Verkehrsprobleme im Norden Schneeböen legen Verkehr lahm

Der Schneesturm hat vielerorts den Verkehr zum Erliegen gebracht. Einige Städte und Kreise setzen an diesem Montag den Unterricht aus. In Bremen fiel der Sturm schwächer aus als erwartet, hatte aber Folgen.
07.02.2021, 22:14
Lesedauer: 3 Min
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Schneeböen legen Verkehr lahm
Von Sara Sundermann

Schnee und Verwehungen haben am Sonntag den Zugverkehr im Norden großteils zum Erliegen gebracht, auch die Bremer Straßenbahnen standen zeitweise still. Für diesen Montag wird mit weiteren Beeinträchtigungen des Nah- und Fernverkehrs gerechnet. Die anfangs befürchteten Szenarien traten für Bremen und die Region nicht ein: Das Zentrum des Schneesturms lag deutlich weiter südlich als prognostiziert und zog durch Südniedersachsen und Nordrhein-­Westfalen.

Schneefall und eisige Böen gab es in der Hansestadt und Niedersachsen trotzdem. Die Deutsche Bahn sprach von einem „extre­men Unwetter“ und stellte fast den kompletten regionalen Bahnverkehr in Bremen und Niedersachsen ein. Auch die Nordwestbahn legte ihre Züge in der Region still.

Die Johanniter versorgten mit 38 Helfern gestrandete Reisende und Obdachlose im Bremer Hauptbahnhof. Sie hatten Kartoffelsuppe, Kaffee und Tee im Gepäck: „Das ist ein Angebot für alle, die Bedarf haben“, sagte Johanniter-­Sprecher Jan Klaassen. Auch andernorts wurden Passagiere versorgt: Die Bahn stellte sogenannte Aufenthaltszüge auf – zum Aufwärmen.

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Schneetreiben bringt Straßenbahn in Gröpelingen zum Entgleisen

Der Straßenbahn-Betrieb musste in Bremen mittags eingestellt werden, nach zwei Stunden lief er eingeschränkt wieder an. Eingefrorene Weichen und vereiste Oberleitungen hatten zu Problemen geführt, so ein Sprecher. BSAG-Mitarbeiter waren seit 5 Uhr morgens an mehreren Stationen in der Stadt im Einsatz und räumten mit Schneeschaufeln, Besen und Gasbrennern die Gleise frei.

Eine Straßenbahn in Gröpelingen entgleiste am Sonntagvormittag, verletzt wurde niemand. Den Mitarbeitern der Bremer Straßenreinigung machten Schneeverwehungen zu schaffen: „Da, wo wir vor eben die Wege frei gemacht haben, sieht es oft zehn Minuten später wieder so aus wie zuvor“, sagte Winterdienst-Disponent Frank Kunst.

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Der Norden Nordrhein-Westfalens, das südliche Niedersachsen, das nördliche Thüringen und Sachsen-Anhalt waren am stärksten von dem Schneesturm betroffen. Auch hier bewahrheiteten sich die größten Befürchtungen der Meteorologen nicht. Zu Einschränkungen kam es vor allem im Verkehr: So fielen im gesamten Norden und Westen zahlreiche Zugverbindungen aus, auf Autobahnen waren Räumfahrzeuge im Dauereinsatz.

In Wuppertal befreiten Einsatzkräfte sechs Menschen aus der Schwebebahn, die wegen der Kälte stehen geblieben war. Lastwagen blieben im Schnee stecken oder kippten um, die Autobahn 7 wurde gesperrt. Es fielen mancherorts mehr als 30 Zentimeter Schnee, dazu kamen meterhohe Verwehungen. Viele Städte und Kreise setzen an diesem Montag den Präsenzunterricht in den Schulen aus, so verfahren zum Beispiel Göttingen, Osnabrück, Vechta und Diepholz.

Schnee sorgt für Absage von Werder-Spiel in Bielefeld

Der Wintersturm führte auch dazu, dass die für Sonntagabend angesetzte Partie zwischen Arminia Bielefeld und Werder Bremen abgesagt wurde. Die DFL will rasch einen Ersatz-Termin bekannt geben.

Nach dem Schneesturm kommt nun eine Kältewelle auf Deutschland zu. Tief „Tristan“ über Mitteleuropa und dem Mittelmeer sorgt laut dem Deutschen Wetterdienst im Zusammenspiel mit Hoch „Gisela“ über Skandinavien für eisiges Winterwetter mit bis zu minus 20 Grad nachts. Die Deutsche Bahn und die Nordwestbahn (NWB) rechnen für diesen Montag mit massiven Verkehrseinschränkungen. „Es wird mit dem Wetter nicht besser, eher schlimmer“, so ein Sprecher der NWB.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat Betroffenen ans Herz gelegt, in Absprache mit Arbeitgebern am Wochenbeginn besser zu Hause zu bleiben. Der Wind bereite auf Straßen und Schienen weiterhin „megamäßig“ Probleme, vor allem durch Schneeverwehungen.

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Nach dem Schnee kommt die Kälte

Der Norden von Nordrhein-Westfalen, das südliche Niedersachsen, das nördliche Thüringen und Sachsen-Anhalt waren am Wochenende am stärksten von dem Schneesturm betroffen. Dennoch bewahrheiteten sich auch hier die größten Befürchtungen der Meteorologen nicht. Deutliche Einschränkungen gab es im Verkehr: So fielen im gesamten Norden und Westen zahlreiche Zugverbindungen aus, auf Autobahnen waren Räumfahrzeuge im Dauereinsatz. In Wuppertal befreiten Einsatzkräfte sechs Menschen aus der Schwebebahn, die wegen der Kälte stehen geblieben war.

Nach dem Schneesturm kommt eine Kältewelle auf Deutschland zu. Tief „Tristan“ sorgt im Zusammenspiel mit Hoch „Gisela“ weiterhin für eisiges Winterwetter mit bis zu minus 20 Grad nachts.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat den vom Schneechaos betroffenen Menschen in Deutschland geraten, am Wochenbeginn besser zu Hause zu bleiben. Man könne nicht garantieren, im Laufe des Montags den Bahnverkehr wieder zum Laufen zu bekommen, sagte Scheuer nach einer Lagebesprechung am Sonntag.

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