Vegesacker Fahrradfrühling Vegesack startet in die Fahrrad-Saison

Zum Start der Saison ließen viele Radfahrer beim Vegesacker Fahrradfrühling ihre Räder kostenlos codieren. Polizei und ADFC informierten über ihre Angebote und gaben Tipps zu Touren und Sicherheit.
29.04.2019, 21:52
Lesedauer: 3 Min
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Von Katja Hofmann

Viele Radfahrer nutzten die Gelegenheit, ihre Räder kostenlos codieren zu lassen. Und die Diskussion um die Premiumroute geht weiter. So lautet die Bilanz des 20. Vegesacker Fahrradfrühlings in der Gerhard-Rohlfs-Straße. Mit und ohne ihre Fahrräder schauten zahlreiche Passanten vorbei, um sich zu informieren und ihr Räder registrieren zu lassen. Vor Ort waren nicht nur der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), sondern auch die Polizei.

„Wir nutzen solche Veranstaltungen vor allem als Öffentlichkeitsarbeit, um mit den Leuten in Kontakt zu treten“, erläuterte Gundmar Köster, Präventionsbeauftragter und Zuständiger für die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Nord-West. Er und seine Kollegen klärten die Bremen-Norder unter anderem über Verkehrssicherheit, Fahrverhalten und den richtigen Diebstahlschutz auf. Auch das bekannte gelbe „Crash-Bike“ durfte nicht fehlen. Mit den „Crash-Bikes“, die auch an Kreuzungen in Bremen-Nord stehen, weist die Polizei Auto- und Radfahrer auf Unfallgefahren hin.

"Wir hätten einen dritten Tisch gebraucht"

Aber nicht nur die Theorie ist wichtig, sondern auch das Handeln. So hatten die Besucher die Möglichkeit, ihr Fahrrad bei der Polizei gegen Diebstahl registrieren zu lassen. Dazu brauchten sie lediglich ein Formular mit ihren Daten und denen ihres Zweirads auszufüllen, welches daraufhin mit einer Nummer versehen wurde. Dieselbe Nummer steht auf einem Aufkleber am Fahrradrahmen. „Diebe schrecken vor Rädern mit einem solchen Aufkleber tendenziell zurück, weil sie wissen, dass wir den rechtmäßigen Besitzer mithilfe der Registrierung innerhalb weniger Sekunden ausfindig machen können“, so Köster.

Finanziell unterstützt wird der Fahrradfrühling vom Verein „Bürger und Polizei“, sodass für den Fahrradbesitzer zum Beispiel für die Codierung keine Kosten anfallen. Im Rahmen des 20. Vegesacker Fahrradfrühlings registrierte die Polizei 87 neue Räder. „Wir hätten einen dritten Tisch gebraucht“, freut sich einer der Polizeibeamten. Wer sein Fahrrad noch registrieren lassen möchte, kann dies auch jederzeit während der Öffnungszeiten in der Polizeiwache tun. Die nötigen Unterlagen gibt es auch online.

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„Radfahren macht Spaß und ist gesund.“ Dieser Meinung ist auch Christian Flathmann vom ADFC. Gerade in Bremen-Nord sieht er großes Potenzial, um leidenschaftlichen Freizeitradlern ihren Spaß am Sport zu ermöglichen. Der ADFC liefert aktuell einen Beitrag zur Diskussion um die Premiumroute. Bekanntlich hatte der scheidende Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) die Fahrrad-Trasse für diese Legislaturperiode angekündigt. Im Rahmen eines Wahl-Talks der WESER-KURIERS begründete er am Sonntag die Verzögerung mit vielen Verhandlungen über Detailfragen.

Grundsanierung einiger Wege war Thema

Der ADFC hat derweil laut Christian Flathmann eine eigene Empfehlungsroute entworfen. Ungefähr 17 Kilometer lang, vom Bahnhof Farge bis zur Lesumbrücke, soll die sogenannte Premiumroute letztlich sein. Der ADFC ist zuversichtlich, was dieses Projekt angeht, obwohl es noch einige Bereiche mit Konfliktpotenzial entlang der Strecke gibt, insbesondere am Weserufer. „Es ist Platz für alle da. Man muss es nur wollen“, sagt Flathmann. Besonders wichtig sei bei der Umsetzung die Sicherheit aller Beteiligten, denn mit genug Platz bestünde keine Gefahr für Fußgänger, mit Fahrrädern zu kollidieren.

Auch eine Grundsanierung einiger Wege war Gesprächsthema am orangefarbenen ADFC-Zelt. „An manchen Stellen drücken Baumwurzeln den Asphalt schon nach oben“, klagte eine Besucherin aus Beckedorf, die gerne in ihrer Freizeit an der Weser entlang radelt. „Es muss eine Lösung gefunden werden, die für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer verträglich ist“, plädiert Flathmann.

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Der ADFC stellte beim Fahrradfrühling auf dem Sedanplatz auch sein Tourenprogramm vor, das regelmäßig vor dem Bahnhof startet. Die Touren unterscheiden sich in Ziel, Länge und Geschwindigkeit. Von kulturellen Routen, beispielsweise zum U-Bootsbunker Valentin in Farge, bis hin zur sogenannten „Flotten Feierabendtour“ für ganz flinke Radler, ist alles dabei. „Fahrradfahren verbessert die Lebensqualität“, ist sich Christian Flathmann sicher. Und was gibt es Schöneres, als zur jetzigen Jahreszeit die Frühlingssonne vom Fahrradsattel aus zu genießen?“

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