Studentenprojekte Internationale Studierende sind aktiv für Vegesack

Studierende engagieren sich in Projekten für Vegesack. Sie selbst sammeln Erfahrungen und der Stadtteil profitiert davon. Doch das ist nicht alles, was das Programm der Jacobs University leisten soll.
28.11.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Internationale Studierende sind aktiv für Vegesack
Von Björn Josten

Vegesack und die Jacobs University: Das ist eine spezielle Verbindung. Auf der einen Seite befindet sich die Privatuni in Grohn, ist einer der größten Arbeitgeber und zieht viele internationale Studierende in den Stadtteil. Auf der anderen Seite wird die Uni auch als eine eigene Welt ohne wirkliche Verbindung zu Vegesack wahrgenommen. Das soll sich nun ändern, und zwar nachhaltig. Ein Instrument ist das Programm "Community Impact Project". Studierende entwickeln dabei in fächerübergreifend zusammengesetzten Gruppen Projekte zum Wohle Vegesacks und werden zu "Local Change Makers" (sorgen also lokal für einen Wandel). Davon verspricht sich der Initiator und Jacobs-Dozent Jakob Fruchtmann einiges. "Wir als Bremer sind weltoffen. Das heißt auch, dass wir unterschätzen, wie viel Gutes in der Nähe ist und Entfernungen überschätzen", sagt er. "Jacobs-Studenten sind in diesem Sinne sehr bremisch. Das Projekt soll die absurde Hürde überwinden." Das sei allerdings keine freiwillige Sache, sondern fester und verpflichtender Bestandteil des Studiums.

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Also haben sich diverse Teams auf den Weg gemacht und Projekte gestartet. Vier von ihnen sind jetzt bei einem Wettbewerb prämiert worden. Bevor allerdings das Preisgeld verteilt worden ist, musste jede Gruppe seine Idee einer Jury vorstellen. Das Rennen machte schließlich das Projekt "Women in STEM" (Frauen in Wissenschaft, Technik, Maschinenbau und Mathematik). Diese Disziplinen möchten die jungen Frauen Schülerinnen und Schülern der Gerhard-Rohlfs-Oberschule und des Gymnasiums Vegesack über Mentoren-Programme, Ausflüge und Campustage näherbringen. Die Jury hat das Konzept überzeugt und 2500 Euro Preisgeld ausgelobt.

Der mit 1500 Euro dotierte zweite Platz geht an ein Videoprojekt bei dem Einzelhändler mit vier Fragen zu ihrem Geschäft und Vegesack konfrontiert werden. Die Filme werden dann in sozialen Medien geteilt und so einer größeren Zahl von Personen bekannt gemacht. Auf 1000 Euro für den dritten Rang können sich Teilnehmer eines weiteren Videoprojekts freuen. Diese Gruppe hat den Schwerpunkt auf Gastronomie gelegt und fertigt Werbefilme an. Der Nachhaltigkeitspreis der Sparkasse, der ebenfalls mit 1000 Euro dotiert ist, geht an ein Projekt, das sich an Mädchen und junge Frauen richtet. In Kampagnen und Workshop geht es um  Menstruation.

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Jörn Gieschen, Mitglied der Jury und Geschäftsführer des Vereins Vegesack Marketing, ist sichtlich angetan vom Engagement der jungen Akademiker: "Mich beeindruckt der große Qualitätssprung der Projekte von früheren Vorstellungsrunden bis heute." Vegesack Marketing hatte den Ideenwettbewerb initiiert und gemeinsam mit der Jacobs University umgesetzt sowie die Arbeit der Projektgruppen begleitet.

Die jungen Leute wachsen an ihren Projekten und lernen, Rückschläge zu verkraften. Der Stadtteil profitiere vom Engagement der Studierenden, ist Fruchtmann überzeugt: "Vegesack hat Potenzial und es kann die Impulse der Studierenden gut gebrauchen. Was gebraucht werde, entscheide die Region, betont Fruchtmann. Soll heißen: Es ist gewünscht, dass spezielle Bedarfe an das CIP der Jacobs University kommuniziert werden. Die prämierten Projekte werden derweil fortgeführt. "Daher ist die Preisverleihung nicht das Ende, sondern vielmehr der Anfang", sagt Gieschen.

Zur Sache

Community Impact Project

Die Teilnahme an diesen Projekten ist für die Studierenden der Jacobs University verpflichtend. Da sie auf lange Dauer angelegt sind, wechselt die Besetzung der Gruppen. Ausscheidende Studierende lernen ihre Nachfolger an, sodass das Projekt kontinuierlich fortgeführt werden kann. Mittelfristig sollen sich die Projekte selbst finanzieren. Bis dahin werben die Teilnehmer eigenständig Sponsorengelder ein und bemühen sich um Projektpartner.

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