Demonstration am 27. August CSD in Bremen: So feiert die Regenbogencommunity 2022

Am 27. August feiert die queere Community aus Bremen und umzu den Christopher Street Day. Hier erfahren Sie, wie und wo an diesem Tag in Bremen demonstriert, protestiert und gefeiert werden soll.
25.08.2022, 06:48
Lesedauer: 5 Min
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Von ba
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Bremen wird am 27. August in die Farben des Regenbogens gehüllt. An diesem Tag hat der Verein CSD Bremen zur Feier des Christopher Street Day (CSD) einen Demonstrationszug mit anschließender Kundgebung angemeldet. Es werden mehrere Tausend Teilnehmer in der Innenstadt erwartet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den CSD in Bremen.

Wann und wo startet der CSD in Bremen?

Ab 10 Uhr treffen sich die Teilnehmer des CSD am Altenwall auf Höhe der Stadtbibliothek, um 12 Uhr setzt sich der Demonstrationszug durch die Innenstadt in Bewegung. Am Nachmittag, im Anschluss an den Demonstrationszug, gibt es ab 16 Uhr eine Kundgebung vor der Kunsthalle.

Wie groß wird der CSD in diesem Jahr?

Die Veranstalter und die Polizei Bremen rechnen mit 12.000 bis 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im vergangenen Jahr hatten sich "nur" 6000 Menschen dem Demonstrationszug durch die Bremer Innenstadt angeschlossen, damals allerdings musste unter strengen Corona-Auflagen und in strömendem Regen demonstriert werden. 2019, also vor dem Ausbruch der Pandemie, zählte der CSD-Verein bei der Abschlusskundgebung vor der Kunsthalle 10.000 Teilnehmer.

Wie viele Menschen von außerhalb zum Bremer CSD anreisen werden, können die Organisatoren nach eigenen Angaben nicht einschätzen, schließlich sei es auch das letzte Wochenende, an dem man mit dem Neun-Euro-Ticket unterwegs sein könne.

Worum geht es beim CSD 2022 in Bremen?

Die CSD-Demonstration läuft unter dem Motto "Für Frieden, Akzeptanz und Vielfalt". Traditionell geht es darum, Solidarität mit angefeindeten, ausgegrenzten oder diskriminierten Mitgliedern der queeren Community zu bekunden. Im Speziellen nennen die Veranstalter als aktuelle Themen der Demonstration die Klage gegen Pastor Olaf Latzel und die Schreckensherrschaft der Taliban in Afghanistan.

Was erwartet die Besucher bei der CSD-Kundgebung?

Bis in den späten Abend hinein wird es diverse Redebeiträge zu wichtigen Themen der Regenbogencommunity geben. Zusätzlich werden verschiedene Einrichtungen mit Informationsständen vertreten sein, wie etwa das Rat-und-Tat-Zentrum für queeres Leben, aber auch das mobile Impfteam der Gesundheitsbehörde, das über Corona-Impfungen und das Thema Affenpocken informieren wird.

Woher führt der Demonstrationszug?

Wie schon im Vorjahr startet der Demonstrationszug am Altenwall (Ecke Stadtbibliothek) und zieht über den Wall zum Hauptbahnhof. Von dort geht es weiter über Bürgermeister-Smidt-Straße, die Obernstraße und den Marktplatz. Anders als in den Corona-Jahren 2020 und 2021 werden auch wieder Lkw auf der Route mitfahren. Endpunkt der Demonstration ist der Altenwall. An der Kunsthalle wird im Anschluss an den Zug weiterdemonstriert.

Was bedeutet das für den Verkehr in der Innenstadt?

