Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer, Martina Jungclaus, besuchte Siebtklässler

Elektronik erleichtert Mädchen den Einstieg

Hemelingen. Dass Handwerk goldenen Boden hat, galt einst als Binsenweisheit. Doch die Zeiten ändern sich.
09.03.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Petra Spangenberg

Hemelingen. Dass Handwerk goldenen Boden hat, galt einst als Binsenweisheit. Doch die Zeiten ändern sich. Längst ist es schwer für Betriebe, Nachwuchs zu finden, junge Frauen scheuen oft vor Handwerksberufen zurück und das Abitur gilt heute als Nonplusultra in der Ausbildung. Das muss nicht so sein. Die Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Bremen, Martina Jungclaus, war jetzt bei den Schülerinnen und Schülern der Klasse 7f der Wilhelm-Olbers-Oberschule zu Gast und schilderte anschaulich, wie attraktiv die Handwerksberufe für Jugendliche sein können.

Klassenlehrerin Silke Beckmann zeigt sich angetan von dem Auftritt der Handwerkerchefin im Rahmen des Internationalen Frauentags. Er gehörte zum Projekt „Klasse-Frauen: Lernen mal anders“, einer gemeinsamen Aktion der Senatorin für Bildung und der Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF). Diesmal nehmen insgesamt 40 Klassen und ­Kurse in Bremen daran teil.

Im Laufe einer Stunde stellte Martina Jungclaus vor, was Handwerk ausmacht, was für Produkte hergestellt werden und was sich verändert hat, und sie präsentierte zwei Filme von der Handwerksshow in Bremen und Bremerhaven. „Sie hat deutlich gemacht, dass beispielsweise Dachdeckerinnen sehr viel eher in den Beruf einsteigen können als früher, weil Drohnen die Arbeit auf dem Dach erleichtern“, erzählt Silke Beckmann. Überhaupt sei es die Elektronik, die die Handwerksberufe in jüngster Zeit erheblich attraktiver für Frauen gemacht habe. Und auch seit der Kfz-Mechaniker nunmehr Kfz-Mechatroniker heiße, werde der Beruf mehr nachgefragt.

Die zwölf und 13 Jahre alten Schülerinnen und Schüler der 7 f bereiten gerade ihr berufliches Praktikum vor, und Klassenlehrerin Silke Beckmann möchte bei den Mädchen und Jungen die Neugierde aufs Handwerk wecken. „Frau Jungclaus hat deutlich gemacht, dass man auf sich selbst hören ­sollte: Was kann ich gut? Es muss nicht unbedingt das Studium als letztes Ziel sein.“

Die knapp 20-köpfige Klasse, darunter sechs Mädchen, zeigte sich gegenüber Martina Jungclaus motiviert und neugierig und wollte nicht nur wissen, was sich in den Berufen verändert hat, sondern auch, was sich nicht verändert hat. Als klassisches Beispiel nannte die Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer den Frisörberuf. Die Tätigkeit sei mehr oder weniger gleich geblieben, es gebe allerdings Veränderungen in der Wahl der Produkte. Beckmann: „Es geht Richtung umweltfreundlicher und gesünder.“

Martina Jungclaus trat im Januar 2015 als Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Bremen an. Die Volljuristin hat in Bremen ihr Abitur gemacht und in Göttingen Rechtswissenschaften studiert. Viele Jahre hat sie im Führungskreis des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik mitgewirkt. Sie gilt auch als Expertin in Sachen Digitalisierung, Vergaberecht, Innovation und Nachhaltigkeit.

Die Mädchen und Jungen der 7 f haben von Martina Jungclaus jedenfalls einiges ­gelernt. Und sie sind eingeladen, im September zum Tag des Handwerks zu kommen.

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