Wohnungsnot in Bremen Mehr als 750 Studierende warten auf Wohnheimplatz

Auch in diesem Jahr bleibt die Wohnraumsituation für Studierende in Bremen angespannt. Das Studentenwerk Bremen bittet deshalb private Vermieter mit günstigem Wohnraum um Mithilfe.
04.09.2017, 20:26
Lesedauer: 2 Min
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Von Christine Leitner

Das Studentenwerk Bremen bittet private Vermieter mit freiem, günstigem und möglichst möbliertem Wohnraum um Mithilfe. Denn auch in diesem Jahr bleibt die Wohnraumsituation für Studierende angespannt. Angaben des Studentenwerks zufolge stehen über 750 Studierende auf der Warteliste.

„Die Zahl wird in den nächsten Wochen noch steigen“, betont Maurice Mäschig, Sprecher des Studentenwerks in Bremen. Der Andrang sei entsprechend groß, vor allem zum Wintersemester. Die Wohnanlagen des Studentenwerks sind besonders gefragt. Viele Studierende, die sich auf einen Platz an der Universität Bremen beworben haben, suchen dort eine Wohnung oder ein WG-Zimmer.

Im vergangenen Jahr belegte Bremen vor Berlin mit einer Versorgungsquote von 6,27 Prozent bundesweit den vorletzten Platz. Dies geht aus der statistischen Übersicht des Deutschen Studentenwerkes hervor. Doch eine leichte Verbesserung sei erst in den kommenden Jahren in Sicht.

Auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen

Daran ändern auch die Planungen für ein Wohnheim des Studentenwerks mit 400 neuen Plätzen auf dem Campus der Universität nichts. Bezahlbarer Wohnraum, besonders in der Nähe der Hochschule Bremen, ist knapp, die prekäre Lage bleibt bestehen. Daher wendet sich das Studentenwerk nun an alle privaten Haus- und Wohneigentümer.

„Im vergangenen Jahr konnten wir durch den Aufruf an private Vermieter fast 100 Studierenden Wohnraum vermitteln. Mieten von bis zu 250 bis 300 Euro inklusive aller Nebenkosten sind häufig das Maximum, was sich Studierende leisten können“, so der Geschäftsführer des Studentenwerks, Hauke Kieschnick.

Denn um ein Studium in Bremen überhaupt erst aufnehmen zu können, seien die Studierenden auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Andernfalls, so Kieschnick, seien viele gezwungen, an Nahrungsmitteln und Lehrmaterialien für das Studium zu sparen. Sonst könnten sie die hohen Mieten nicht zahlen.

Linke erklärt Wohnraummangel zum Skandal

An diesem Zustand müsse sich dringend etwas ändern, deshalb wendet sich Kieschnick in der Mitteilung nicht nur an private Vermieter. „Unser Appell richtet sich an die Bürgerschaft und den Senat: Prüfen Sie, wie studentisches Wohnen zu bezahlbaren Preisen in Nähe der Hochschule Bremen ermöglicht werden kann."

Miriam Strunge, hochschulpolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion Die Linke, erklärt den fehlenden Wohnraum zum Skandal. Dabei kenne der Senat das Problem. Auch sie fordert den Senat auf, im kommenden Haushalt Gelder für die Planung von 600 zusätzlichen Wohnheimplätzen bereitzustellen.

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