Einschätzung der Pandemielage

Bremer Senat bringt Corona-Stufenmodell auf den Weg

Um die pandemische Lage einzuschätzen, bekommt Bremen ein Stufenmodell, bei dem die Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern als Leitwert gilt. Das hat der Bremer Senat am Mittwoch beschlossen.
21.09.2021, 16:22
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Senat bringt Corona-Stufenmodell auf den Weg
Von Jean-Pierre Fellmer

Der Senat der Stadt Bremen hat bei der Sitzung am Dienstag ein Stufenmodell zur Einschätzung der pandemischen Lage beschlossen. Wie die Senatspressestelle mitteilt, wird künftig die Zahl der stationären Neuaufnahmen in Krankenhäusern als Leitwert gelten. Wie bei der Zahl der Neuinfektionen soll es einen Sieben-Tage-Inzidenz-Wert geben.

"Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen hat in den vergangenen Monaten einen guten und richtigen Wert zur Beurteilung des Pandemiegeschehens dargestellt", sagt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). "Mit dem Fortschritt der Impfungen müssen wir aber andere Indikatoren heranziehen, um feststellen zu können, wie sich die aktuelle Lage entwickelt. Deshalb wird die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz der Leitindikator. Damit können wir einschätzen, wie viele Bremerinnen und Bremer von einem schweren Krankheitsverlauf mit einer Coronavirus-Infektion betroffen sind."

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Der neue Inzidenzwert, die Hospitalisierungsinzidenz, zeigt die Anzahl der Menschen, die in den vergangenen sieben Tage wegen eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung stationär behandelt werden müssen. Dabei bezieht sich die Zahl wie beim bisherigen Inzidenzwert auf die Größe 100.000.

Mit einem Stufenmodell soll bestimmt werden, welche Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie gelten sollen. Es gibt vier Stufen, die sich nach der besagten Hospitalisierungsinzidenz richten:

  • Stufe 0 = Inzidenz liegt bei 0 bis 3: Es gelten die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln, im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, Einrichtungen und Veranstaltungen müssen Hygienekonzepte zum Schutz der Besucher vorlegen.
  • Stufe 1 = Inzidenz liegt bei über 3 bis 6: Die 3G-Regel gilt in Innenräumen bei Veranstaltungen, in der Gastronomie, bei Kultureinrichtungen und Sportstätten. Dabei gibt es keine maximale Besucherzahl. Es gibt keine Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz.
  • Stufe 2 = Inzidenz liegt bei über 6 bis 12: Wie bei Stufe 2 gilt die 3G-Regel an diversen Orten, allerdings gibt es eine maximale Besucherzahl in Innenräumen. Zudem gelten Abstandsregeln und ein Mund-Nasen-Schutz muss verpflichtend getragen werden; durch ein 2G-Modell können Beschränkungen jedoch zumindest teilweise vermieden werden.
  • Stufe 3 = Inzidenz liegt bei 12: Weitere Beschränkungen sollen die Überlastung des Gesundheitssystems vermeiden; die Maßnahmen richten sich nach dem konkreten Infektionsgeschehen

Welche Stufe wann gilt, wird durch den Senat oder den Magistrat der Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven festgestellt. Neben der Hospitalisierungsinzidenz sollen dabei auch die Inzidenz der Neuinfektionen und die Auslastung der Intensivstationen berücksichtigt werden. Die Regeln der Stufe 0 gelten zunächst immer, auch wenn eine höhere Stufe festgestellt wurde.

Für Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern gilt in den Stufen 0 bis 2 die 3G-Regel und weitere Auflagen wie Abstandsregeln, eine Obergrenze der Besucherzahl bis maximal 25.000 Personen und die Maskenpflicht im Innenbereich. Gibt es ein 2G-Modell, können die Beschränkungen entfallen. Die Vorlagepflicht eines Hygienekonzeptes und die Genehmigungspflicht bleiben bestehen.

Das Stufenmodell soll mit einer neuen Corona-Verordnung am Dienstag, 28. September, im Senat beschlossen werden. Die Corona-Verordnung soll dann am 1. Oktober in Kraft treten. Wenn im Bundesland Bremen eine Impfquote von 80 Prozent erreicht ist, soll der Stufenplan unter Berücksichtigung aller Faktoren wie Inzidenzwerte und Krankenhausauslastung neu bewertet und bei Bedarf angepasst werden, teilt eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde mit.

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