Bauarbeiten in der Bürgerschaft Umzug des Bremer Parlaments steht in den Startlöchern

Die letzte Sitzung ist für den 3. Juli geplant. Am 15. Juli übergibt Bürgerschaftsdirektor Hans-Joachim von Wachter den Schlüssel den Bauarbeitern. Für rund 18 Monate bleibt Bremens Parlament dann geschlossen.
05.06.2019, 19:51
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Umzug des Bremer Parlaments steht in den Startlöchern
Von Nina Willborn

Wenn alles geschafft ist, voraussichtlich irgendwann im Winter 2020, wird der Präsident oder die Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft in seinem respektive ihrem Büro sitzen und sich in nullkommanix Dokumente aufs Tablet laden können. Das ist dort mangels W-Lan bislang nicht möglich.

Antje Grotheer (SPD), die noch amtierende Präsidentin, musste in den vergangenen Wochen immer in die Mittelhalle laufen, wenn sie ihre Unterlagen aktualisieren wollte. Das ist nun vorbei. Grotheer zieht jetzt erst einmal wie Bürgerschaftsdirektor Hans-Joachim von Wachter und die Mitarbeiter des Stabs in den Börsenhof A. Die sichtbaren Vorbereitungen für die Renovierung des Parlaments laufen seit Mitte Mai, vorbereitet wird die Umbauphase, für die die Planer mit anderthalb Jahren kalkulieren, seit dem Frühjahr 2018.

Lesen Sie auch

Langsam wird's ernst: Die Abteilungen ziehen eine nach der anderen aus, die Handwerker ein. Die Sitzung am 3. Juli, bei der sich die Bürgerschaft nach der Wahl neu konstituiert, wird die letzte im Plenarsaal sein – das ist zumindest der Termin, den Grotheer in Absprache mit den Fraktionen dem Vorstand in seiner Sitzung am 18. Juni vorschlagen wird.

Am 12. Juli verlassen Technik und Hausservice als allerletzte ihre Büros, drei Tage später übergibt von Wachter den Schlüssel an Immobilien Bremen, die den Umbau verantwortet. „Ich hoffe, ich bekomme ihn 18 Monate später zurück“, sagt er. „Bislang stehen alle Zeichen auf Grün. Auch der Kostenplan ist noch um keinen Cent gerissen worden.“

Zehn Millionen Euro wird es kosten, die Bürgerschaft sicherheitstechnisch und auf digitaler Ebene ins Jahr 2019 zu hieven. Der denkmalgeschützte Bau von Wassili Luckhardt bekommt eine neue Brandschutzanlage, wofür jede einzelne Decke geöffnet werden muss. Im Erdgeschoss werden neue einbruchshemmende Scheiben eingebaut. Eigentlich kein Problem, aber der in den 60er-Jahren verwendete Asbest-Kitt erfordert einen größeren Aufwand.

Auch die Steuerung der Heizung wird erneuert, und viele Räume bekommen Bodensteckdosen fürs mobile Arbeiten. Und weil eben die Decken sowie zum Teil auch die Böden geöffnet werden müssen, wurde während der Planung entschieden, dann auch gleich die digitale Infrastruktur einzurichten.

Lesen Sie auch

Ziel ist es, so schnell wie möglich einen papierlosen Plenardienst zu haben, auch sollen künftig nicht nur Plenarsitzungen, sondern auch öffentliche Ausschüsse live übertragen werden. Grotheer: „Ein Parlament, das nicht öffentlich ist, ist kein Parlament.“ Während des Baus tagt die Bürgerschaft im Festsaal des Rathauses. Der letzte Termin, an dem die Bürgerschaft für Besucher geöffnet hat, ist der Tag der Architektur am 30. Juni. Geplant sind unter anderem die Versteigerung von Bürgerschafts-Geschirr und eine Signierstunde des Karikaturisten Til Mette.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+