Stadionbad öffnet als erstes wieder Schwimmsaison in Bremen beginnt im Juni

Freibäder in Bremen dürfen zum 1. Juni wieder öffnen. Die schrittweise Öffnung der Hallenbäder soll zum 1. Juli folgen.
20.05.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lisa Urlbauer

Die Schwimmbäder in Bremen sollen wieder öffnen dürfen, das hat der Senat am Dienstag beschlossen und bei einer Pressekonferenz mitgeteilt. „Ich begrüße die Entscheidung und würde mich freuen, wenn sich alle Menschen an die geltenden Regeln halten und wir damit das Schwimmvergnügen auch sicherstellen können“, sagt Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder.

Den Anfang macht am 1. Juni das Stadionbad; das Freibad Blumenthal, das Schlossparkbad und der Außenbereich des Westbads sollen spätestens am 15. Juni folgen. „Wenn das Wetter gut wird, werden wir prüfen, ob wir die anderen Freibäder auch schon etwas früher öffnen können", sagt Baden. Die schrittweise Öffnung der Hallenbäder ist für den 1. Juli geplant. Nicht überall muss aber bis nach Himmelfahrt gewartet werden, um das kühle Nass zu genießen: Nach Angaben des Innenressorts sind der Aufenthalt an frei zugänglichen Badeseen und auch das Schwimmen dort bereits möglich – solange Kontaktbeschränkungen und der notwendige Mindestabstand eingehalten werden.

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Wie in allen öffentlichen Bereichen arbeiten auch die Bremer Bäder an einem Konzept zur Umsetzung der Hygiene- und Abstandsregelungen, dies geschieht in Abstimmung mit dem Sportressort und der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. „Wir erarbeiten zwei Strategien, eine für die Freibäder und eine für die Hallenbäder", betont Baden. Freibäder seien größer als Hallenbäder, wodurch Abstände besser eingehalten werden könnten.

Die Voraussetzungen seien ähnlich wie bei anderen Sportarten im Freien. Beschränkungen werde es vor allem in den Hallenbädern geben, wo das Infektionsrisiko höher sei. Wie diese konkret aussehen, konnte die Geschäftsführerin zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Wir werden unser Konzept für die Hallenbäder bestimmt noch mal anpassen. Wir werden schauen, wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt.“

Dennoch arbeite man parallel in allen Bädern daran, Vorkehrungen zu treffen, um den Kontakt zwischen Besucherinnen und Besuchern möglichst zu reduzieren. „Es gibt noch einiges zu tun.“ Plexiglasscheiben und Absperrungen werden errichtet, um den Ein- und Ausgangsbereich voneinander zu trennen. Schwimmbecken werden mit Leinen ausgestattet, um Bereiche abzutrennen, Hinweise auf Schildern und am Boden sollen an Hygiene- und Abstandsregeln erinnern. Viele Bereiche müssten aber auch geschlossen werden – darunter Umkleiden und Schränke, so Baden. „Ich empfehle, wenig bis gar keine Wertgegenstände mitzubringen.“

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Die Duschen in den Hallenbädern bleiben nach Angaben der Geschäftsführerin ebenfalls geschlossen. Darüber hinaus fänden reguläre Sanierungsarbeiten statt, auch der Rasen in vielen Bädern müsse noch gemäht werden. Neben den baulichen Vorkehrungen werde auch die Personalplanung angepasst. „Es wird mehr Personal geben, das darauf achtet, dass mit Abstand gerutscht und gesprungen wird“, so Baden. Das bisherige Hygienekonzept werde um zwei Reinigungen am Tag ergänzt. Zusätzlich soll es Stationen mit Desinfektionsmitteln geben.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gebe es bisher keine Hinweise darauf, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen werden könne. Die Wasserqualität werde ohnehin regelmäßig überprüft, auch auf andere Keime. Baden: „Wir stehen in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt.“ Die größte Herausforderung sei noch die Anpassung des Ticketsystems. Eintrittskarten sollen im Internet und an Verkaufsstellen in der Stadt erhältlich sein – nicht wie bisher in den Bädern. Vorbild seien die Systeme in Museen oder im Zoo am Meer in Bremerhaven. „Zum Glück haben wir schon im letzten Jahr unser Kassensystem erneuert. Mit der alten Version wäre das nicht möglich gewesen.“

Die Öffnung regionaler Freizeitangebote sei besonders wichtig in einem Jahr, in dem große Reisen nicht möglich seien, betont Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Die Geschäftsführerin der Bremer Bäder weist darauf hin, dass sich die Situation schnell ändern könne: „Sollte die Zahl der Infizierten wieder steigen, werden wir bestimmt als erstes wieder geschlossen“, so Baden. Die aktuelle Saison lasse sich nicht mit den Vorjahren vergleichen, kürzerer Aufenthalt in den Bädern und weniger Spielmöglichkeiten nennt sie als Beispiele. „Es wird vor allem ums Schwimmen gehen."

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Welche Bäder öffnen

Die Bremer Bäder betreiben zwölf Hallen- und Freibäder in Bremen-Stadt und Bremen-Nord. Zu den Freibädern, die bereits im Juni wieder öffnen sollen, gehören das Stadionbad (Franz-Böhmert-Straße 13), das Freibad Blumenthal (Am Freibad 5) sowie die Freibäder des Schlossparkbads in Sebaldsbrück (Schloßparkstraße 52) und des Westbads (Waller Heerstraße 293A). Dazu kommen sieben Hallenbäder: das Südbad (Neustadtswall 81), das Freizeitbad Vegesack (Fährgrund 16-18), das Otebad (Koblenzer Straße 3), das Hallenbad Huchting (Delfter Straße 22-24), das Vitalbad Vahr (Kurt-Schumacher-Allee 5), das Sportbad Uni (Badgasteiner Straße) sowie das Bad in der Tegeler Plate (Tegeler Plate 23). Das Horner Bad ist seit 2018 wegen Umbauarbeiten geschlossen.

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