Eröffnung der Freibadsaison

Welche Bademöglichkeiten es im Bremer Norden gibt

Trotz Corona-Krise soll die Freibadsaison bald eröffnet werden. Der Außenbereich der Vegesacker Schwimmstätte für mehrere Jahre dicht. Welche Bademöglichkeiten es sonst noch im Bremer Norden gibt.
30.05.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Klaus Grunewald

Der Sommer 2020 kommt bestimmt, gemäß dem meteorologischen Kalender am 1. Juni, nach dem kalendarischen am 20. Juni. Die Bremer Bäder starten nach eigener Aussage zunächst am 8. Juni mit dem Stadionbad das Schwimmvergnügen, am 15. Juni folgt das Freibad Blumenthal. Zuvor müssen die Bäder wegen der Corona-Krise noch ein Hygiene- und Abstandskonzept erarbeiten. Doch nicht alle Bäder im Bremer Norden sind für die Freizeitbeschäftigung im nassen Element gerüstet. So wird das Schwimmen im Vegesacker Fritz-Piaskowski-Bad unter freiem Himmel weiterhin nicht möglich sein.

Das Freizeitbad an der Straße Fährgrund, das schon 1989 „grundlegend“ und vor vier Jahren „energetisch“ saniert wurde, ist allerdings nach wie vor in einem schlechten Zustand. Das gilt vor allem für das Freibad. Weil die Betonkonstruktion marode ist, musste es im Sommer 2018 geschlossen werden. Und daran dürfte sich in den nächsten vier oder fünf Jahren nichts ändern.

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Immerhin steht mittlerweile nach langen Debatten fest, dass Hallen- und Freibadbereich umgebaut und modernisiert werden sollen. Nach einer Ausschreibung hat das Architekturbüro Geising und Böker mit Sitz in Hamburg und Vechta den Zuschlag für der sogenannten Teilneubau erhalten. Erste Planungsergebnisse erwartet die Bädergesellschaft nach Angaben ihrer Pressesprecherin Laura Schmitt Ende des Jahres. Dann sollen auch zwei Varianten für die Gestaltung des Außenbereichs präsentiert werden. Entweder, so Schmitt, werde es wieder ein komplettes neues Freibad oder aber ein Außenschwimmbecken geben, das ebenso wie das modernisierte Hallenbad das gesamte Jahr über zu nutzen wäre.

Neue Duschen im Freibad

Die Gesamtkosten für den Umbau des Fritz-Piaskowski-Bades werden von den Bremer Bädern auf rund 23 Millionen Euro geschätzt, der Bund will sich mit drei Millionen Euro beteiligen. Das Hallenbad soll während der Umbauzeit geöffnet bleiben, dürfte also in den Sommerferien wieder besucht werden können. Das ist nach Angaben der Bädergesellschaft in den kommenden Jahren indes nur möglich, wenn das neue Becken neben dem alten errichtet und das Kursbecken in einem zweiten Bauabschnitt erstellt wird.

Nach dem 2005 geschlossenen Heidbergbad in Lesum, das einem Wohngebiet gewichen ist, und dem seit 2018 gesperrten Vegesacker Freiluftbecken gibt es nur noch ein Freibad im Bremer Norden: das Blumenthaler Bad in Bockhorn an der Straße Am Freibad 5. Vor rund 25 Jahren stand es ebenfalls vor dem Aus. Doch damals gab es in der Bevölkerung massiven Widerstand gegen die Schließungspläne. Bürger gründeten ein Kuratorium und leiteten das Bad mithilfe finanzieller Unterstützung des Senats, 2007 wurde das Kuratorium von einem Förderverein abgelöst. In sicheren Bahnen schwamm das Blumenthaler Bad aber erst wieder, als die Bremer Bäder es 2010 übernahmen.

Zurzeit werden nach Angaben von Bäder-Pressesprecherin Laura Schmitt neue Duschen installiert. Ohnehin laufe die Vorbereitung auf die neue Saison auf Hochtouren. Wie in allen anderen bremischen Freibädern, so Schmitt, würden die Eintrittspreise um rund 2,5 Prozent angehoben. Eine Tageskarte für Erwachsene kostete bislang 4,60 Euro. Der Eintrittspreis für Jugendliche und Kinder soll dagegen wie in allen bremischen Bädern in dieser Saison nur einen Euro betragen.

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Die bremischen Badeseen wäre für die meisten Badehungrigen zurzeit eine recht kühle Angelegnheit. Die Wassertemperatur im etwa 17 Meter tiefen Sportparksee Burg-Grambke beträgt gerade 13 Grad. Das rund 33 Hektar große Gewässer entstand 2005 durch Ausbaggerung. Im vergangenen Jahr wurden dem See noch einmal 550.000 Kubikmeter entnommen, um eine weitere Gewerbefläche zu erhöhen.

Was zur Folge hatte, dass die Flachwasserzone kleiner wurde und die Kanten, an denen der See abrupt tiefer wird, jetzt näher am Ufer liegen. Darauf weist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hin, deren Station nach Mitteilung von Bernd Schneider „im bisherigen Rahmen“, also überwiegend am Wochenende und bei schönem Wetter, besetzt sein soll.

Klagen der Anwohner

Der gebührenfrei zugängige Sportparksee, dessen gleichnamiger Verein auch zum Rudern, Segeln, Surfen, Kanu fahren oder Tauchen einlädt, ist vor allem als Ziel bei jungen Leuten beliebt, die in dieser Saison eine komplett mit neuem Sand gefüllte Beachvolleyball-Anlage vorfinden. Ob Grillfeten am See vor allem in den Abendstunden erlaubt sind, hängt übrigens nicht nur von den Auflagen wegen des Corona-Virus ab. Weil es in der Vergangenheit wiederholt Klagen der Anwohner gegeben hatte, müssen Feiern am See bei Ortsamt und Ordnungsamt beantragt und von ihnen genehmigt werden.

Sehnsüchtig auf grünes Licht für die Eröffnung wartet auch die Interessengemeinschaft Sommerbad Grambker See. „Wir sind startklar und könnten Corona-bedingte hygienische Auflagen sowie Abstandsregeln problemlos einhalten“, sagt Sprecher Reimer Kanje. In den Wintermonaten haben die Aktiven der Initiative etliche Schönheitsreparaturen am Gebäude des Seebades vorgenommen, das auch über eine Schaukelanlage, eine Bewässerungsanlage für die Liegewiese, neue Fußballtore, ein neues Volleyballnetz und eine Flutlichtanlage für das Beach-Volleyballfeld verfügt. Die Tageskarte für Kinder kostet im Sommerbad einen Euro, Erwachse müssen für die Tageskarte 2,50 Euro zahlen. Obwohl die Sponsorengelder Ende der Saison auslaufen, ist die Sommerbad-Interessengemeinschaft zuversichtlich, auch in den nächsten Jahren finanziell über die Runden zu kommen.

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