Partys am Sielwall Corona-Verstöße: Mäurer will Konsequenzen ziehen

Nach zahlreichen Verstößen gegen Corona-Regeln am Wochenende in Bremen kündigt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) Konsequenzen an. Er will konkrete Vorschläge in der Senatssitzung am Dienstag diskutieren.
15.06.2020, 16:56
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Corona-Verstöße: Mäurer will Konsequenzen ziehen
Von Pascal Faltermann

Bereits in der vergangenen Woche hatte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) damit gedroht, eine Sperrstunde ab 1 Uhr morgens oder ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol nach Mitternacht zu erwägen. Weil es am Wochenende nun zu zahlreichen Verstößen gegen Abstands- und Hygieneregeln gekommen ist, will der Senator darauf reagieren. „Die Einsatzlage am Wochenende vor allem in den Nachtstunden bestärkt mich darin, daraus Konsequenzen zu ziehen", sagt Mäurer. Er will mit konkreten Vorschlägen am Dienstag in die Sitzung des Senats gehen. Dort muss dem zugestimmt werden.

Mehrere hundert Menschen hatten in den Nächten zu Sonnabend und zu Sonntag an der Sielwallkreuzung, der Schlachte oder am Osterdeich gefeiert. Dabei kam es zu zahlreichen Polizeieinsätzen. Zahlreiche Kneipenbesitzer und Barbetreiber kritisieren unterdessen die Arbeit von Ordnungsdienst und Polizei.

„Wir dürfen unsere neuen Freiheiten nicht durch das bierselige unbekümmerte Verhalten bestimmter Gruppen aufs Spiel setzen", sagt Innensenator Mäurer. Klar sei, dass die Behörde größere Menschenansammlungen nicht mit Polizeieinsätzen auflösen werde. "Dies hätte nur Solidarisierungseffekte zur Folge sowie die nächste, womöglich dann auch aggressiv aufgeladene Ansammlung eine Straßenecke weiter", sagt Mäurer. Am Ende könne man nur weitere Ansteckungen mit dem Corona-Virus verhindern, wenn die Menschen aus Einsicht und Überzeugung nicht zu übermütig werden.

Bremer Wirte und Kneipiers sind verärgert über die Situation und beobachten die öffentlichen Geschehnisse der letzten Wochenenden an der Sielwallkreuzung und anderen Brennpunkten mit Sorge. Vor allem die gastronomischen Anlieger der Sielwallkreuzung fühlen sich im Stich gelassen. „Es wird mit zweierlei Maß gemessen“, sagt Jakob Humbert von der Heldenbar. Gastronomen müssten sich an Regeln halten, werden ständig kontrolliert und bekommen Strafen angedroht und nur ein paar Meter weiter werde gefeiert, als gäbe es kein Morgen und kein Corona mehr.

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