Sporthallen-Anbindung in Oslebshausen Ortspolitiker lehnen breite Straße im Park ab

Es geht voran in Sachen Turnhallen-Neubau für die Oberschule im Park: Die Mitglieder der Fachausschüsse Bildung und Bau des Gröpelinger Beirats haben nun über die Anbindung entschieden.
01.04.2021, 05:00
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Ortspolitiker lehnen breite Straße im Park ab
Von Anne Gerling

Über welche Straße sollen zukünftig Eltern und Sportler per Auto den für die Schule im Park geplanten Erweiterungsbau inklusive Drei-Feld-Turnhalle ansteuern? Wie sich bei einer ersten Präsentation des Konzepts Anfang Februar zeigte, vertreten Planer und Anwohner in diesem Punkt unterschiedliche Ansichten.

Während nämlich Erstere den Verkehr über die Oslebshauser Landstraße und die Straße Am Alten Sportplatz führen möchten, wo auch die vorgeschriebenen 15 Pkw-Stellplätze eingerichtet werden sollen, befürchten manche Anwohner, dass hierdurch der Verkehr im Menkenkamp zunehmen würde. Dabei ginge es einerseits um die Fahrzeuge von Eltern und Lehrern und andererseits um das Verkehrsaufkommen im Zusammenhang mit dem Vereinssportler bis 22 Uhr.

Anwohner Heiko Vogelsang hatte deshalb im Februar gefordert, die Straße Beim Oslebshauser Park, die vom Bunker an der Heerstraße aus in den Park und zur Schule führt, zur offiziellen Zuwegung zu erklären. Schließlich sei über diese Strecke seinerzeit auch schon der Verkehr zum Betriebshof des Umweltbetrieb Bremen geführt worden.

Beirat stimmt für Zuwegung

Nun haben sich die Mitglieder der Fachausschüsse Bildung und Bau des Gröpelinger Beirats zu dem Thema positioniert: Bei einer Gegenstimme sprachen auch sie sich für eine Zuwegung über die Straße Am Alten Sportplatz aus.

Zwischen Bunker und Schule sollte das Verkehrsaufkommen grundsätzlich so gering wie möglich sein, hatte in der vorangegangenen Diskussion Schulleiterin Monika Steinhauer betont: „Da vermischen sich sonst zu viele Verkehrsteilnehmer – zumal wir jetzt schon ein großes Problem mit Eltern haben, die dort entlang fahren.“ Zukünftig werde die Schule außerdem noch mehr Schülerinnen und Schüler haben, auf die besondere Rücksicht genommen werden müsse. Auch Tillmann Schneider, Leiter des Zentrums für unterstützende Pädagogik (ZuP) an der Schule im Park, unterstrich: „Ich stelle es mir schwierig vor, wenn dort morgens Schüler laufen und Autos fahren.“ Sämtliche Träger öffentlicher Belange hatten sich bereits zuvor im Zuge einer Trägerbeteiligung gegen den Ausbau des Versorgungsweges Am Oslebshauser Park ausgesprochen.

Würde dieser nämlich offizielle Zufahrtsstraße, so müsste er auf eine Mindestbreite von neun Metern ausgebaut werden, um Fußgänger, Radfahrer und Kfz voneinander trennen zu können, wie Christian Buck von der Gruppe GME unterstrich: „Das würde einen großen Eingriff in die Natur bedeuten, dafür müssten auch Bäume weg.“

An der Ecke Oslebshauser Heerstraße/Am Oslebshauser Park seien außerdem Ein- und Ausfahrt ausschließlich für Rechtsabbieger möglich, so Buck weiter: „Man müsste also die Kreuzung ordnen und regeln, denn schon jetzt fahren dort Linksabbieger verkehrswidrig hinein.“ Außerdem würden angesichts einer so komplizierten Zufahrt Autofahrer dann womöglich direkt auf die Straßen Menkenkamp oder Am Alten Sportplatz ausweichen. Dies gelte auch dann, wenn von der Heerstraße aus eine Zufahrt um den Bunker herum zur Straße Am Alten Sportplatz hergerichtet würde.

Nach Ansicht der am Planungsprozess beteiligten Verkehrsgutachterin wird der Menkenkamp sogar davon profitieren, wenn die Straße Am Alten Sportplatz zur offiziellen Zufahrt erklärt wird: Sie hat errechnet, dass dann vier Autos weniger pro Tag als bisher den Menkenkamp ansteuern würden: „Und Am Alten Sportplatz würden 28 Fahrzeuge täglich hinein und auch wieder hinausfahren.“

Gutachterin: Schutzwall befindet sich an anderer Stelle

Heiko Vogelsangs Argumentation, für eine Zufahrt über die Straße Am Alten Sportplatz müsse ein im Bebauungsplan festgeschriebener 1,50 Meter hoher Schutzwall durchbrochen werden, widersprach Stadtplanerin Georgia Wedler aus dem Bauressort. Der Schutzwall befinde sich an einer anderen Stelle, sagt sie: „Wir haben ein Lärmgutachten beauftragt, das zeigte, dass eine Parkierungsanlage Am alten Sportplatz durchaus verträglich ist. Am Bunker oder an einer alternativen Stelle läge sie deutlich näher an einigen Häusern.“ Auch die Verkehrsabteilung ihres Hauses teile im Übrigen die Haltung der Gutachterin.

Einstimmig stimmten schließlich die Mitglieder beider Fachausschüsse für einen Antrag der SPD-Fraktion. Darin wird von den beteiligten Fachressorts gefordert, Planung und Realisierung der neuen Schulturnhalle nun zügig voranzutreiben. „Ich finde den Antrag gut“, sagte dazu Götz Brinkmann, Schulbau-Koordinator im Bildungsressort, „denn das ist eigentlich auch, was wir möchten: Das Vorhaben jetzt schnell umsetzen.“

Info

Zur Sache

Schwierige Standort-Suche

Nachdem im November 2016 die gerade neu gebaute Turnhalle der Oberschule im Park abgebrannt war, begann für die Schule das große Warten: Die Frage nach dem Standort für einen Neubau gestaltete sich zäh, denn auf dem Schulgrundstück ist der Platz knapp.

Im September 2018 hatten Ortspolitiker, Schulleitung und interessierte Bürger als Wunsch-Standort für eine neue Drei-Feld-Turnhalle – und nach Möglichkeit auch einen Erweiterungsbau, da die Schule um einen vierten Zug wachsen möchte – das kleine Waldstück zwischen den Straßen Am Oslebshauser Park und Am alten Sportplatz benannt. Hierzu liegt seit Februar eine positive Machbarkeitsstudie vor. Als Zwischenlösung war eine mobile Zwei-Feld-Halle gedacht, die seit Ende 2020 auf dem Gelände des Sportvereins Grambke-Oslebshausen (SVGO) an der Sperberstraße steht. Ihre Laufzeit ist auf zwei Jahre begrenzt, Schulbau-Koordinator Götz Brinkmann aus dem Bildungsressort schließt aber eine Verlängerung nicht aus.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+