„Solar Cities“-Strategie

Mindestens 20 Solardächer für öffentliche Bremer Gebäude

Die Bremer SPD fordert, dass der Senat zügig das Konzept der „Solar Cities“ umsetzt und schon bald mit dem Bau der ersten Solaranlagen auf Dächern von öffentlichen Gebäuden beginnt.
13.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Mindestens 20 Solardächer für öffentliche Bremer Gebäude
Von Nina Willborn
Mindestens 20 Solardächer für öffentliche Bremer Gebäude

Solarstrom aus Anlagen auf öffentlichen und privaten Dächern soll helfen, die Bremer Energiebilanz zu verbessern.

Jens Büttner / dpa

Im Sommer hat die Bürgerschaft beschlossen, dass Bremen und Bremerhaven „Solar Cities“ werden sollen, die so viel Solarstrom wie möglich produzieren. Geschehen soll das im ersten Schritt über Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern von neu gebauten Häusern, Gewerbeimmobilien und öffentlichen Gebäuden. Für letztere fordert die Bremer SPD nun, dass die neuen Vorgaben möglichst schnell umgesetzt werden. Der parteiinterne Arbeitskreis „Klimawandel, Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften“ hat ein Positionspapier verfasst, über das zeitnah das Parlament diskutieren und beschließen soll. „Wir wollen, dass die Stadt vorangeht, damit der Ausbau der Solarenergie insgesamt in die Puschen kommt“, sagt Falk Wagner, Bürgerschaftsabgeordneter und Vorsitzender des Unterbezirks Stadt, der das Papier beschlossen hat. „Das ist ökologisch geboten und ökonomisch vernünftig.“

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Auf mindestens 20 Dächern von Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden sollten 2021 Solaranlagen installiert werden, heißt es in dem Papier. Außerdem solle festgelegt werden, wo und wann in den Folgejahren 50 weitere Anlagen aufgestellt werden können. „Wir können nicht sagen, bei Privatleuten machen wir Solaranlagen zur Auflage, und dann kommt die öffentliche Hand selbst nicht voran. Da muss Tempo aufgenommen werden“, sagt Arno Gottschalk, Sprecher der Fraktion für Klima und Umwelt.

Im Koalitionsvertrag hatten SPD, Grüne und Linke vereinbart, bis zum Ende der Legislaturperiode „alle geeigneten öffentlichen Dächer mit Fotovoltaik-Anlagen auszurüsten, wo dies wirtschaftlich rentabel ist“ – dass dieses Ziel tatsächlich zu erreichen ist, sieht man im Arbeitskreis allerdings kritisch. Auf welchen der rund 1000 öffentlichen Gebäude, die zum Sondervermögen Immobilien und Technik (SVIT) gehören, künftig Solarstrom produziert werden könnte, wird laut Gottschalk bereits geprüft, noch stehen aber Statik-Gutachten aus.

Koordination der Installationen

Für öffentliche Gebäude, die nicht zum SVIT zählen, darunter Krankenhäuser, der Flughafen und die Hochschulen, sollen, so die Forderung, Gutachten bis Ende des kommenden Jahres vorliegen. Eine Frage, die der Senat aus SPD-Sicht ebenfalls zügig klären müsste: Welche Stelle koordiniert die Installation der Solaranlagen? Erfahrungen von anderen Kommunen zeigten, heißt es in dem Papier, dass es weder effektiv noch zweckmäßig sei, „einzelnen Ressorts oder den Gebäudenutzern diese Aufgabe zu überlassen“.

Zur Vorfinanzierung der Fotovoltaik-Anlagen schlagen die Sozialdemokraten vor, private Investoren auszuklammern und stattdessen Mittel aus den rund 500 Millionen Euro der Anstalt für Versorgungsvorsorge zu verwenden, die wiederum der Pensionskasse verzinst würden. Ein weiterer Punkt: Bei der Vergabe der Aufträge solle das regionale Handwerk bevorzugt werden.

Der CDU gehen die Forderungen nicht weit genug. Martin Michalik, Umweltsprecher der Fraktion, bemängelt, dass der Aspekt der Gründächer ausgeklammert werde.

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Weitere Informationen

Wie man eine Solaranlage auf dem Dach oder Balkon installiert und nutzt, erklärt der Arbeitskreis Klima & Umwelt zusammen mit dem Verein Bremer Solidarstrom an diesem Freitag von 16 bis 17.30 Uhr in einer Online-Videositzung. Anmeldungen per E-Mail an: bianca.wenke@gmx.de, als Antwort gibt es den Link zur Veranstaltung.

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