Nach Kritik an fehlender Kennzeichnung Bremen plant Hinweisschilder auf Maskenpflicht

Die Kritik an der fehlenden Beschilderung von Zonen in Bremen, in denen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, wächst. Die Innenbehörde stellt nun eine Lösung in Aussicht.
21.10.2020, 05:00
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Bremen plant Hinweisschilder auf Maskenpflicht
Von Patricia Friedek

Eine Gruppe Touristen steht vor dem Dom, keiner trägt einen Mund-Nasen-Schutz – und wenn man die Gruppe nach dem Warum fragt, weiß niemand etwas von der Maskenpflicht, die am Sonnabend auf einige öffentliche Plätzen ausgeweitet wurde. So erzählt es der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Claas Rohmeyer, der die Gruppe getroffen hat. Auf Twitter äußert er seine Kritik zur Informationspolitik des Senats: Hinweise über die Maskenpflicht fehlten, nicht jeder lese Zeitung oder schaue die regionalen Nachrichten.

„Manche Gespräche mit dem Ordnungsamt verlaufen nicht so friedlich, dass die Betroffenen sofort eine Maske aufziehen, sobald man sie darauf hinweist. Auf welcher Grundlage werden dann Bußgelder abkassiert?“, fragt Rohmeyer sich und zieht den Vergleich zu Parkverbotszonen, die schließlich auch beschildert würden. Die Karte, die online von der Innenbehörde zur Verfügung gestellt wird, habe nicht jeder direkt zur Hand. „So groß ist der Aufwand nicht, ein paar Schilder aufzuhängen“, sagt Rohmeyer. Ein Leser meldete sich beim WESER-KURIER und vertrat eine ähnliche Meinung.

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Seit Sonnabend gilt an der Schlachte, im Schnoor, in der Fußgängerzone, im Viertel, in der Vegesacker Fußgängerzone und auf dem Bahnhofplatz in Vegesack eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Auf dem Bremer Bahnhofsplatz besteht diese Regelung bereits seit Längerem. Von Schildern, die auf die Maskenpflicht an den jeweiligen Orten hinweisen, fehlt aber bisher jede Spur. In anderen Städten, etwa in Delmenhorst oder Düsseldorf, gibt es solche Hinweise bereits – wenn auch etwas provisorisch, als einlaminierte Version mit Kabelbindern an Laternenmasten befestigt.

„Wir gehen davon aus, dass wir zeitnah Schilder aufhängen können“, sagt eine Sprecherin aus der Behörde von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). In normalen Zeiten sei das Amt für Straßen und Verkehr zuständig. Die Schilder müssten bestellt und geeignete Orte zum Aufstellen gesucht werden. „Das kostet aber zu viel Zeit, deswegen arbeiten wir seit dem Wochenende mit mehreren Senatsressorts zusammen, um eine Lösung zu finden.“ Warum es in Städten wie Delmenhorst schneller mit der Beschilderung ging als in Bremen, erklärt die Sprecherin so: „Vielleicht ist Delmenhorst uns ein paar Tage Alarmstimmung voraus.“

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Bis dahin verweist sie auf die Angebote im Internet auf Bremen.de, auf der Seite der Innenbehörde oder auf der Homepage der Senatskanzlei. „Mittlerweile sollte jeder, der nach Bremen reist, mitbekommen haben, dass es sich um ein Risikogebiet handelt“, sagt die Sprecherin. Was zu bedenken sei, ist, dass nicht jeder sofort abkassiert werde, der keine Maske trägt. „Das wird mit Augenmaß gemacht und ist verhältnismäßig.“ Das Amt für Straßen und Verkehr steht nach Angaben der Innenbehörde bereit, auch aufgesprühte Markierungen zieht man in Betracht. Wann genau das passieren soll und Schilder aufgehängt werden, steht laut Innenbehörde noch nicht fest.

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