Gelände am Stadtwaldsee

Jugendverbände sollen Campingplatz übernehmen

Mehrere Jugendverbände wollen und sollen künftig die Regie auf dem alten Naturcampingplatz nahe des Stadtwaldsees übernehmen. Die Wirtschaftsbehörde sieht allerdings hohen Instandsetzungsbedarf.
13.05.2019, 17:00
Lesedauer: 2 Min
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Jugendverbände sollen Campingplatz übernehmen
Von Jürgen Theiner
Jugendverbände sollen Campingplatz übernehmen

Eingang zum Naturcampingplatz am Unisee.

Christina Kuhaupt

Die Nutzung des alten Naturcampingplatzes in der Nähe des Stadtwaldsees soll auf eine neue Grundlage gestellt werden. Dafür spricht sich die Wirtschaftsbehörde aus, die das Gelände unter ihren Fittichen hat. Mehrere Verbände, die dort schon länger Jugendarbeit organisieren, haben Interesse an einem dauerhaften Engagement bekundet. Es gibt allerdings rechtliche Altlasten, und natürlich geht es – wie so häufig – ums Geld.

Der Campingplatz südlich des Hochschulrings wird seit Ende der 1990er-Jahre von einer Gruppe von Dauercampern genutzt, die vereinsmäßig organisiert sind und einen prominenten Fürsprecher in ihren Reihen hatten, den ehemaligen SPD-Senator und Bundestagsabgeordneten Konrad Kunick. 2008 schloss Bremen mit dem Verein einen Pachtvertrag. Doch der wurde 2016 vom Wirtschaftsressort gekündigt, nachdem die Camper über einen längeren Zeitraum die vereinbarten Zahlungen schuldig geblieben waren.

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Gegenüber dem WESER-KURIER gibt die Behörde ihre Außenstände mit „einem mittleren fünfstelligen Betrag“ an. Chancen, das Geld einzutreiben, gibt es offenbar nicht, und die Camper befinden sich nach wie vor am Ort. Sie mit Polizeigewalt von dort zu vertreiben, ist für das Haus von Senator Martin Günthner (SPD) keine realistische Option.

Wie also umgehen mit dem Areal? Die Wirtschaftsbehörde befürwortet nach Darstellung ihres Sprechers Tim Cordßen eine Lösung, die im Wesentlichen eine Nutzung durch die Jugendverbände vorsieht und zugleich Raum für die Dauercamper lässt, deren Zahl zuletzt etwa 15 bis 20 betrug. Die Verbände, darunter CVJM, Pfadfinder und Jugendwerk der Awo, würde aber die Regie auf dem Gelände übernehmen. Sie nutzen es ohnehin seit einigen Jahren insbesondere für Zeltlager und Sommerfreizeiten.

„Wenn das langfristig so bleiben soll, müsste man allerdings etwas mit dem vorhandenen Gebäudebestand machen“, sagt Tim Cordßen. Dabei handelt es sich um eine alte Gaststätte mit Küche und Sanitärbereich und ein kleines Empfangsgebäude, alles stark sanierungsbedürftig.

Die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) veranschlagt laut Cordßen für eine Instandsetzung rund 2,2 Millionen Euro, Abriss und Neubau würden zwischen 2,3 und 2,9 Millionen Euro kosten. Viel Geld, das aus Sicht der Behörde nicht aus ihren Finanztöpfen kommen könnte.

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Die Förderung von Jugendarbeit sei schließlich keine Aufgabe der Wirtschaftsbehörde. „Das kann nur aus dem Gesamthaushalt kommen“, so Cordßen. Die Behörde suche das Gespräch mit den Verbänden, die an der Zukunft des Naturcampingplatzes interessiert sind.

Für den CVJM unterstreicht Daniel Heinemann sein Interesse an dem Gelände. „Wir brauchen langfristige Rechtssicherheit“, so der Vorsitzende. Für die bevorstehende Sommersaison setzt er darauf, dass sich an der Verfügbarkeit des Campingplatzes für die Jugendfreizeiten des CVJM nichts ändert.

Etwas verwundert ist Heinemann über die Kostenschätzungen für Sanierung oder Neubau des Gebäudebestandes. Sie kommen ihm recht hoch gegriffen vor. „Was wollen die denn da alles machen?“, fragt der Verbandsfunktionär.

Hier kann man sehen, wo das Gelände des Naturcampingplatzes genau liegt.

Hier kann man sehen, wo das Gelände des Naturcampingplatzes genau liegt.

Foto: Grafik Weser Kurier
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