Badesaison Sommerbad darf vorerst nicht öffnen

Die Saison an den Badeseen startet am 15. Mai, auch am Grambker Sportparksee. Das benachbarte Sommerbad Grambker See muss indes geschlossen bleiben. Das Ordnungsamt stuft es als Badeanstalt ein.
10.05.2021, 07:00
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Sommerbad darf vorerst nicht öffnen
Von Julia Ladebeck

Burg-Grambke. Die Temperaturen steigen und viele Nordbremer freuen sich darauf, bald wieder unter freiem Himmel schwimmen gehen zu können. Wann und ob das in den Freibädern möglich sein wird, ist nach Angaben des Gesundheitsressorts noch nicht konkret absehbar. Doch immerhin ist der Aufenthalt an Badeseen erlaubt. Die Saison beginnt am 15. Mai. Allerdings nicht überall: Das Sommerbad Grambker See muss geschlossen bleiben. Der Grund: Das Seebad wird vom Ordnungsamt als Freizeiteinrichtung eingestuft.

Am Freitag hat Heye Walter, Vorsitzender des DLRG-Bezirks Bremen-Nord, die Nachricht vom Sportamt erhalten: „Die Badesaison am Sportparksee Grambke kann am 15. Mai unter Einhaltung der Corona-Einschränkungen starten.“ Zusätzlich bekam Walter die Information, dass die Qualität des Wassers einwandfrei ist. Die Nachricht freute den Leiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Bremen-Nord. Wie jedes Jahr hat er bereits viel organisiert, damit die DLRG-Wache pünktlich zum regulären Saisonbeginn an den Wochenenden mit einer ausreichenden Zahl an Rettungsschwimmern besetzt ist.

Auch Reimer Kanje hat mit dem gesamten Seebad-Team schon viel für die Saison vorbereitet. Die Mitteilung, die dem Sprecher der Sommerbad-Sparte des 1. FC Burg am Freitag vom Ordnungsamt zuging, war jedoch weitaus weniger positiv. „In dem Schreiben heißt es, dass es sich beim Sommerbad um eine Badeanstalt und auf jeden Fall um eine Freizeiteinrichtung handelt und wir deshalb am 15. Mai nicht öffnen dürfen“, sagt Kanje. Obwohl er wusste, dass in den Behörden darüber diskutiert wird, ob das Sommerbad als Badesee oder als Badeanstalt einzustufen ist, hatte er mit dieser Einordnung letztlich nicht gerechnet.

Denn immerhin führt die Internetseite des Sportamts zehn Badeseen für Bremen auf, darunter das Sommerbad Grambker See. In einem Interview mit unserer Zeitung hatte Jochen Brünjes, der beim Sportamt über Jahre für die Bremer Sportanlagen zuständig war, kürzlich zwar darauf hingewiesen, dass die privat geführten Anlagen in Grambke und Arbergen weder öffentlich sind noch durch das Sportamt betrieben werden. Somit gelten sie nicht als Badeseen im eigentlichen Sinne. Im vergangenen Corona-Sommer war das Sommerbad aber offenbar noch nicht als Badeanstalt eingestuft und durfte öffnen.

Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressort, erklärte zur Einordnung des Seebads gegenüber unserer Redaktion: „Dieses Thema liegt nicht im Gesundheitsressort. Nach Rücksprache mit den zuständigen Kollegen bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau handelt es sich beim Grambker Seebad um ein Badegewässer.“

Die Betreiber verkünden schon seit Wochen auf ihrer Internetseite: „Wir freuen uns schon auf die voraussichtliche Eröffnung der Badesaison am 15. Mai 2021.“ Gleich darunter stehen die Hygiene- und Abstandsregeln, die schon im vergangenen Sommer coronabedingt galten. Genutzt wird das Bad vor allem von Familien mit Kindern. Die haben sich laut Kanje gut an die Vorschriften gehalten. Wurde es an einer Stelle doch einmal zu eng, waren die ehrenamtlichen Mitarbeiter zur Stelle, um die Gäste auf die Regeln hinzuweisen.

Die sind sogar noch strenger, als es die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln in der Pandemie ohnehin vorsehen. So muss auf der Liegewiese ein Abstand von drei Metern zwischen den Liegeplätzen eingehalten werden. Die Umkleiden und der Beachvolleyballplatz sind gesperrt, die Toilettenanlagen dürfen nur einzeln betreten werden. Außerdem ist der Aufenthalt im Hauptgebäude untersagt und wer sich Essen am Kiosk holt, muss es an seinem Liegeplatz verzehren.

Am Grambker Sportparksee gelten die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln. Kontrolliert werden sie durch Einsatzkräfte von Ordnungsamt und Polizei, die Streife laufen, allerdings nicht permanent vor Ort sind. „Unsere Leute haben ganz klar die Anweisung, nicht ordnungs- oder polizeidienstmäßig tätig zu werden“, betont Walter. Lediglich wenn Gefahr im Verzug ist, „wenn beispielsweise jemand viel Alkohol getrunken hat, trotzdem schwimmen gehen will und sich dadurch gefährdet“, rufen die DLRG-Mitglieder die Polizei.

Bedingt durch die Corona-Pandemie sind die Rettungsschwimmer im vergangenen Sommer selbst nicht am Strand Streife gelaufen. „Wenn sich jemand verletzt hatte, wurde er coronakonform im Sanitätsraum versorgt. Dabei tragen unsere Leute Masken, ebenso wie in allen Räumen, in den Einsatzfahrzeugen und in den Booten“, erläutert Walter die besonderen Bedingungen.

„Erfahrungsgemäß ist das erste herausragende Wochenende der Saison das nach Himmelfahrt“, sagt Walter. „Das hängt natürlich vom Wetter ab.“ Unabhängig davon wird es im Sommerbad Grambker See am nächsten Wochenende leer bleiben. Reimer Kanje hat das Infektionsschutzgesetz noch einmal genau studiert. Demnach sind die Betreiber verpflichtet, das Sommerbad als Freizeiteinrichtung geschlossen zu halten, solange die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt.

Kanje: „Öffnen dürfen wir erst zwei Tage nachdem die Fallzahlen fünf Werktage unter 100 waren.“ Das war erstmals am Sonnabend der Fall. „Unterstellen wir fortan Werte unter 100, so dürfen wir frühestens am 19. Mai öffnen“, so Kanje. „Sofern die Wettervorhersage so bleibt, das heißt sonnig mit knapp 20 Grad, werden wir spätestens zum Pfingstwochenende am Sonnabend, 22. Mai, öffnen. Sollten wir in dieser Woche wieder einen Tag mit Inzidenz über 100 haben, werden wir auch das Pfingstwochenende leider verpassen.“

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