Mittwoch drohen Behinderungen Weiterer Warnstreik bei der BSAG

Auch in der kommenden Woche droht Stillstand im öffentlichen Nahverkehr. Am Mittwoch legen die Beschäftigten der BSAG erneut die Arbeit nieder.
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Weiterer Warnstreik bei der BSAG
Von Nico Schnurr

In der kommenden Woche müssen sich die Bremer erneut auf Stillstand im Nahverkehr einstellen. Für nächsten Mittwoch hat die Gewerkschaft Verdi Warnstreiks in Bremen und Niedersachsen angekündigt. Damit dürften alle Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahnen AG (BSAG) ein weiteres Mal für einen ganzen Tag ruhen. Schon in dieser Woche hatten die etwa 2000 Beschäftigten des kommunalen Verkehrsunternehmens ihre Arbeit von 3 Uhr am Dienstag bis 3 Uhr am Mittwoch niedergelegt.

Verdi hatte zum Streik aufgerufen, weil die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände bislang nicht bereit gewesen ist, mit der Gewerkschaft über einen bundesweiten Tarifvertrag im Nahverkehr zu verhandeln. Der Warnstreik am Dienstag sollte den Druck auf die Arbeitgeber-Vertreter erhöhen – scheinbar ohne Erfolg. De Arbeitgeberverbände lehnen Verhandlungen weiterhin ab. Verdi will nun mit erneuten Warnstreiks reagieren.

„Es gibt geeignetere Zeitpunkte“

„Wer angesichts der Situation der Beschäftigten den Kopf in den Sand steckt“, betont die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle, „der spielt in unverantwortlicher Weise mit der Gesundheit der Beschäftigten, dem Vertrauen der Fahrgäste in einen funktionierenden ÖPNV und provoziert weitere Streiks.“

Schon über den ersten Streik war man bei der BSAG nicht glücklich. „Wenn wir uns es aussuchen könnten, hätten wir gerne darauf verzichtet“, sagte Unternehmenssprecher Jens-Christian Meyer. Nach den ersten Monaten in der Corona-Krise kehre das Vertrauen in den ÖPNV gerade erst zurück, man stehe bei 70 Prozent der sonst üblichen Auslastung. Da kämen Warnstreiks zu einem unpassenden Moment. „Es gibt sicherlich geeignetere Zeitpunkte für einen Streik“, betonte Verkehrssenatorin und BSAG-Aufsichtsratsvorsitzende Maike Schaefer (Grüne), „wir versuchen ja gerade, das Vertrauen der Fahrgäste wiederzugewinnen, das durch die Corona-Pandemie zum Teil verloren gegangen ist.“

Verdi wollte das nicht gelten lassen. Das Vertrauen in den Nahverkehr nehme nicht wegen eines Warnstreiks ab, sagte Gewerkschaftssekretär Franz Hartmann, sondern weil die schlechten Arbeitsbedingungen dazu führten, dass die Busse und Bahnen sich verspäteten und die Fahrzeuge dreckig seien. „Wir werden uns nicht so einfach abspeisen lassen“, sagte BSAG-Betriebsrat Dennis Stahmann am Dienstag, „wir sind bereit für weitere Streiktage in den nächsten Wochen.“

Zugverkehr nicht betroffen

Am kommenden Mittwoch werden im Verdi-Landesbezirk Niedersachen-Bremen etwa 6000 Beschäftigte vom Streik betroffen sein, heißt es, neben der BSAG auch die kommunalen Verkehrsbetriebe in Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Wolfsburg, Göttingen und Goslar. Erneut dürfte die Arbeit von Dienstbeginn bis Dienstende unterbrochen werden: Von 3 Uhr am Mittwoch bis 3 Uhr am Donnerstag soll der öffentliche Nahverkehr stillstehen. „Wir wollen nachlegen“, sagt Gewerkschaftssekretär Hartmann, „den Arbeitgeberverbänden muss klar werden: Die ersten Streiks sind keine Eintagsfliege.“

Die Züge, die etwa Pendler aus dem Umland nach Bremen bringen, werden aber auch am Mittwoch planmäßig unterwegs sein. Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) erwartet keine Einschränkungen, die Mitgliedsunternehmen sind nicht betroffen. Firmen wie die Nordwestbahn oder die Metronom Eisenbahngesellschaft bleiben von den Streiks weiterhin unberührt. Auch die Regionalbusse, die Fahrten nach Bremen anbieten, sollen am Mittwoch wie gewohnt im Einsatz sein.

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