Stadterneuerung Neue Ideen für alten Ortsmittelpunkt

In Oslebshausen wohnt man südlich der Heerstraße, kauft aber nördlich davon ein. Dazu, wie beide Hälften des Ortsteils besser zusammengeführt werden könnten, wird seit Ende 2020 eine Rahmenplanung erarbeitet.
05.03.2021, 16:36
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Neue Ideen für alten Ortsmittelpunkt
Von Anne Gerling

Oslebshausen. Oslebshausen hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert: An der Oslebshauser Landstraße ist eine Wohnanlage für Senioren und zwischen Im Weinberge und Am Oslebshauser Park eine Wohnsiedlung entstanden, während sich um den Bahnhof herum immer mehr Geschäfte angesiedelt haben. Die Angebote zur Nahversorgung befinden sich somit mittlerweile auf der anderen Seite der Heerstraße. Um dorthin zu gelangen, müssen die Oslebshauser nun über die Heerstraßenkreuzung – früher der lebendige Ortsmittelpunkt – und die hat es in sich. Denn heute ist diese unübersichtliche und stark befahrene Kreuzung für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichermaßen ein Ärgernis.

Aus diesem Grund war 2014 die Erarbeitung eines Rahmenplans zur Umgestaltung und Aufwertung des öffentlichen Raums im Kreuzungsbereich ins Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) Gröpelingen aufgenommen worden. Kurz vor Weihnachten haben nun verschiedene Planungsbüros im Zuge einer städtebaulichen Studie das Areal zwischen Oslebshauser Bahnhof, Marktplatz und Park untersucht und im Dialog mit der Verwaltung sowie mit lokalen Akteuren und Beiratspolitikern Ziele und Strategien zur Verbesserung der Gegebenheiten vor Ort entwickelt.

Für etwaige Maßnahmen stehen rund 400.000 Euro bereit. „Es dürfte jedem bewusst sein, dass damit ein Umbau der Kreuzung oder der Bau eines Kreisverkehrs nicht zu machen sind“, sagt Claus Gieseler vom Referat Stadtumbau / Stadterneuerung im Bauressort, der erste Untersuchungsergebnisse und Ideen zur Verbesserung der Gesamtsituation kürzlich im Bauausschuss des Gröpelinger Beirats vorgestellt hat.

Hauptziel ist dabei eine bessere Vernetzung, sodass Geschäfte, die Schule im Park, Kitas, der Sportverein Grambke-Oslebshausen (SVGO) an der Sperberstraße oder auch der Bahnhof besser zu erreichen sind. Dies wäre nach Ansicht der Planer möglich, indem um die zentrale Kreuzung herum grüne „Trittsteine“ wie der Oslebshauser Park, der Grünzug oder der Friedhof zu Korridoren für Radfahrer und Fußgänger miteinander verbunden würden – inklusive sichere Querungsmöglichkeiten über die Heerstraße.

Als Grundlage für spätere Maßnahmen haben die Planer außerdem drei Vorschläge dazu entwickelt, wie die aktuell versetzte und dadurch unübersichtliche Kreuzung umgebaut und dabei symmetrischer gestaltet werden könnte. Ganz gleich, ob dabei zum Beispiel die Ritterhuder Heerstraße verschwenkt oder ein Kreisverkehr gebaut würde, wozu 2009 der Beirat eine Machbarkeitsstudie erstellen ließ: In jedem Fall müssten dann wohl einige Häuser im Kreuzungsbereich weichen – gleichzeitig gäbe es dann aber auch ausreichend Platz für die bereits im Verkehrsentwicklungsplan (VEP 2025) aufgelistete Verlängerung der Straßenbahn von Gröpelingen bis zum Oslebshauser Bahnhof.

Auch wenn dies noch ferne Zukunftsmusik ist – schon jetzt könnte vor Ort einiges verbessert werden. So ist Gieseler zufolge geplant, mit den Eigentümern der Häuser rund um die Kreuzung ins Gespräch zu kommen, um sie möglicherweise davon zu überzeugen, in die teilweise stark sanierungsbedürftigen Immobilien – darunter durchaus einige verbliche Perlen – zu investieren. Manche Oslebshauser wünschen sich außerdem an der Kreuzung Gastronomie, zum Beispiel ein schönes Eiscafé. Das wesentliche Problem im Zusammenhang mit der Kreuzung ist nach Ansicht des Oslebshausers und früheren Beiratspolitikers Heiko Vogelsang jedoch der Durchgangsverkehr, der täglich über die Ritterhuder Heerstraße in die Oslebshauser Landstraße hineinschwappt. „Das Wichtigste für Oslebshausen ist, den Durchgangsverkehr zu reduzieren. Das können wir nur, wenn wir den ÖPNV aufwerten“, ist er deshalb überzeugt. In diesem Zuge müsste dann nach Möglichkeit auch der Bahntunnel an der Ritterhuder Heerstraße attraktiver werden, der sich seit Jahren in einem beklagenswerten Zustand befindet.

In den nächsten Wochen wird das Konzept nun weiter ausgearbeitet, sodass die Rahmenplanung im Juni steht und dann im Beirat vorgestellt werden kann.

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