Viele Fragen offen

Teststrategie für Bremer Schulen fehlt noch

Alle Kita- und Schulbeschäftigten und auch alle Schülerinnen und Schüler sollen sich künftig regelmäßig mit Schnelltests auf Corona testen. Noch ist aber unklar, wie Bremen dies konkret umsetzen will.
03.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sara Sundermann und Jürgen Theiner
Teststrategie für Bremer Schulen fehlt noch

Der Schul- und Kitabetrieb in der Pandemie soll in Bremen mit regelmäßigen Schnelltests abgesichert werden.

Zacharie Scheurer

In dieser Woche sind mobile Schulungsteams an Grund- und Förderschulen unterwegs, um Beschäftigten zu zeigen, wie ein Selbsttest funktioniert. Ein Verfahren, wie regelmäßige Schnelltests an Schulen und Kitas konkret umgesetzt werden sollen, gibt es derzeit aber noch nicht. Noch könne man zum geplanten Ablauf und Organisation keine genaueren Angaben machen, heißt es vom Bildungsressort. Die Beschäftigten an Schulen und Kitas, aber auch Schülerinnen und Schüler sollen künftig regelmäßig Selbsttests machen.

Viele Fragen zu Tests an Schulen und Kitas offen

Wer soll die Tests bei Kindern und Jugendlichen durchführen? Wie werden die Ergebnisse dokumentiert? Wie wird sichergestellt, dass niemand ein positives Ergebnis verheimlicht? Diese und weitere Fragen sind derzeit noch offen, das bestätigt auch die Bremer Schulleitungsvereinigung, in der ein Teil der Schulleitungen organisiert ist. Zuletzt hatte die CDU dringend eine Test-Strategie für die Schulen von Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) gefordert.

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Es geht auch darum, wie man dafür sorgen will, dass viele Beschäftigte und Schüler an den Tests teilnehmen. Denn während laut Behörde für Kita-Beschäftigte ein Schnelltest pro Woche verpflichtend ist, gibt es für Schulbeschäftigte und Schüler keine Testpflicht. „Dass jetzt in den Grundschulen in Bremen schon alle Schüler wieder vor Ort sind, erzeugt eine gewisse Hektik“, sagt Thorsten Maaß von der Schulleitungsvereinigung. „Es sind noch viele Fragen offen: Wer soll die Schüler testen? Wer spricht die Quarantäne aus?“ Er warnt vor einem Schnellschuss und plädiert für ein durchdachtes Konzept. „Man sollte jetzt nicht den zweiten Schritt vor dem dritten gehen, Akzeptanz schafft man nicht, indem man es jetzt übers Knie bricht.“ Maaß befürchtet, Tests könnten auch von vielen Eltern abgelehnt werden, wenn man nicht alle Beteiligten mit einem guten Konzept mitnehme.

Für die Schülerschaft will das Bildungsressort eine Million Selbst-Schnelltests kaufen, das haben Senat, Bildungsdeputation und der Haushalts- und Finanzausschuss in der vergangenen Woche beschlossen. Nun gab es dazu einen Nachtrag: Der Senat hat in seiner Sitzung am Dienstag rund 230.000 Euro für die Beschaffung dieser Schnelltests für Schulen nachbewilligt. Auch die Bildungsdeputation gab in einem verkürzten Verfahren ihr Okay. Die Bildungsbehörde hatte in ihrer Kalkulation für die Großbestellung vergessen, den Arzneimittel-Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zu berücksichtigen. Sie war vom Nettopreis ausgegangen. Mit den jetzt zusätzlich bereitgestellten 230.000 Euro ist der Brutto-Bestellwert von insgesamt 3,95 Millionen Euro abgedeckt.

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