Bremen-Gröpelingen

Raser nerven Anwohner in Seewenjestraße

Die nächsten beiden Einsatzorte der Gröpelinger Geschwindigkeitsmesstafel stehen fest: Jeweils drei Monate lang wird das Gerät zunächst an der Seewenjestraße und anschließend am Mittelwischweg installiert.
04.03.2019, 10:16
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Raser nerven Anwohner in Seewenjestraße
Von Anne Gerling
Raser nerven Anwohner in Seewenjestraße

Viele Anwohner wünschen sich Tempo-30-Hinweisschilder in der Seewenjestraße.

Bernd Wüstneck / dpa

Fast hätte Barbara Hoffstädt-Gerling die Hoffnung schon ganz aufgegeben. Schließlich sind fast sieben Monate ins Land gegangen, seit sie sich Anfang August im Namen der Nachbarschaft über das Ortsamt mit einem Hilferuf an den Gröpelinger Beirat gewandt hatte. Es geht um die Seewenjestraße. „Die Autofahrer rasen durch unsere Straße, benutzen sie als Umgehungsstraße und als schnelle Verbindung zur Autobahn“, erzählt die Gröpelingerin – dabei liegt die Straße inmitten einer Tempo-30-Zone. An diese Regelung hält sich nach Beobachtungen der Anwohner allerdings kaum ein Autofahrer. Und von denen entdecken offenbar immer mehr die Seewenjestraße für sich: Sei die Gröpelinger Heerstraße verstopft, dann führen sogar Autofahrer von dort aus in den Alten Winterweg – entgegen der Einbahnstraße, so Hoffstädt-Gerling: „Das ist doch alles unglaublich.“

Viele Anwohner wünschen sich deshalb dringend Tempo-30-Hinweisschilder, Tempo-30-Piktogramme auf der Fahrbahn, Temposchwellen, größere Baumnasen oder aber zumindest Kontrollen durch die Polizei. Eine andere Möglichkeit, mit der an das Verantwortungsbewusstsein von Autofahrern appelliert werden kann, ist eine Geschwindigkeitsmesstafel. Sie hält ihnen ihre tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit direkt vor Augen. Das Verkehrsressort hatte vor fünf Jahren jedem der 22 Beiräte in Bremen jeweils ein solches Gerät pro Stadtteil zur Verfügung gestellt.

Lesen Sie auch

Der Teufel steckt allerdings im Detail, wie diese Geschichte zeigt. Denn mit dem Aufstellen beziehungsweise Installieren der Instrumente ist es nicht immer ganz einfach. So kursierte in der Vergangenheit im Westen das Gerücht, die Geschwindigkeitsmesstafeln dürften nicht mehr an Laternenmasten befestigt werden. „Das stimmt nicht, am Prozedere hat sich hier nichts verändert“, sagt dazu Sprecher Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV).

Was allerdings tatsächlich problematisch ist: steht in dem Bereich, in dem die Tafel messen soll, weder eine Ampel noch ein Laternenpfahl, so muss ein mobiler Mast aufgestellt werden. Kostenpunkt für den Auf- und Abbau: rund 2830 Euro. „Wenn das Ortsamt es unbedingt will, dann kann das der jeweilige Beirat aus seinem Stadtteilbudget für Verkehrsangelegenheiten bezahlen“, unterstreicht Stellmann hierzu.

Der Fachausschuss Bau hat sich nun für genau diese Lösung in der Seewenjestraße entschieden: drei Monate lang soll die stadtteileigene Geschwindigkeitsmesstafel – deren letzte Station bis November der Alte Heerweg in Oslebshausen war – dort eingesetzt und anschließend auf Anregung von Rolf Heide (SPD) an den Mittelwischweg versetzt werden, wo nach Beobachtungen vieler Kleingärtner ebenfalls die offiziell erlaubten 30 Stundenkilometer häufig nicht eingehalten werden. Barbara Hoffstädt-Gerling ist gespannt, wann das Gerät kommt – und ob es tatsächlich bei den Autofahrern etwas bewirken wird: „Ich bleibe auf jeden Fall an dem Thema dran.“

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+