Infrastruktur soll weiter ausgebaut werden

Fahrradfahren in Bremen: 450.000 Fahrten an einem Tag

Die Bremerinnen und Bremer fahren gerne und viel Fahrrad – etwa ein Viertel aller Wege legen sie mit dem Rad zurück. Die Zahlen verraten genauere Details.
06.07.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Fahrradfahren in Bremen: 450.000 Fahrten an einem Tag
Von Lisa Urlbauer
Fahrradfahren in Bremen: 450.000 Fahrten an einem Tag

Im Fahrradklima-Test 2019 des ADFC hat Bremen den ersten Platz unter den Großstädten belegt.

Christina Kuhaupt

In keiner anderen deutschen Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern nutzen Menschen das Rad so viel wie in Bremen. Etwa ein Viertel aller Wege legen Bremerinnen und Bremer mit dem Fahrrad zurück.

Das entspricht mehr als 450.000 Radfahrten an einem durchschnittlichen Werktag. Im internationalen Vergleich belegt die Hansestadt damit Platz drei: Lediglich in Kopenhagen (35 Prozent) und Amsterdam (30 Prozent) wird noch mehr geradelt. Das geht aus einer Erhebung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) von 2013 zur Mobilität in großen europäischen Städten hervor.

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Foto: WESER-KURIER / Illustration & Montage: Josie Majetic

Vor Hannover und Leipzig

Als Fahrradstadt ist Bremen auch ausgezeichnet: Im Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hat Bremen im vergangenen Jahr den ersten Platz unter den Großstädten belegt und Hannover und Leipzig hinter sich gelassen.

Radfahrende bewerteten 638 Städte in Deutschland; knapp 1000 Bremer nahmen an der Umfrage teil. Der nächste Fahrradklima-Test des ADFC startet im September.

Die Fahrrad-Infrastruktur der Stadt soll aber noch weiter ausgebaut werden: Ende Juni gab Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) bekannt, dass die Straße Am Wall zu einem Premium-Fahrradweg wird. Fünf Millionen Euro soll die Umgestaltung kosten.

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Die Entwicklung solcher Premium-Routen ist ein wesentliches Instrument des Verkehrsentwicklungsplans Bremen 2025, der von der Bürgerschaft 2014 einstimmig beschlossen wurde. Im November vergangenen Jahres hat die Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung ein Konzept vorgelegt, wie die Verkehrswende konkret umgesetzt werden soll.

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Foto: WESER-KURIER / Illustration & Montage: Josie Majetic

Radverkehr stärken, Emissionen reduzieren

Zwei Quartiere denken Verkehr bereits neu: die Alte Neustadt und der Ellener Hof. Die Ziele: Radverkehr stärken, Emissionen reduzieren, Lebensqualität erhöhen. Das „Fahrradmodellquartier“ in der Alten Neustadt wurde 2018 als bundesweites Pilotprojekt mit dem Fahrradpreis des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ausgezeichnet.

Im „Fahrradquartier Ellener Hof“ wird gerade eine Verleihstation im „Bruderhaus“ der Bremer Heimstiftung aufgebaut. Dort sollen Anwohner die verschiedensten Fahrradtypen für wenig Geld leihen können – vom Kinderrad bis zum Tandem.

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