Viele Straßen rund um die geplante Route des Demonstrationszugs werden am Sonnabend bis in den Nachmittag für Auto-, Bus- und Bahnverkehr gesperrt sein, Umleitungen werden eingerichtet. Innenstadtbesucher sollten sich auf Staus und Umleitungen im Innenstadtbereich einstellen. Wer zum CSD anreisen will, sollte sich frühzeitig auf den Weg machen und bestenfalls auf ÖPNV oder das Rad zurückgreifen. Die Polizei bittet ortskundige Autofahrerinnen und Autofahrer, die Innenstadt weiträumig zu umfahren. Der Ostertorsteinweg beispielsweise ist zwischen Contrescarpe und Am Wall bereits ab 9 Uhr gesperrt.

Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) teilt mit, dass die Linien 1, 4, 6, 8 und 10 während der Dauer des Demonstrationszuges nicht durchgängig fahren können. Sie sind im Innenstadtbereich zeitweise unterbrochen. Auch auf der Linie 3 kommt es am Sonnabend zu einer Umleitung – und zwar von 9.30 Uhr bis Betriebsschluss. Dadurch entfallen die Haltestellen Herdentor, Schüsselkorb, Domsheide, Theater am Goetheplatz sowie Ulrichsplatz.

Bei den Bussen sind die Linien 24, 25, 26, 27 und 63 von geänderten Streckenführungen betroffen. Diese gelten in der Zeit von circa 11.30 bis 15.30 Uhr.

Wie lange dauert der CSD?

Die Kundgebungen vor der Kunsthalle dauern bis in den späten Nachmittag hinein, die Polizei rechnet damit, dass der Demonstrationszug um 16 Uhr beendet ist. Die Abschlusskundgebung soll um 16 Uhr vor der Kunsthalle beginnen, die Polizei rechnet hier mit dem Ende der Veranstaltung um 0 Uhr.

Wer den CSD noch in der Nacht weiterfeiern möchte, kann unter anderem die CSD-Solidaritäts-Partys im Tower-Musikclub oder im Club Amélie (jeweils ab 22 Uhr) besuchen. 

Gibt es Corona-Beschränkungen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer?

Auch wenn derzeit keine Einschränkungen bestehen, empfiehlt der Bremer Senat, auf Abstands- und Hygieneregeln zu achten, eine Maske zu tragen und sich vor Großveranstaltungen dieser Art auf das Coronavirus testen zu lassen. Unter anderem beim Testcenter im Hauptbahnhof (sonnabends geöffnet von 10 bis 19 Uhr) ist auch ohne Anmeldung ein Schnelltest möglich.

Die Veranstalter bitten alle Menschen mit Erkältungssymptomen, nicht an der Demonstration oder an der Kundgebung teilzunehmen.

Wer beteiligt sich am CSD?

Generell kann jeder am CSD teilnehmen. Neben den Veranstaltern beteiligen sich, wie in den Vorjahren, verschiedene Organisationen, Einrichtungen und Firmen an dem Demonstrationszug. Die Veranstalter rufen dazu auf, an möglichst vielen Stellen in der Stadt die Regenbogenflagge zu zeigen. So wird sie etwa am Rathaus zu sehen sein.

Auch Vertreter der Parteien werden wieder dabei sein, unter anderem mit prominenter Unterstützung aus der Bundespolitik. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) wird von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert begleitet, bei den Grünen läuft Tessa Ganserer mit. Die 45-Jährige ist eine der ersten Transfrauen mit politischem Mandat im Bundestag. Der CSD-Verein wolle jedoch nicht, dass der Tag als Wahlkampfveranstaltung genutzt werde. „Wir freuen uns über die Teilnahme, wollen aber keine Wahlwerbung oder Parteistände“, sagt eine CSD-Organisatorin. 

Was wird beim Christopher Street Day gefeiert?

Der Christopher Street Day erinnert an den 28. Juni 1969, als Polizisten die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street stürmten und so mehrtägige Proteste von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auslösten. Der CSD soll auf die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen aufmerksam machen.

Der erste „Befreiungstag der Schwulen und Lesben“ in Europa soll 1977 in Stockholm stattgefunden haben. Zwei Jahre später, am 30. Juni 1979, zog Deutschland nach. Die ersten CSD-Events auf deutschem Boden fanden in Bremen, Köln und Berlin statt.

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