Chipmangel Erneut Kurzarbeit bei Mercedes in Bremen

Schon wieder legt der Chipmangel das Bremer Mercedes-Werk lahm. Ab Sonntag müssen die Beschäftigten in die Zwangspause. Ein VW-Vorstand warnt, dass die Autoindustrie noch lange betroffen sein wird.
10.06.2021, 11:55
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Erneut Kurzarbeit bei Mercedes in Bremen
Von Stefan Lakeband

Die Mitarbeiter des Bremer Mercedes-Werks müssen ab Sonntag wieder in Kurzarbeit. Der Autobauer fährt erneut die Produktion herunter, da wichtige Halbleiter fehlen. Das bestätigte Elke Tönjes-Werner, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, dem WESER-KURIER. Zuerst hatte Buten un Binnen darüber berichtet.

„Das Problem sind wieder die Halbleiter“, sagte Tönjes-Werner. Mit der Nachtschicht von Sonntag auf Montag werde die Phase der Kurzarbeit beginnen. Geplant ist sie vorerst bis zum Freitag.

Nach Informationen des Portals Business Insider rechnet das Management damit, dass der Konzern wegen des Mangels bis Mitte nächsten Jahres immer wieder Kurzarbeit anmelden muss. Ein Ende der Engpässe sei wohl erst im Winter 2022 in Sicht.

Der Chip-Mangel ist ein Problem, das den Konzern seit Monaten belastet und das immer wieder zum Stopp der Produktion führt. Bereits im April und Mai wurde ein Großteil der 12.500 Bremer Beschäftigten in die Kurzarbeit geschickt. Auch im Januar waren die Beschäftigten bereits zu einer Pause gezwungen.

"Die Situation ist volatil, es ist daher nicht möglich, eine Prognose zum Impact abzugeben", sagte eine Konzernsprecherin Mitte Mai. Auf Schwankungen müsse man kurzfristig reagieren. Zudem sei man im engen Austausch mit den Lieferanten und passe falls nötig die Fahrweisen in einzelnen Werken an. Eine aktuelle Anfrage ließ Daimler bislang unbeantwortet.

Das Problem trifft auch andere Autobauer. „Wir stehen vor den härtesten sechs Wochen“, sagte etwa Murat Aksel, Einkaufsvorstand des VW-Konzerns, nun im Interview mit dem „Handelsblatt“. Er hofft auf Besserung im dritten Quartal. Trotzdem fehlten langfristig etwa zehn Prozent der Chips, weil weltweit nicht genug produziert werde. „Bis neue Produktionskapazitäten aufgebaut werden können, dauert es bis zu zwei Jahre“, sagte Aksel. Die Lage bleibe angespannt.

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