Verkehrsentwicklung Milliarden für Bremens Infrastruktur

Von der Autobahn bis in die Stadt – auf das Land Bremen kommen 2019 zahlreiche Verkehrsprojekte zu.
01.01.2019, 21:04
Lesedauer: 3 Min
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Milliarden für Bremens Infrastruktur
Von Pascal Faltermann

Für zahlreiche Verkehrsprojekte kommen auf das Land Bremen in den nächsten Jahren Kosten in Milliardenhöhe zu. Damit rechnet die Verkehrsbehörde. Allein für Großmaßnahmen wie dem Bau des Wesertunnels oder des Bauabschnitts 2/2 im Bremer Süden für den Ringschluss der A 281 kommen mehrere Hundert Millionen Euro zusammen, wie aus dem Bundesverkehrswegeplan hervorgeht. Im kommenden Jahr stehen zudem viele Projekte in der Stadt an. Reichen die Finanzmittel da überhaupt? „Ein Aufstocken der Mittel für die Verkehrsinfrastruktur wäre dringend erforderlich“, sagt Jens Tittmann, Sprecher der Bremer Verkehrsbehörde. Ein Ausblick auf die Vorhaben im kommenden Jahr.

Mit dem größten Bauprojekt geht es bereits Anfang Januar los. Der erste Spatenstich für die Arbeiten am Wesertunnel im Zuge der Autobahn 281 soll am 10. Januar mit Vertretern des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur erfolgen. Für Verkehrssenator Joachim Lohse ist der Ringschluss der A 281 um Bremen „ein wichtiger Meilenstein“. Der Bund hat die Mittel für den Bau des Wesertunnels bereits freigegeben: Enak Ferlemann (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, gab Ende Oktober grünes Licht.

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Allerdings sind die Kosten um rund 85 Millionen Euro gestiegen. Standen bislang 260 Millionen Euro im Bundesverkehrswegeplan, belaufen sich die Kosten für den rund 4,9 Kilometer langen Tunnel der A 281 auf nun rund 345 Millionen Euro, wie im Oktober bekannt wurde (wir berichteten). Auch der Bauabschnitt 2/2 der A 281 am Flughafen soll bald in Angriff genommen werden. Dort rechnet das Verkehrsressort mit dem Baurecht im Frühjahr 2019 und plant im Jahr 2024 fertig zu sein.

Umbau der Discomeile mit langer Vorgeschichte

Eine lange Vorgeschichte hat der Umbau der Discomeile, der 2019 endlich beginnen soll, um den Partybereich in der Nacht ­sicherer und attraktiver zu machen. Die ersten Pläne dafür gab es bereits im Jahr 2012. Mittlerweile verlegen Bauarbeiter von Hansewasser und SWB an der Meile Leitungen, am Ende der Hochstraße wird derzeit das ­Gewoba-Gebäude saniert.

In einem ersten Bauabschnitt soll nun die Strecke vom Herdentorsteinweg bis zur Diskothek Stubu angegangen werden, der zweite Schritt folgt voraussichtlich Ende 2020, nach Fertigstellung der Gewoba. Waren anfangs noch rund zwei Millionen Euro eingeplant, rechnet die Behörde derzeit mit Kosten von 3,3 Millionen Euro.

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„Es erwartet uns ein sehr arbeitsreiches Jahr“, sagt Tittmann. Den Autoverkehr wird unter anderem die Teilsperrung der Lesumbrücke auf der A 27 weiter beeinträchtigen. Die marode Brücke muss untersucht und ertüchtigt werden. Auf den motorisierten Verkehr warten zudem Baumaßnahmen wie die restliche Instandsetzung der Hafenrandstraße oder die Sanierung der Bundesstraße 75. Das Einrichten von 68 neuen Tempo-30-Zonen vor Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen oder zahlreiche Pflasterungen von Straßen im Viertel, wo nach vielen Diskussionen und einem runden Tisch ein Kompromiss gefunden wurde, stehen an.

Baustellen schränken den Verkehr nur temporär ein

Auch wenn die ein oder andere Baustelle den Verkehr temporär einschränke, so sorgen sie auch immer für Verbesserungen, sagt Behördensprecher Tittmann. Das sei der Verkehrsbehörde mit dem Amt für Straßen und Verkehr (ASV) im vergangenen Jahr gelungen. Wichtig sei es, dass durch eine „ausgewogene Verkehrspolitik“ eine gute Mischung und Verteilung aller Verkehrsmittel erreicht werde.

Als Beispiele für den Radverkehr sind im kommenden Jahr die Fertigstellung der Fahrradmodellquartiere und die ersten Abschnitte der Fahrradpremiumroute zu nennen. Die Pläne für die Fußgänger- und Fahrradbrücke in der Neustadt sollen ebenfalls abgeschlossen werden. Um die Wilhelm-Kaisen-Brücke zu entlasten, sollen Altstadt und Neustadt in Bremen über eine neue Fahrradbrücke besser miteinander verbunden werden.

Die Verkehrspolitiker müssen sich 2019 in den Haushaltsberatungen auch mit den immer stärker steigenden Baukosten beschäftigen. Der bundesweite Bauboom hat seine Folgen auch in Bremen: So waren 2018 die Kosten allein für die drei Bauprojekte – Fahrradmodellquartier, Umbau Herdentorsteinweg und Discomeile – zusammengerechnet in kurzer Zeit rund 2,7 Millionen Euro teurer geworden. Die Bauindustrie macht dies an gestiegener Nachfrage, höheren Logistikkosten und auch am Fachkräftemangel fest.

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