Nach Abbruch der Ausschreibung

Bremer Senat für zügigen Bau der „Polarstern II“

Bremen drängt den Bund, den Neubau eines deutschen Forschungseisbrechers für Expeditionen in die Polarregionen voranzutreiben. Der Senat reagiert damit auf den Abbruch der Ausschreibung für die „Polarstern II“.
14.03.2020, 05:00
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Bremer Senat für zügigen Bau der „Polarstern II“
Von Jürgen Theiner
Bremer Senat für zügigen Bau der „Polarstern II“

Die "Polarstern" ist seit 1982 im Dienst der deutschen Polarforschung unterwegs. Wann ein Nachfolgebau auf Kiel gelegt wird, ist nach wie vor unklar.

Stephan Schoen/Alfred-Wegener-Institut, AWI/dpa

Der Senat tritt dafür ein, dass der Bund „möglichst zügig und noch im Kalenderjahr 2020“ den Neustart der Ausschreibung für den Bau eines neuen Forschungseisbrechers auf den Weg bringt. So steht es im Entwurf einer Senatsantwort auf eine entsprechende Anfrage der FDP-Bürgerschaftsfraktion. Die Liberalen hatten einen Sachstandsbericht erbeten, nachdem der Bund im Februar das bereits vier Jahre dauernde Ausschreibungsverfahren für die „Polarstern II“ abgebrochen hatte.

Die Landesregierung war nach eigenen Angaben in keiner Weise in die Entscheidung des Bundes einbezogen. Aus der Senatsantwort wird auch recht deutlich, dass man über den Projektstillstand alles andere als begeistert ist. Denn seit der Empfehlung des Wissenschaftsrates für einen Neubau sind mittlerweile zehn Jahre vergangen. „Eine weitere Verzögerung beim Neubau des Forschungsschiffs ,Polarstern II' wäre kritisch zu bewerten“, schreibt der Senat. Bis 2027 müsse das Schiff gebaut und an das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut übergeben sein, denn dann ende die Betriebserlaubnis für die 1982 in Dienst gestellte „Polarstern“.

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Die laufenden und derzeit geplanten Forschungsprojekte könnten mit dem alten Eisbrecher noch bewältigt werden, dann werde definitiv ein neues Schiff gebraucht. Die Alternative – eine Generalüberholung der „Polarstern“ – hält der Senat für keinen gangbaren Weg. Eine solche Modernisierung würde nach ersten Schätzungen mehr als 300 Millionen Euro kosten. Dabei sei fraglich, ob dies mit dem vorhandenen Schiffskörper überhaupt möglich ist.

Hinzu komme, dass Ersatzteile für die 38 Jahre alten Systeme immer schwerer zu bekommen seien „und dies in eine weitere Zunahme der Reparaturkosten mündet“, wie das Häfenressort in der Senatsantwort formuliert. Letztlich könne nur mit einem Neubau „das hohe internationale Ansehen und die Führungsrolle des Alfred-Wegener-Instituts und damit des Landes Bremen innerhalb der internationalen Spitzenforschung für polare und klimarelevante Fragen aufrechterhalten werden“.

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