Bis zu 5000 Impfungen täglich Bremens neues Impfzentrum am Brill ist eröffnet

Allein mehr als 200.000 Booster-Impfungen stehen laut Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte bis Weihnachten an: Ein großer Teil davon soll in dem neuen Impfzentrum am Brill verabreicht werden.
03.12.2021, 11:46
Lesedauer: 3 Min
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Bremens neues Impfzentrum am Brill ist eröffnet
Von Sabine Doll

Elias Lindner blickt auf den Monitor. Seit etwa einer Viertelstunde sitzt er im Wartebereich in der zweiten Etage des ehemaligen Sparkassengebäudes. Alle Stühle sind besetzt. Der 24-Jährige gehört zu den ersten, die an diesem Freitag im neuen Impfzentrum am Brill ihre Spritze gegen Covid-19 bekommen. Etwa 1000 Geimpfte werden es am Abend sein, wenn die Türen des Zentrums an der Brill-Kreuzung um 20 Uhr wieder geschlossen haben. „Ich bekomme den Booster“, sagt der Bremer. „Alle sollten sich impfen lassen. Wenn jeder sich und sein Umfeld schützt, kommen wir hoffentlich bald aus dieser Lage raus.“

5000 Impfungen täglich sollen in dem neuen Impfzentrum möglich sein, sieben Tage in der Woche ist es von 8 bis 20 Uhr geöffnet. „Bis Weihnachten stehen mehr als 200.000 Booster-Impfungen an, das ist eine riesige Herausforderung“, sagt Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) bei der Eröffnung. Ein großer Teil davon soll in dem früheren Sparkassengebäude verabreicht werden – neben Impfstellen, mobilen Impftrucks und Arztpraxen. „Wir planen erst einmal fest bis Ende Januar mit diesem Standort“, so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Bis dahin laufe zunächst die Vereinbarung mit den israelischen Brüdern Pinchas und Samuel Schapira. Die Eigentümer des Gebäudes überlassen es der Stadt mietfrei, nur Kosten für Strom, Heizung und Wasser müssen bezahlt werden.

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„35 Impfstraßen gibt es insgesamt, neun haben wir an diesem Freitag in Betrieb“, sagt Julian Thies vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Johanniter-Unfall-Hilfe betreibt der ASB das Zentrum im Auftrag der Gesundheitsbehörde. Was die Hilfsorganisationen derzeit besonders umtreibt, ist die Suche nach Personal. „Für den Betrieb werden insgesamt etwa 1000 Beschäftigte benötigt. Das sind neben medizinischen und pharmazeutischen Fachkräften, Lotsen, Ärztinnen und Ärzten, Personal für Verwaltung, Logistik und Lagerung“, sagt Peter Zeugträger vom DRK. „Vor Kurzem mussten wir Personal wegen der Schließung der Impfzentren gehen lassen“, sagt Johanniter-Vorstand Andreas Setzer. „Aber es läuft.“ Laut der Unternehmensinitiative „Bremen impft“, die bei der Akquise unterstützt, haben sich bislang gut 700 Interessierte gemeldet, deren Bewerbungen weitergeleitet würden.

„Leider sind wir von Lieferverzögerungen des Biontech-Impfstoffs überrascht worden“, sagt Jutta Dernedde, Leiterin des Impfzentrums. Der Impfstoff werde für unter 30-Jährige und für Schwangere gebraucht, über 30-Jährige erhielten in der Regel das Mittel von Moderna. „Das ist ein sehr, sehr guter Impfstoff.“ Dernedde kritisiert die „mehr als verunglückte Kommunikation“ aus dem Bund dazu.

Die neuen Corona-Regeln und die vierte Welle hätten auch beim Spitzenreiter Bremen einen Impfschub ausgelöst: „Zuvor hatten wir etwa 100 Erstimpfungen am Tag, jetzt sind es 250.“ Ab Montag sollen laut Dernedde zwölf Impfstraßen in dem neuen Zentrum in Betrieb sein, nach und nach werde hochgefahren.

Astrid Herting begutachtet mit einem Kollegen die vorbereiteten Spritzen. Dort, wo in dem Bankhaus früher Geld hinter Sicherheitsglas ausgezahlt wurde, wird jetzt der Impfstoff aufbereitet und aufgezogen. „Dabei gilt mindestens das Vier-Augen-Prinzip, je zwei Kontrollen gibt es“, sagt die Leitende Apothekerin des Impfzentrums. In der nächsten Schale, die zu den Kabinen transportiert wird, liegt die Spritze für Elias Lindner. Der 24-Jährige hat das ärztliche Aufklärungsgespräch abgehakt – und den Ärmel des linken Arms hochgerollt. Nach wenigen Sekunden ist alles erledigt – der junge Mann ist frisch geboostert. „Weihnachten kann kommen“, sagt er.

Bewerbungen für das Impfzentrum und die Impfstellen

Medizinische Fachkräfte und anderes Personal können sich direkt bei den Hilfsorganisationen bewerben: Johanniter-Unfall-Hilfe (Mail: personal.nb@johanniter.de), Arbeiter-Samariter-Bund (Website: www.asb-bremen.de/Coronahelden), Deutsches Rotes Kreuz (Website: www.drk-bremen.de/stellenanzeigen). Die Initiative "Bremen impft" unterstützt mit einem Aufruf unter www.bremen-impft.de, sie sammelt Bewerbungen und leitet sie unter anderem an die Hilfsorganisationen weiter.

Terminvergabe für Impfungen

Termine für Erst-, Zweit- und Dritt-Impfungen für das Impfzentrum und die Impfstellen können unter www.impfzentrum.bremen.de vereinbart  werden. Weitere Informationen dazu gibt es auch bei der Hotline unter Telefon Hotline 0421/5775-1177.

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