Millionenprojekt in Bremer Innenstadt

Domshof-Plan nimmt Fahrt auf

Der Bremer Domshof soll in zwei Jahren ein neues Antlitz haben. Im oberen Bereich könnten sich Marktstände versammeln. Unten soll es Wasserspiele und Bänke geben, Fassaden sollen illuminiert werden.
29.05.2017, 17:21
Lesedauer: 3 Min
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Domshof-Plan nimmt Fahrt auf
Von Jürgen Hinrichs

Der Bremer Domshof soll in zwei Jahren ein neues Antlitz haben. Im oberen Bereich könnten sich Marktstände versammeln. Unten soll es Wasserspiele und Bänke geben, Fassaden sollen illuminiert werden.

Es geht voran, ein Millionenprojekt, und wenn es tatsächlich gelingen sollte, wird der Domshof in spätestens zwei Jahren ein vollkommen neues Antlitz haben. Nachdem sich im Januar nach einem Jahr Vorbereitung eine Gruppe von Anrainern des zentralen Platzes in der Innenstadt mit Vertretern der Politik, von Behörden und der Wirtschaft getroffen hatte und sich mit ihnen auf ein gemeinsames Vorgehen einigen konnte, liegen jetzt die konkreten Vorschläge für die Umgestaltung des Domshofes vor. Sie werden so vorbereitet, dass sich ab Dezember die parlamentarischen Gremien mit dem Projekt befassen können. Bis zum Frühjahr 2019, so die Hoffnung aller Beteiligten, sollte der Plan in Erfüllung gehen.

Ideengeber ist ein Büro für Landschaftsplanung aus dem süddeutschen Kranzberg. Es war von den Anrainern des Domshofes beauftragt worden. Die Planer unterteilen den Platz in ein Oben und ein Unten. Im oberen Bereich sollen sich rund um den markanten Neptunbrunnen sämtliche Stände des Wochenmarktes versammeln. Zurzeit stehen dort allein die Marktwagen mit den Essensangeboten. Der Markt wird auf diese Weise konzentriert und komprimiert und wirkt dann vor allem an den ersten Tagen der Woche, wenn vergleichsweise wenig los ist, nicht mehr so trist. Der Großmarkt-Chef Uwe Kluge hatte einmal von einem „ausgefransten Erscheinungsbild“ gesprochen.

Wasserspiel und illuminierte Fassaden

Um den Brunnen herum sollen weitere Bäume gepflanzt werden. Die Landschaftsplaner sprechen von einem „Hain“. Sollte der Markt irgendwann größer werden, weil er an Attraktivität gewonnen hat, kann er Richtung Dom und Rathaus wachsen.

Der untere Bereich des Platzes mit dem Café Alex am Rand soll im wahren Sinne des Wortes bespielt werden. So sieht das jedenfalls der Entwurf vor. Aus dem Boden schießt Wasser, es sind lauter kleine Fontänen. Ein flexibles Konzept, denn wenn der Domshof mal wieder für eine Kundgebung benötigt wird wie zuletzt am 1. Mai, ruht das Wasserspiel. Wesentlich ist außerdem noch, dass der gesamte Platz von Sitzbänken flankiert wird und die Fassaden der Häuser reihum illuminiert werden.

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Die Federführung bei Planung und Koordination hat die Parkhausgesellschaft Brepark übernommen. „Es ist ein tolles Projekt für die Bremer Innenstadt und diesen sehr prominenten Platz“, sagt Brepark-Chefin Erika Becker. Nicht unterschätzen dürfe man allerdings die Komplexität. Alles Mögliche, so Becker, was im Zusammenhang mit der Neugestaltung beachtet werden müsse – die verkehrliche Anbindung, die gesamte Erschließung, Wasserleitungen, Stromanschlüsse und die Frage, was sich auf dem Platz mit dem verträgt, was darunter ist. Der Domshof hat einen riesigen Bunker, der zugänglich bleiben muss. „Den Bunker selbst packen wir nicht an, wir wollen das Projekt nicht unnötig beschweren und uns auf das Machbare konzentrieren.“

Beirat befasst sich im Herbst mit den Plänen

Neben den Landschaftsplanern sei wegen der vielen technischen Herausforderungen auch ein Ingenieurbüro beauftragt worden. „Beide Angebote liegen uns jetzt vor und werden aufeinander abgestimmt“, erklärt Becker.

Im Herbst soll sich nach dem Zeitplan der Brepark-Chefin der zuständige Beirat Mitte mit den Plänen befassen. Stark involviert seien auch die beiden Senatsressorts Wirtschaft und Bau, das Amt für Straßen und Verkehr, der Großmarkt und der Umweltbetrieb Bremen. Eine besondere Rolle kommt weiterhin den Anrainern des Domshofes zu. Sie haben das Projekt initiiert und werden es bis zum Ende begleiten.

Zur Gruppe gehören unter anderem die Bremer Landesbank, die Domgemeinde, die Maklerfirma Robert C. Spieß und der Projektentwickler Stefes, der am Domshof seit einem halben Jahr die Markthalle 8 betreibt. Wie heute bereits an der Planung, werden sich die Anrainer später auch an den Kosten beteiligen. „Es wird eine Mischung aus privater und öffentlicher Investition“, kündigt Becker an.

200 000 Euro Baukosten vor sechs Jahren

Zuletzt ist der Domshof vor sechs Jahren angefasst worden. Es hatte damals zwei Jahre gedauert, bis die Pläne in die Tat umgesetzt wurden. Unter anderem waren für eine Neuordnung der Stromversorgung Kabelschächte gezogen und Verteilersäulen umgesetzt worden. Zum Dom hin wurde ein Teil des kleinen Absatzes im Pflaster entfernt, der den Übergang zur sogenannten Bremer Düne markiert.

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Am anderen Ende des Platzes verschwand der sogenannte Tisch, ein unansehnliches Stück Möbel, das den Lüftungsschacht des Bunkers abgedeckt hatte. Schwierigkeiten gab es mit der Entwässerung, was die Arbeiten verzögerte und verteuerte. Am Ende mussten knapp 200 000 Euro ausgegeben werden. Im Vergleich zu dem, was jetzt ansteht, ist das ein überschaubarer Betrag.

Schon bei diesem ersten Anlauf, der sich mehr oder weniger auf Kosmetik beschränkt hat, wurde versucht, den Wochenmarkt neu zu ordnen – mit einem anderen Rundlauf und der Ballung der Imbissstände am oberen Ende des Domshofes. Für die neue Planung werden die Marktbeschicker noch einmal flexibel sein müssen – ihre Kunden übrigens auch.

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