Überfüllte Container

Falsch entsorgter Müll empört Anwohner der H.-H.-Meier-Allee

Überfüllte Altglascontainer, achtlos danebengeworfene Altkleidersäcke und oben drauf noch Sperrmüll: Anwohner empören sich über den Zustand des Containerplatzes an der H.-H.-Meier-Allee.
14.01.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

„Nicht mein Problem“, „haben Sie sich nicht so“ und „es sind ja nicht nur meine Sachen“ – das sind die gängigen Antworten, wenn Honorata Rosenschild ihre Mitbürger darauf hinweist, dass Altglas und Altkleider nicht neben einen vollen Container gehören. Rosenschild ist Anwohnerin der H.-H.-Meier-Allee in Höhe des Baumschulenwegs und beobachtet seit längerer Zeit, dass die Container hier immer wieder überquellen.

„Anstatt, dass die Nutzer ihr Altglas oder ihre Altkleider in solchen Fällen wieder mitnehmen, stellen die meisten von ihnen die Sachen ganz selbstverständlich neben den Containern ab“, erzählt sie. Umfallende Flaschen und Gläser gingen dabei nicht selten zu Bruch. Zudem würden Säcke mit Altkleidern auf der Suche nach brauchbarer Kleidung häufig aufgerissen und vor dem Container entleert. Mittlerweile werde sogar Rest- und Sperrmüll auf dem Platz abgestellt. „Um die Weihnachtstage lag dort eine Matratze – diese Ignoranz macht wütend“, sagt Rosenschild.

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Neben dem oft unerfreulichen Anblick der Containeranlage stört sich die Anwohnerin auch an den Entsorgungszeiten der Nutzer. „Zu jeder Tages- und Nachtzeit wird Altglas eingeworfen, auch an Sonn- und Feiertagen“, berichtet sie. Das sei insbesondere in den Sommermonaten störend, wenn die Fenster nachts nur gekippt seien.

An die Behörde habe sich Rosenschild erstmals gewandt, kurz nachdem die Container aufgestellt worden seien, berichtet sie. Anfangs habe es geheißen, man werde ein Auge auf diese Ecke haben, später habe der Rat gelautet, sich direkt an die Entsorgungsbetriebe zu wenden. Außerdem habe man ihr mitgeteilt, dass andere Containerstellplätze noch schlimmer aussehen würden. „Das hilft uns nicht wirklich weiter“, betont Rosenschild.

Suche nach Folgestandort

Dem Ortsamt ist der Containerstandort wohlbekannt, berichtet Mitarbeiter Thomas Berger. Als er vor einigen Jahren eingerichtet wurde, sei das bei den Anwohnern nicht unbedingt auf Gegenliebe gestoßen, erinnert er sich. „Wir hatten längere Zeit nach einem Folgestandort für den aufgegebenen Standort vor dem Rewe-Markt gesucht“, so Berger. Dieser habe geräumt werden müssen, als in der H.-H.-Meier-Allee die neue Radverkehrsführung eingerichtet wurde.

Erst nachdem Hansewasser den Kanal in Höhe Baumschulenweg erneuert hatte und in diesem Zusammenhang am Parkplatz Bäume gefällt werden mussten, sei Platz für den aktuellen Standort entstanden. Anfangs habe es häufiger Beschwerden gegeben, berichtet Berger. „Das flachte dann etwas ab und nahm vergangenes Jahr wieder deutlich zu.“ Inzwischen scheine die Bremer Stadtreinigung (DBS) die Situation wieder besser im Griff zu haben. Sollte es weiterhin Beschwerden geben, rate er den Betroffenen, sich direkt an die DBS zu wenden, da das Ortsamt denselben Weg gehe.

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Die DBS teilt auf Nachfrage des STADTTEIL-­KURIER mit, dass für die Nutzer Einwurfzeiten gelten, die auf den Containern und auch auf der Internetseite der DBS nachzulesen seien. Diese seien auf die Zeit von 7 bis 19 Uhr beschränkt und gelten nicht an Sonn- und Feiertagen. Allerdings sei es in der Praxis natürlich unmöglich, die Einhaltung der Zeiten an allen Containern zu kontrollieren. Daher seien die Einwurfzeiten vor allem ein Appell an die Bürger. Die Leerung der Container erfolge regelmäßig, allerdings seien die Glasmengen um die Feiertage und während des Lockdowns erheblich gestiegen, berichtet DBS-Sprecher Torben Kapp. Über die aktuellen Entwicklungen sei man bei DBS freilich nicht erfreut, weshalb an einigen Hotspots unter anderem die Reinigungs- und Leerungsintervalle angepasst werden sollen.

Stark frequentierter Standort

Zudem wolle man Schilder aufstellen und mehr Kontrollteams vor Ort einsetzen. Für den Standort H.-H.-Meier-Allee sind diese Pläne allerdings nicht von Relevanz, denn der zählt im Grunde nicht zu diesen Hotspots, erklärt DBS-Sprecher Torben Kapp auf Nachfrage. Der Standort sei sicherlich stark frequentiert, jedoch seien die gestiegenen Glasmengen hier vor allem auf die Feiertage und auch auf den Lockdown zurückzuführen. Dies sei zwar abzusehen gewesen, lasse sich jedoch nicht immer ganz abfangen, erklärt er. „Mit den regelmäßigen Leerungen und dem Ende der Feiertage wird sich dies erwartungsgemäß wieder normalisieren.“

Davon kann laut Honorata Rosenschild bislang allerdings keine Rede sein. Am vergangenen Wochenende hat sie wieder Fotos von Flaschenansammlungen vor den Containern gemacht. Auch den Hinweis der DBS, dass sich die Situation insbesondere während der Feiertage zuspitze, kann sie nicht bestätigen. Seit Beginn der Corona-Pandemie sei der Platz um die Glascontainer mehrfach überfüllt gewesen. Altkleidersäcke und Sperrmüll würden im Grunde wöchentlich vor den Containern entsorgt. Sie erwarte daher von den zuständigen Stellen, sich Gedanken über eine Lösung zu machen.

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