Spendenaktion für bedürftige Familien Silvia knüpft am Beziehungsband zu ihren Kindern

Trennung, Krankheit und Schulden haben eine junge Mutter in die Krise getrieben. Inzwischen kämpft sich die 30-Jährige für ihre beiden Kinder zurück in einen normalen Alltag.
09.12.2021, 18:00
Lesedauer: 2 Min
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Silvia knüpft am Beziehungsband zu ihren Kindern
Von Ulrike Troue

Vor wenigen Tagen erst ist Silvia* 30 Jahre alt geworden. Trotzdem bläst die  alleinerziehende Mutter nicht Trübsal wie die ein oder andere Frau an dieser Altersgrenze. Im Gegenteil: Sie hat schwere Depressionen überwunden und möchte motiviert die Zukunft für sich und ihre beiden Kinder positiv gestalten. Die Weihnachtshilfe ist für sie ein weiteres kleines Zeichen für die Wende zum Guten.

Zuerst einmal wünscht sich Silvia ein größeres Bett für ihren zweijährigen Sohn Jannis*, der noch im Babybett schläft. "Ich brauche auch eine warme Winterjacke für ihn und Kleinigkeiten wie Strumpfhosen und Bodies", zählt die Bremerin auf. "Jannis fährt so gern im Hof mit dem Laufrad eines anderen Kindes", weiß sie. Deshalb würde sie dem fast Dreijährigen gern ein eigenes zu Weihnachten schenken. "Und einen Helm." Bewegung an der frischen Luft findet sie wichtig, ebenso Sicherheit.

Auch für sich. Silvia lebt mit ihrem kleinen Sohn seit 20 Monaten in einem Mutter-Kind-Haus in Findorff. Für den Schritt zurück in einen normalen Alltag gibt ihr diese Einrichtung gleichermaßen Rückhalt und Freiraum. "In meiner Wohnzeit habe ich schon viele kleine und große Ziele erreicht", berichtet die junge Frau stolz.

2020 ist die gelernte Krankenschwester zu Jannis Vater nach Bremen gezogen, den sie zu dem Zeitpunkt noch nicht sehr lange kannte. Das hat zur Zerreißprobe geführt, sodass sie mit ihrem Sohn letztlich im Mutter-Kind-Haus gelandet ist. "Inzwischen ist die Partnerschaft wieder stabiler", sagt Silvia erleichtert. 

"Es ist mir wichtig, dass die Mutter-Kind-Bindung aufrecht erhalten wird und wächst", sagt die 30-Jährige im Rückblick auf bittere Stunden. Das Jugendamt hatte ihren Sohn zeitweilig in Obhut genommen. Das soll nie wieder passieren, hat sich Silvia fest vorgenommen: "Ich selber bin in verschiedenen Kinderheimen groß geworden und nicht in einer Familie aufgewachsen. Meine Kinder sind alles für mich, und sie sollen es besser haben als ich."

Vor diesem Hintergrund soll ihre neunjährige Tochter weiterhin bei ihrem Vater in Sachsen leben. "Anna* soll in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, mir ist nur wichtig, dass ich sie regelmäßig sehe", sagt ihre Mutter. Die Große habe schon genug gelitten – unter der Trennung und den Symptomen ihrer Krankheit. 

"Ich bin einfach in ein Loch gefallen", erzählt Silvia, bei der 2018 schwere Depressionen diagnostiziert worden sind. "Es hat alles funktioniert mit dem Ausbildungsabschluss 2017 und dann der Arbeit, der Beziehung, Tochter und Freunden", blickt sie zurück. Doch dann gerieten die jungen Eltern in heftige Streitereien. Durch ihre seelische Erkrankung ist die Frau zudem immer wieder in Kaufsucht verfallen. Dank ihrer Therapie und mithilfe der Schuldnerberatung könnte die zweifache Mutter nun beides "in den Griff bekommen". 

Seit einem Monat arbeitet Silvia wieder als Krankenschwester und Jannis besucht die Kita. Nach schweren Rückschlägen arbeitet sie sehr an einer Stabilisierung für sich und ihre beiden Kinder, das attestiert ihr die Einrichtung.

Das Verhältnis zum Vater ihrer Tochter sei "sehr schwer", bekennt die 30-Jährige. Immer wieder landeten sie vor Gericht. "Trotzdem bemühe ich mich, Umgänge wahrzunehmen und ihr eine schöne Zeit zu geben", versichert die Bremerin, die dank der Weihnachtshilfe nun auch Anna beim nächsten Besuch ein schönes Geschenk mitbringen kann.

*die richtigen Namen sind der Redaktion bekannt

Info

Wer helfen möchte, kann Spenden für die „Aktion Weihnachtshilfe“ auf das IBAN-Konto DE 22 2905 0101 0001 1650 00 bei der Sparkasse Bremen (BIC: SBREDE22XXX) einzahlen.

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