Planer der Bremer Straßenbahn AG

Sechs Varianten für die Domsheide

Für die Umgestaltung der Domsheide haben Verkehrsplaner der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) sechs Varianten vorgestellt, wie die Trassenführung an dem Verkehrsknotenpunkt aussehen könnte.
29.01.2019, 21:31
Lesedauer: 2 Min
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Sechs Varianten für die Domsheide
Von Pascal Faltermann
Sechs Varianten für die Domsheide

Wie sollen die Straßenbahnen an der Domsheide fahren? In einem Beteiligungsworkshop diskutierten Planer mit Interessierten über sechs Varianten und den Umbau des Verkehrsknotenpunkts.

Koch

Die Domsheide soll ein neues Gesicht und eine neue Führung der Straßenbahnen und Busse bekommen. Wie diese Umgestaltung aussehen könnte, darüber haben sich Planer der Bremer Straßenbahn AG Gedanken gemacht. Sechs Varianten sind das Ergebnis.

Zwischen Börsenhof und St.-­Petri-Dom sind die Haltestellen im ersten Entwurf platziert. In einer zweiten Option sind alle Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für die Straßenbahn vor dem Landgericht und der Post eingeplant. Insgesamt sechs verschiedene Möglichkeiten haben die Verkehrsplaner der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) für eine mögliche Trassenführung an der Domsheide skizziert. „Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, deswegen haben wir diesen Prozess der Bürgerbeteiligung gestartet“, sagt Andreas Busch, Leiter der Verkehrsplanung bei der BSAG. Im Konzerthaus Glocke stellten Planer von Behörden, BSAG und Consult Team Bremen (CTB) die Entwürfe am Dienstagabend vor. Im Mai – voraussichtlich noch vor der Bürgerschaftswahl – sollen erste konkrete Pläne fertig sein.

Zuerst sind die Bürger gefragt

Vorweg: Es steht noch nichts fest, es sind nur Möglichkeiten. Denn bevor die Planungen für den Verkehrsknotenpunkt so richtig starten, sind zuerst die Bürger gefragt. Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hatte den Umbau der Domsheide im vergangenen Jahr zur Chefsache erklärt und eine Radikalkur für den Verkehrsknotenpunkt gefordert. Dafür soll die 2019 und 2020 ohnehin anstehende umfassende Sanierung der Gleisanlagen durch die BSAG genutzt werden. „Die Gleise liegen hier seit rund 15 Jahren, deswegen müssen wir was tun“, sagt Lars Jensen, Infrastruktur- und Bauchef bei der BSAG.

Die Gleise und Weichen sollen aber nicht nur ausgetauscht werden, sondern auch an eine zusätzliche Anforderung aus dem Personenbeförderungsgesetz angepasst werden. „Wir müssen bis 2022 die vollständige Barrierefreiheit an den Haltestellen herstellen“, erklärt Busch. Das heißt: Der Ein- und Ausstieg in die Bahnen muss möglichst eben und nur mit einem kleinen Spalt versehen sein. Die Bahnsteige müssen eine Höhe von 25 Zentimetern und die Gleise gerade geführt werden. Vor diesem Hintergrund fertigten die Planer der BSAG eine Machbarkeitsstudie an.

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Nicht alle Varianten sehen vor, dass die derzeitigen Fahrstrecken für Busse und Bahnen erhalten bleiben. Mal gibt es Chancen für eine Gestaltung des Stadtraumes, mal mehr Platz für den Radverkehr oder gar keine Haltestellen mehr an der Balgebrückstraße. Ein viel diskutierter Punkt unter den Interessierten und Interessenvertretern in der Glocke ist der Turm an der Domsheide, ein Kunstwerk des dänischen Bildhauers Per Kirkeby.

Der Planungsprozess wird dauern

„Der Turm muss weg, zur Zeit ist er ein Urinal“ steht auf einem gelben Notizzettel, der an einen Plan angeheftet ist. Auf einem anderen: „Der Turm soll bleiben.“ Dazu entwickelten sich immer wieder Wortgefechte oder Forderungen wie eine Verlegung des Kunstwerkes wahlweise zum Roland-Center, an den Brill oder ans Überseemuseum. Weitere Ziele der Umgestaltung sind eine höhere Sicherheit, weniger Lärm für die Glocke und das Landgericht, eine bessere Aufenthaltsqualität und gute Verbindungen für den Radverkehr.

Die Ergebnisse dieses Beteiligungsworkshops will Christian van der Velde, Geschäftsführer des Infrastrukturdienstleisters CTB, zusammenfassen und in Kürze öffentlich machen. „Wir wollen auch die Gegenläufigkeit der verschiedenen Ziele aufzeigen“, sagt van der Velde. Damit wolle man deutlich machen, wie die verschiedenen Interessen in solch einem Planungsprozess abgewogen werden müssen. Einig sind sich alle Beteiligten in einem: Der Planungsprozess für die Domsheide wird dauern, auch wenn durch die Ansage von Bürgermeister Sieling Druck auf der Sache liegt.

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