Beschluss für den Weserdeich Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern sollen entschärft werden

Mitglieder des Bremer Mobilitäts-Ausschusses des Beirates Östliche Vorstadt ärgern sich über den nicht tragbaren Zustand an der Weserpromenade. Dort kommen sich Rad- und Fuß-Verkehr immer wieder ins Gehege.
22.02.2021, 05:00
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Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern sollen entschärft werden
Von Sigrid Schuer

Die grüne Stadtteil-Parlamentarierin Sona Terlohr ist sauer: Auf der jüngsten Fachausschuss-Sitzung für Mobilität und Klima des Beirates Östliche Vorstadt monierte sie, dass es mit steigenden Frühlings-Temperaturen schon bald wieder zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern am unteren Teil der Weserpromenade kommen könnte.

„Ich bin schon zwei Mal fast von Radfahrern umgefahren worden“, berichtet sie. Peter Kadach (CDU), Helmut Kersting (Linke) und Karin Steiger von der Bürgerinitiative „Leben im Viertel“ gaben ihr recht: Auch sie hätten bereits Beinahe-Kollisionen mit rabiaten Radfahrern erlebt.

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Die Stadtteil-Parlamentarier sind sich einig: Dieser Zustand ist auf einem der wenigen Verkehrswege, auf denen sich Fußgänger in Bremen frei bewegen können, gerade auch für Kinder und Mobilitätseingeschränkte, nicht tragbar. Dabei ist die Regelung eigentlich klar: Für den Radverkehr ist die Spur neben der Fahrbahn auf dem Osterdeich vorgesehen. Unten an der Weserpromenade haben Fußgänger Vorrang. Nun soll eine konzertierte Aktion mit dem Beirat Mitte in Abstimmung mit dem Umweltbetrieb Bremen und dem Mobilitäts-Ressort auf den Weg gebracht werden.

Schließlich gibt es noch Neuigkeiten aus dem Team Nahmobilität beim Mobilitäts-Ressort. Ab dem 1. März wird es nun endgültig ernst mit dem Verkehrsversuch an der Humboldtstraße. Er wird, wie bereits berichtet, mit dem Aufstellen von Anlieger-frei-Schildern gestartet.

Außerdem sollen Beschilderung und Warnhinweise für einbiegende Kraftfahrzeuge an den Einmündungen am Dobben und an der St.-Jürgen-Straße durch das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) verbessert werden. Zum Wochenende ist die betroffene Anwohnerschaft zudem mit Postwurfsendungen über Beginn und Ziel des Verkehrsversuches informiert worden.

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Seit Freitag, 19. Februar ist zudem auf der Website des Teams Nahmobilität unter dem Stichwort „Verkehrsversuch Humboldtstraße“ eine Online-Befragung freigeschaltet, an der sich Interessierte bis zum 7. März beteiligen können. Am Dienstag, 23. Februar, soll per anonymisierten Video-Aufnahmen der Verkehrsfluss in der Humboldtstraße mit Einmündung am Dobben beobachtet werden. Ein weiterer Beobachtungs-Fokus liegt auf Horner Straße, Feld- und Bessel-Straße sowie dem Fesenfeld (Baumnasen).

Die Mitglieder des Beirates Östliche Vorstadt hatten ja auch einen Beschluss zum aufgesetzten Parken am Sielwall getroffen. Um das zu verhindern, sollen an prägnanten Punkten Fahrradbügel aufgestellt werden. Das scheint nun in einem Abwasch zu gehen, denn die SWB will just an dieser Stelle eine Baustelle einrichten lassen. Positives gibt es seitens des ASV auch von der Tempo 30-Zone Am Schwarzen Meer zu berichten, dort kann jetzt der Lückenschluss durchgehend bis zum Hulsberg vollzogen werden.

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Ferner arbeiten die Mitglieder des Fachausschusses Mobilität weiter am sogenannten „Rumpelstellenplan“ zur Ausbesserung schadhafter Radwege, der vor allem von dem grünen Stadtteil-Parlamentarier Jens Schabacher, aber auch von seiner Fraktionskollegin Sona Terlohr initiiert worden ist.

Der Prozess ist im Fluss, allerdings gibt es noch keine konkreten Ergebnisse, da die Realisierung des Planes nicht zuletzt von der Finanzierung abhängig ist. Angedacht ist hinsichtlich der Überprüfung des Kostenrahmens, zunächst drei von elf Straßen zu priorisieren. Dabei solle in Absprache mit dem ADFC der größte Sanierungs-Bedarf und davon ausgehend die größte Gefahrenlage eine Rolle spielen, so Schabacher. Und: Das Radwege-Markierungsprogramm wird erneuert.

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