Ein Fest des Lichts und der Auferstehung

Bremer Kirchen wollen zu Ostern Hoffnung geben

Die evangelischen und katholischen Kirchen wollen an Ostern Zuversicht und Hoffnung verbreiten. Gottesdienste können nur nach Voranmeldung besucht werden.
21.03.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Bremer Kirchen wollen zu Ostern Hoffnung geben
Von Sigrid Schuer
Bremer Kirchen wollen zu Ostern Hoffnung geben

Monika Thein von Plottnitz vom Bibelgarten-Team hängt selbstbemalte Ostereier an den Fliederbaum.

Christina Kuhaupt

Wer an diesem Sonntag den Gottesdienst im St. Petri-Dom besucht, der wird feststellen, dass der Frühling sein blaues Band, frei nach Eduard Mörike, durch Bremens zentrale Kirche flattern lässt. Eine Seitenkapelle ist mit blühenden Fliederbäumen geschmückt worden, die die Menschen mit selbstbemalten Ostereiern dekorieren können. Apropos Osterei: Ein farbenfrohes Riesen-Exemplar, das von dem Bremer Künstler Thomas Hinte gestaltet wurde, steht bereit, um die Hoffnungsbotschaften der Menschen, die den Dom besuchen, aufzunehmen. Über einen Schlitz können die Briefchen in das Osterei eingeworfen werden. Am Ostersonntag, 4. April, wird das Osterei aufgebrochen. Die Hoffnungsbotschaften sollen dann im Gottesdienst und in weiteren Andachten verlesen werden.

Hoffnung, das ist es, was die Menschen nach einem Jahr Pandemie bitter nötig haben. An Ostern 2020 mussten die Kirchen coronabedingt noch geschlossen bleiben. Viele folgten vor einem Jahr dem Aufruf der Kirchen, eine Kerze zum Zeichen der Hoffnung ins Fenster zu stellen. Denn Ostern ist ein Fest des Lichts, der Auferstehung. Die Passionsgeschichte führt durch die Nacht, der Kreuzigung Jesu an Karfreitag, zum Licht der Auferstehung an Ostern. An Karfreitag, 2. April, um 10 Uhr überträgt Bremen Zwei einen ökumenischen Radiogottesdienst mit Livemusik aus der Emmauskirche am Diakoniekrankenhaus. Hier wird, wie auch in der Karwoche von Montag, 29. März, bis Sonnabend, 3. April, mit Ausnahme des Karfreitags im Dom in den Mittagsgebeten den Corona-Opfern gedacht. Im Dom liegt dazu ein Gedenkbuch aus.

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In der Kirche Unser Lieben Frauen am Markt gibt es einen Kreuzweg mit 14 Bildern des Holzschnitt-Künstlers Walter Habdank. Sie zeichnen die einzelnen Stationen des Leidensweges Jesu nach. In der Ruhe des Kirchenraumes bietet der Kreuzweg einen meditativen Zugang zum Leiden und Sterben Jesu Christi. Am Palmsonntag wird Michael Hack, der mehr als 50 Jahre mit Walter Habdank befreundet war, zusammen mit Primarius Pastor Stephan Kreutz die Predigt gestalten.

Domprediger Henner Flügger plant zudem, an Karsonnabend, 3. April, einen eineinhalbstündigen Gottesdienst auf dem Weg, beginnend um 21 Uhr mit einem Gottesdienst im Dom, unter strengsten Hygiene-Auflagen auszurichten. Weitere Stationen des liturgischen Weges sollen der Innenhof des Gerichtsgebäudes, der Theaterberg und die Wiese beim Wagenfeld-Haus sein. Noch steht die Genehmigung des Ordnungsamtes dafür aus. Zu den Höhepunkten am Ostersonntag zählt das Ostertaxi in der Vahr, das über die Rufnummer 0176 62057836 geordert werden kann. Das Taxi beherbergt eine mobile Ausstellung zu Jesu Leben, Kreuzigung und Auferstehung. Der rote Bulli ist selbst ein Überraschungsei: Im Kofferraum gibt es Bilder, Musik und Heliumballons.

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Normalerweise ist der Karfreitag die Zeit der groß besetzten Oratorien wie der Johannes- und der Matthäus-Passion. Da all das in diesem Jahr nicht möglich sein wird, haben sich Propst Bernhard Stecker und sein Team für die katholische Kirche St. Johann, zusätzlich zu den Gottesdiensten, etwas Besonderes ausgedacht. An Karfreitag, 2. April, um 19.30 findet in der Kirche im Schnoor mit Giovanni Battista Pergolesis „Stabat Mater“ ein musikalisches Passionsgedenken statt, bei dem nur Solistinnen, aber weder Blasinstrumente noch Chor zum Einsatz kommen. Anmeldung unter www.eveeno.com/332720632 oder ab Montag, 22. März, per telefonischer Hotline unter 2226702.

Sabine Hatscher, Pressesprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche, hofft, dass es über die Ostertage nicht zu grundlegenden Veränderungen kommen wird, alles ist abhängig von den Inzidenzwerten. Maximal dürfen pro Kirche 100 Besucher an den Gottesdiensten teilnehmen. Voranmeldungen dazu sind von Montag bis Dienstag, 22. bis 30. März, auf den Homepages der einzelnen Kirchengemeinden oder telefonisch nötig. Durchgehend herrschen die bekannten Hygiene-Regeln sowie eine FFP2-Maskenpflicht. „Die Kapazitäten sind sehr unterschiedlich, manchmal sind es nur 15 oder 25 Menschen, die teilnehmen können“, sagt Hatscher. „Sollte es jedoch zu strikteren Regeln kommen, werden wir uns wie im Vorjahr zu helfen wissen und mobile Formate, Seelsorge per Telefon oder Ähnliches verstärkt anbieten“. Weitere Informationen unter www.kirche-bremen.de bzw. www.kgv-bremen.de

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