Arbeit läuft im Hintergrund

Wie es um die Bauprojekte in Hemelingen steht

Der Bremer Stadtteil Hemelingen wartet auf die Umsetzung von großen Bauprojekten im Stadtteil. Neue Informationen fließen nur spärlich. Ab Winter könnten aber eine ganze Reihe von Vorhaben konkreter werden.
28.08.2019, 17:01
Lesedauer: 3 Min
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Wie es um die Bauprojekte in Hemelingen steht
Von Christian Hasemann
Wie es um die Bauprojekte in Hemelingen steht

Die Hallen auf dem Köco-Gelände sollen größtenteils abgerissen und Wohnungen und kleineren Büros und Betrieben weichen.

Kuhaupt

Bei einer ganzen Reihe wichtiger Projekte im Stadtteil scheint es derzeit einen Stillstand zu geben. Tatsächlich wird im Hintergrund aber weiter gearbeitet. Über den aktuellen Stand informierte Ortsamtsleiter Jörn Hermening auf der ersten Sitzung des Ausschuss Stadtteilentwicklung Hemelingen nach den Beiratswahlen. Zuvor hat der Ausschuss Hans-Peter Hölscher (SPD) zum Sprecher und Gerhard Scherer (CDU) in Abwesenheit zum stellvertretenden Sprecher des fünfköpfigen Gremiums gewählt.

Das wohl mit der größten Spannung erwartete Projekt in Hemelingen, nachdem die Galopprennbahn nun voraussichtlich nicht bebaut wird, ist das Quartier, das auf den Grundstücksflächen von Könecke und Coca-Cola (kurz: Köco) an der Hemelinger Bahnhofstraße geplant ist. Derzeit gilt dort eine Veränderungssperre, das heißt die Eigentümer dürfen dort keine Veränderungen vornehmen, bis ein neuer Bebauungsplan vorliegt.

Stadt arbeitet an Planfeststellung

Innerhalb der Stadtplanung wird aktuell noch an der Planfeststellung gearbeitet. Eine Planfeststellung ist rechtlich gesehen ein Verwaltungsakt, der immer dann nötig wird, wenn größere Gebiete, oder auch sogenannte „raumbedeutsame Vorhaben“, neu beplant werden sollen. Das trifft zum Beispiel auf den Bau von Fernstraßen oder Eisenbahnstrecken zu. Das Verfahren geht dann auch konsequenterweise auf das Preußische Eisenbahngesetz von 1838 zurück.

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Es ähnelt in großen Teilen der Aufstellung eines Bebauungsplans, der im Gegensatz dazu aber kein Verwaltungsakt, sondern eine Satzung ist, die Baurecht schafft und Vorgaben für die Gestaltung im Detail vorgeben kann. Sehr vereinfacht gesagt: Die Planfestellung legt fast, was in einem Gebiet passieren soll, und der Bebauungsplan legt fest, wie es aussehen soll.

Genau wie ein Bebauungsplan muss eine Planfeststellung öffentlich ausgelegt und die Bürger zu dem Vorhaben im Beteiligungsverfahren angehört werden. Zu einem möglichen Termin gab es auf der Ausschusssitzung allerdings noch keine Auskunft. Derzeit, so zitierte Jörn Hermening aus einem Antwortschreiben der Stadtplanung, werde die Vergabe von Gutachten vorbereitet, darunter Schadstoff- und Lärmbelastung.

Weiter im Hintergrund laufen Gespräche zwischen der Stadt und möglichen Investoren eines Supermarktes auf dem Gelände. Die städtebauliche Studie von 2017 zu dem Gelände favorisiert dabei einen Standort an der Hemelinger Bahnhofstraße. Allerdings: Der Eigentümer des Köneckes-Geländes, die HT Vermögensverwaltung Weser, waren von diesen Plänen nicht begeistert. Sie sehen gerne einen großen Supermarkt auf ihrem Gelände .

Neue Bahnhöfe ab 2023

Im Herbst hingegen will die Deutsche Bahn ihre Planungen zu dem Haltepunkt Föhrenstraße abschließen. Der Haltepunkt, der den Regionalverkehr besser mit dem lokalen Nahverkehr verbinden würde, entsteht zwar unabhängig von der Entwicklung des Köco-Geländes, würde aber einen Knotenpunkt am Eingang zu dem neuen Quartier bilden. 2020 möchte die Deutsche Bahn ihre Pläne dazu vorstellen. Der Bau soll dann 2023 beginnen, zeitgleich mit dem Bau des neuen Bahnhofs Hemelingen, der aktuell ebenfalls geplant wird.

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Erste Ergebnisse von Gutachten sollen dagegen noch im Oktober dieses Jahres für den Ausbau der Theodor-Barth-Straße in Bremen-Mahndorf vorliegen. Der geplante Ausbau der Straße soll eine Verbindung der Bremer Gewerbegebiete zur neuen Autobahnauffahrt Achim-West schaffen und den Ortsteil von PKW- und LKW-Verkehr entlasten. Derzeit, so Jörn Hermening, liefen Gespräche zwischen der Stadt und Grundstückseigentümer zum Verkauf von Flurstücken.

Abriss von Schlichthäusern im Winter

Im Sacksdamm dagegen ist die Vonovia einen Schritt weiter. Dort wartet der Wohnungskonzern auf die Auslegung des Bebauungsplans. Im Juni hatte das Unternehmen seine Pläne in einer Einwohnerversammlung in der Grundschule Parsevalstraße vorgestellt und dabei Kritik, aber auch Lob bekommen. Bevor die 88 neuen Wohnungen entstehen können, müssen die Schlichtbauten aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts noch abgerissen werden. Dies hat die Vonovia für den kommenden Winter angekündigt.

Einigermaßen absehbar ist hingegen die Verlegung des sogenannten Zeppelintunnels in Sebaldsbrück. Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne vorgestellt und der Beirat seine Stellungnahme zu den Plänen abgegeben. Im Detail kann sich der Plan noch ändern. Noch gilt aber als Starttermin für die umfangreichen Bauarbeiten das Jahr 2021.

Offizielle Hundefreilaufflächen gibt es im Stadtteil nicht, abgesehen von der Fläche an der Galopprennbahn. Derzeit gibt es zwei weitere Vorschläge aus dem Stadtteil: Eine Fläche auf dem Tamra-Hemelingen-Park und eine Fläche am Weserhof am Gewerbegebiet Hansalinie jenseits der Autobahn. Carsten Koczwara (Die Partei) brachte als Ergänzung eine Fläche am Bollener Kirchweg in Mahndorf ins Spiel. Derzeit lassen Hundebesitzer ihre Hunde gerne am Hemelinger Sand in der Nähe des Hemelinger Sees frei am Wasser laufen. Das ist allerdings nicht erlaubt. Auf der vorigen Beiratssitzung hatten sich Badegäste über die frei laufenden Hunde beschwert.

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