenden aus. „Christian Weber fehlt uns. Er fehlt seiner Familie, seinen Freunden, er fehlt uns Bremerinnen und Bremern, er fehlt in Haifa, er fehlt an allen Ecken und Enden. Unser Herz ist voll Trauer.“ Die vollständige Predigt von Pastor Ulrich finden Sie hier zum Nachlesen und Herunterladen.

Bürgermeister Sieling würdigte den Verstorbenen, der qua Amt Bremens höchster staatlicher Repräsentant gewesen war, als leidenschaftlichen Parlamentarier und Demokraten, der aber nie nach den vermeintlich höheren bundespolitischen Weihen strebte, sondern sich am wohlsten zu Hause fühlte, in seinem Bremen. „Die Berufung zum Bürgerschaftspräsidenten 1999 wurde seine wahre Berufung“, sagte Sieling. Weber habe das Parlament geöffnet, ihm durch viele Veranstaltungen wie Ausstellungen und Lesungen ein neues, bürgernahes Gesicht gegeben. „Christian Weber hat Politik gelebt wie kaum ein anderer.“ Die komplette Rede des Bürgermeisters finden Sie hier.

Auch Imhoff betonte sichtlich bewegt Webers Engagement für die Bremer. „Für Jung und Alt und das über alle Parteigrenzen hinweg: Er hatte für jeden ein offenes Ohr. Und vor allem ein großes Herz für die Nöte und Probleme der Menschen in unseren beiden Städten.“ Als Mahner habe Weber immer wieder dazu aufgerufen, die Demokratie zu verteidigen und die Würde des Parlamentes zu bewahren. „Das war seine Mission“, sagte Imhoff. Die komplette Rede des Bürgerschaftsvizepräsidenten finden Sie hier.

Lesen Sie auch

Der Israeli Robert Karpel und Webers Hamburger Amtskollegin Veit stellten persönliche Erinnerungen ins Zentrum ihrer Gedenkansprachen. Karpel betonte Webers Entschlossenheit und seinen Mut, nicht nur im Umgang mit seiner langjährigen Krankheit. Karpel: „Er war der Einzige aus all unseren Partnerstädten, der, während Haifa 2006 unter massivem Beschuss stand, allein in seiner Partnerstadt erschien, um das Leiden der Bürger vor Ort mit zu empfinden.“ Die komplette Rede des Abgesandten aus Haifa finden Sie hier.

Veit sprach von Webers Haltung, die sie in rund acht Jahren gemeinsamer Amtszeit bewundert habe: „Das Verbindende suchen, Gräben überwinden und gemeinsam etwas gestalten.“ Sie erinnerte auch daran, dass Weber als Bürgerschaftspräsident durchaus nicht immer der Linie seiner Partei folgte. „Unbeirrt, unbeeindruckt und untadelig, auch dann, wenn es der eigenen Partei und dem eigenen Senat nicht ganz in den Kram passte.“ Die Rede der Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft finden Sie hier.

Lesen Sie auch

Beim Empfang in der Bürgerschaft richteten bei Butterkuchen und Kaffee neben Witwe Katharina Weber-Brabant auch Vizepräsidentin Sülmez Dogan (Grüne) und Ronald-Mike Neumeyer, Webers Freund und ehemaliger Bausenator, Worte an die Trauernden. Im Beisein seiner Familie wird Christian Weber an diesem Donnerstag beerdigt.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+