Verkehrsdeputation am Donnerstag Wie der Nahverkehr in Bremen besser werden soll

Bremens Verkehrsdeputierte diskutieren am Donnerstag über Verbesserungen für den öffentlichen Nahverkehr. Unter anderem soll auf Wunsch der SPD- und Grünen-Fraktion ein Freiwilligenticket für den ÖPNV kommen.
21.03.2019, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Wie der Nahverkehr in Bremen besser werden soll
Von Pascal Faltermann

Bremens Politiker ringen seit Langem um Verbesserungen für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Einig sind sich die Fraktionen darin, dass das Angebot für viele Personengruppen besser werden soll. Doch wie? In der öffentlichen Sitzung der Verkehrsdeputation am Donnerstag (15 Uhr, Sitzungsraum 416 der Bürgerschaft) stehen gleich mehrere Punkte auf dem Plan, die sich um günstigere Tickets oder eine andere Preis- und Ticketstruktur drehen. Ein Überblick.

Wenig Aussicht auf Erfolg

Ein Freiwilligenticket für den ÖPNV soll auf Wunsch der SPD- und Grünen-Fraktion kommen. Dafür hat die Bremer Verkehrsbehörde nun drei Alternativen erarbeitet. Alle Varianten sehen vor, dass die Freiwilligen in ein geplantes Jugendticket integriert werden, das jungen Menschen ein attraktives ÖPNV-Abonnement anbietet. Das soll für Schüler, Auszubildende und Freiwillige im Freiwilligendienst gelten. Die jeweiligen Alternativen werden laut Sitzungsvorlage derzeit vom Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) weiter ausgearbeitet. „Wir brauchen unbedingt ein gutes Angebot für diese Gruppe“, sagt Ralph Saxe (Grüne). Er drängt darauf, möglichst bald ein 365-Euro-Ticket anzubieten. Priorität habe auf jeden Fall, dass ein Angebot beschlossen werde.

Ein Antrag der Linken hat ebenfalls die Auszubildende im Fokus. Sie sollen in der öffentlichen Mobilität gleichstellt werden. Die Linken wollen den Preis des Azubi-Tickets auf einen mit dem Semesterticket vergleichbaren Preis senken und dabei auch die Option eines öffentlichen oder betrieblichen Zuschusses einbeziehen. Die Deputierten werden den Antrag aber wohl ablehnen. Ebenfalls wenig Aussicht auf Erfolg hat ein Antrag der Linken, der keine weiteren Ticketpreiserhöhungen für ÖPNV und Schienennahverkehr fordert.

Die rot-grüne Regierung will das Job-Ticket ausweiten und dadurch Gewerbegebiete besser anbinden. Arbeitnehmern soll schmackhaft gemacht werden, auf den ÖPNV umzusteigen. Zurzeit beziehen laut Vorlage etwa 20 000 Kunden verbundweit das Job-Ticket in den verschiedenen Preis- und Rabattstufen. Entsprechende Verträge bestehen mit gut 50 Unternehmen, die überwiegend ihren Sitz in Bremen haben. Auch in diesem Fall überprüft der VBN das Angebot. Laut Behörde werden drei Varianten ergebnisoffen untersucht. Bei zwei Varianten bleibt der Preis zwar konstant, es ändern sich aber die Bedingungen für die Abnahmemengen oder den Zusammenschluss von Unternehmen, die die Tickets kaufen. Bei einer dritten Variante wird der Rabatt angepasst.

Immer wieder Kritik an der Querverbindung Ost

Einen Bericht gibt es zu dem in der Bürgerschaft von allen Fraktionen beschlossenen halbjährigen Freiticket für Senioren , die freiwillig auf ihren Führerschein verzichten. Das Konzept „ÖPNV statt Führerschein“ sieht geschätzte Kosten von etwa 750 000 Euro in den kommenden drei Jahren vor, die noch nicht im Haushalt eingeplant sind.

Zudem müssen die Deputierten der Finanzierung für das geplante Großvorhaben einer Straßenbahnstrecke zwischen Zentrum und dem Bremer Osten zustimmen. An der sogenannten Querverbindung Ost zwischen den Linien 2 und 10 beziehungsweise 1 gab es immer wieder Kritik. In der vergangenen Woche hatte der Senat grünes Licht für das Verkehrsprojekt gegeben.

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