Übertragung durch Schiffsverkehr

Bremer Häfen stufen Coronavirus-Gefahr als gering ein

Ausschließen kann man natürlich nichts, aber die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass das Virus über den Schiffsverkehr nach Europa gelangt. So die Aussagen des Hafenkapitäns Andreas Mai.
29.01.2020, 19:47
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Häfen stufen Coronavirus-Gefahr als gering ein
Von Peter Hanuschke
Bremer Häfen stufen Coronavirus-Gefahr als gering ein

Andreas Mai ist Hafenkapitän und Leiter des Hafenamtes der Hansestadt Bremen.

Christina Kuhaupt

Stand heute gibt es noch keine besonderen Maßnahmen, was das Einlaufen von Schiffen aus China in die bremischen Häfen im Zusammenhang mit dem Coronavirus angeht, sagte Hafenkapitän Andreas Mai auf Nachfrage des WESER-KURIER. Angeordnet werden müssten sie ansonsten von der Gesundheitssenatorin. Das Hafengesundheitsamt wäre für die Ausführung zuständig, wobei dabei dann auch die Hafenbehörde miteinbezogen würde.

Derzeit werde die Gefahr als gering eingestuft, dass der Virus über den Schiffsverkehr nach Deutschland eingeführt werden könne, so Mai. Denn es gebe ja keinen direkten Linienverkehr zwischen den bremischen Häfen und China. „Die Schiffe laufen immer europäische Vorhäfen an.“ Hinzu komme die mehrwöchige Überfahrt, die länger als die Inkubationszeit sei. Gänzlich auszuschließen sei es natürlich nicht, dass Seeleute die Krankheit nach Europa mitbringen.

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„Es könnte ja auch ein Seemann mit dem Flugzeug nach Europa fliegen und in Rotterdam oder anderswo aufs Schiff gehen.“ Besondere Maßnahmen für Häfen gebe es derzeit auch nicht in den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Grundsätzlich müssten Schiffe vorm Einlaufen auch eine Seegesundheitserklärung abgeben. Darauf seien quasi der Gesundheitszustand der gesamten Mannschaft beziehungsweise Auffälligkeiten festgehalten. Und diese vom Kapitän unterzeichnete Erklärung werde von der Hafengesundheitsbehörde geprüft.

Auch der Bremer Flughafen hat keine Direktverbindungen nach und aus China. Passagiere können also nur über europäische Drehkreuze nach Bremen reisen. In Deutschland gebe es fünf Flughäfen, die speziell bei Krankheitsverdachtsfällen an Bord angeflogen werden, so Flughafensprecherin Andrea Hartmann. Dies seien Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin und München. „Natürlich ist auch der Bremer Flughafen durch seine Notfallpläne für Krankheitsverdachtsfälle gerüstet.“ Die Pläne seien mit den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und dem Gesundheitsamt Bremen abgestimmt, wobei das Gesundheitsamt dabei die zuständige Stelle sei.

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Von Seiten der Bremer Handelskammer gibt es keinen Empfehlungskatalog, wie man sich als Unternehmen verhalten soll, das beispielsweise Mitarbeiter in China hat, ob diese zurückkehren oder Mitarbeiter von Bremen aus dorthin fliegen sollen. „Jeder Unternehmer wird von sich aus verantwortungsvoll genug handeln“, sagte Volkmar Herr, bei der Handelskammer Bremen für den Bereich Internationales verantwortlich.

„Ins betroffene Gebiet würde ich jetzt keinen Mitarbeiter hinfliegen lassen“, so Herr. Und wenn das nicht möglich sei, nur unter Bedingungen, die das Risiko einer Ansteckung auf ein vertretbares Maß minimierten. Bei Mitarbeitern, die aus China kämen, wäre es sicherlich sinnvoll, dass diese, wenn möglich, zunächst von Zuhause aus arbeiteten.

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