Nach Ausbau der Recyclingstation Hulsberg Beirat Hemelingen sucht Ideen zur Verkehrsführung

Der Beirat Hemelingen sucht nach Ideen für die Verkehrsführung nach dem Ausbau der Recyclingstation Hulsberg und der Straßenbahn-Querspange Ost.
11.02.2021, 05:00
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Beirat Hemelingen sucht Ideen zur Verkehrsführung
Von Christian Hasemann

Noch sind es Pläne, aber diese haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten konkretisiert: An der Kreuzung Bennigsenstraße/ Stresemannstraße wird es in den kommenden Jahren mit dem Bau der neuen Straßenbahnlinie Querspange Ost und dem Ausbau der Recyclingstation Hulsberg eng werden. Der Verkehrsausschuss Hemelingen hat in seiner jüngsten Sitzung nach Ideen gesucht, wie ein Verkehrskollaps an der Engstelle zur Recyclingstation verhindert werden kann. Gleichzeitig fordern die Stadtteilpolitiker von der Stadtreinigung Bremen (DBS) und der Stadt ein Verkehrskonzept für den gesamten Kreuzungsbereich und die umliegenden Straßen.

Verkehr wird zunehmen

Im vergangenen Jahr hat der Bremer Senat mit dem Planaufstellungsbeschluss die rechtliche Grundlage für den Bau der Straßenbahnverbindung zwischen der Östlichen Vorstadt und der Vahr geschaffen. Die Linie führt über die Bennigsenstraße zur Kreuzung an der Stresemannstraße und von dort zur Steubenstraße. Ebenfalls im vergangenen Jahr kündigte die DBS an, die Station Hulsberg um- und auszubauen sowie zu modernisieren und gleichzeitig das Angebot an anderen Stationen, wie zum Beispiel im Hemelinger Hafen, einzuschränken. Prophetische Gaben brauchen die Beiratsmitglieder aus Hemelingen nicht, um davon ausgehen zu können, dass der Verkehr zur Recyclingstation Hulsberg zunehmen wird.

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Wie der Herausforderung begegnet werden könnte, darüber gibt es aber auch im Verkehrsausschuss unterschiedliche Ansichten. Gerhard Scherer (CDU): „Wenn man von der Recyclingstation kommt, muss man auch die Möglichkeit haben, links auf die Stresemannstraße abzubiegen.“ Sonst, so sein Argument, würden die Kunden der Recyclingstation geradeaus in die ohnehin bereits belastete Bennigsenstraße fahren. „Das kann nicht sein, dass man das einfach so lässt“, so seine Einschätzung.

Derzeit keine Linksabbiegespur

Tatsächlich ist derzeit keine Links-Abbiegespur auf die Stresemannstraße für Autofahrer, die von der Recyclingstation kommen, vorhanden. Das habe auch seinen guten Grund, wandte Ralf Bohr (Grüne) ein. „Wenn man das macht, wird der Verkehr von der Kirchbachstraße/ Stader Straße wieder durch die Bennigsenstraße führen. Da macht man die Büchse der Pandora auf.“ Im Endeffekt habe man dann mehr Verkehr in der Bennigsenstraße als ohne Linksabbiegespur.

Der Ausschuss hatte sich mit Dettmer einen Fachmann aus der Baubehörde eingeladen, der die Verkehrsführung nach dem Bau der Querspange Ost vorstellen sollte. Allerdings: Als die Planungen für den Kreuzungsbereich gemacht wurden, waren die Ausbaupläne der Recyclingstation noch Zukunftsmusik. Deswegen wird es dort nach den damaligen Plänen derzeit nur eine einzige Änderung geben. „Aus der Bennigsenstraße wird aus den zwei Spuren eine kombinierte Rechts-Geradeaus-Spur“, sagte Dettmer.

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Uwe Janko (FDP) hält die derzeitige Planung nicht für ausreichend. „Der Punkt ist, dass die Station ausgebaut wird. Da stelle ich es mir schwierig vor, wenn die Leute geradeaus fahren und dann erst in der Feuerkuhle links fahren, damit sie stadtauswärts kommen.“ Die etwas südlich gelegene Feuerkuhle verläuft parallel zur Stresemannstraße und wird schon heute von Autofahrern genutzt, die von der Recyclingstation Richtung Hemelingen wollen. Aber auch dort ist der Platz eher knapp. Ausschussmitglied Hannelore Sengstake (CDU) fragte sich in dem Zusamnmenhang, ob denn dieser Weg über die künftig dort verlaufenen Straßenbahngleise überhaupt noch möglich sei. Eine Frage, die im Ausschuss keiner beantworten konnte.

Einbahnstraße einrichten?

Eine andere Idee, die besprochen wurde: Die Bennigsenstraße könnte zur Einbahnstraße gemacht werden, damit kein Verkehr von der Kirchbachstraße/ Stader Straße kommend durch die schmale Straße fließen kann. Aber auch dabei gibt es einen Haken: Stadteinwärts kommend gibt es keine Linksabbiegespur zur Recyclingstation auf der Bismarckstraße, die nach der Kreuzung zur Stresemannstraße wird. Bei so einer Verkehrsführung wäre die Recyclingstation also nur von stadtauswärts kommend über die Stresemannstraße oder aus der Georg-Bitter-Straße zu erreichen.

Nurtekin Tepe (SPD) wiederum sieht kein Problem mit einer Linksabbiegespur auf der Bennigsenstraße Richtung Stresemannstraße. „Die Ampel an der Kreuzung Stader Straße/ Bennigsenstraße ist nur ganz kurz grün, da gehen höchstens drei Autos drüber. Und 150 Meter weiter kann man ja wieder links abbiegen.“ Gemeint ist die Kreuzung Stader Straße/ Bismarckstraße.

Jetzt neue Situation

Das Schlusswort hatte Gerhard Scherer. „Es gibt ein Verkehrskonzept für die Querspange, das verstehe ich, aber jetzt ist es eine neue Situation. Die Recyclingstation wird massiv ausgebaut und ich möchte, dass man diese und die umliegenden Straßen mit in das Verkehrskonzept reinbringt.“ Für den Notfall müsste es ja auch Platz für die Feuerwehr geben. „Wenn dort alles steht, dann kommt auch die nicht weg“, so seine Befürchtung.

Der Ausschuss fordert in einem einstimmigen Beschluss die Bremer Stadtreinigung und die Stadt auf, ein Verkehrskonzept zu erstellen – mit Querspange und ausgebauter Recyclingstation.

Info

Zur Sache

Die Recyclingstationen in Bremen sollen in den kommenden Jahren umgebaut werden. Einige Stationen, wie die an der Bennigsenstraße, sollen ausgebaut und modernisiert werden und für die Kunden sicherer und bequemer werden. Kleinere Stationen dagegen sollen nur noch mit einem deutlich kleineren Angebot und bei eingeschränkten Öffnungszeiten betrieben werden. Dazu zählt unter anderem die Recyclingstation im Hemelinger Hafen, die künftig als sogenannte „Grünstation“ vor allem Grünabfälle annehmen wird. In Bremen-Osterholz wird darüber hinaus eine komplett neue Station gebaut.

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